Hausrotschwanz

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Hausrotschwanz
Weibchen

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Familie: Fliegenschnäpper (Muscicapidae)
Unterfamilie: Eigentliche Fliegenschnäpper (Muscicapinae)
Gattung: Rotschwänze (Phoenicurus)
Art: Hausrotschwanz
Wissenschaftlicher Name
Phoenicurus ochruros
Gmelin, 1774

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Hausrotschwanz (Phoenicurus ochruros) zählt mit seinen sechs Unterarten innerhalb der Familie der Fliegenschnäpper (Muscicapidae) zur Gattung der Rotschwänze (Phoenicurus). Im Englischen wird die Art Black Redstart genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Hausrotschwanz erreicht eine Körperlänge von vierzehn bis fünfzehn Zentimeter sowie ein Gewicht von fünfzehn bis zwanzig Gramm. Die Geschlechter weisen einen deutlichen Geschlechtsdismorphismus auf. Die Männchen sind überwiegend gräulich gefärbt, der Schwanz weist in den äußeren Bereichen eine rötliche Färbung auf. Der Kehl- und Wangenbereich ist schwärzlich gefärbt. Die Weibchen sind deutlich unscheinbarer und sind graubraun gefärbt. Der Schwanz ist rotbraun, der Kehlbereich weist eine gräuliche Färbung auf. Der kurze Schnabel ist bei beiden Geschlechtern dunkelgrau gefärbt. Der Hausrotschwanz ist hauptsächlich tagaktiv, er ist aber streckenweise auch noch während der Dämmerung zu beobachten. Bereits in den frühen Morgenstunden kann man seinen Gesang vernehmen. In unseren Breitengraden gehört der Hausrotschwanz zu den ersten Vögeln im Frühjahr. Sie kehren meist schon gegen Ende Februar in ihre Brutgebiete zurück.

Unterarten

Verbreitung

Der Hausrotschwanz ist während der Brutzeit in weiten Teilen Mittel- und Südeuropas verbreitet. Im Norden reicht das Verbreitungsgebiet bis ins südliche Skandinavien. Im Osten reicht das Verbreitungsgebiet bis in den Kaukasus, streckenweise auch bis ins westliche Sibirien. Auch in Vorderasien bis zum Rand des Himalaya sind sie gebietsweise anzutreffen. Sie besiedeln vorwiegend felsige Habitate, sind aber auch in der Nähe von Siedlingsräumen. In Höhenlagen kommen sie bis in Höhen von bis zu 3.000 Metern vor. Im späten Herbst bzw. im frühen Winter ziehen die Hausrotschwänze in den Süden Europas oder ins nördliche Afrika zum überwintern.

Ernährung

Hausrotschwänze ernähren sich fast ausschließlich von Insekten und Spinnen. Im Herbst, wenn die Reifezeit der Beeren angebrochen ist, verschmähen sie auch diese nicht. Die Jungvögel werden ausschließlich mit Insekten versorgt. Insekten und Spinnentiere werden dabei sowohl auf dem Boden als auch im Fluge erbeutet.

Fortpflanzung

Der Hausrotschwanz erreicht die Geschlechtsreife im ersten Lebensjahr. Die Vögel pflegen während der Paarungszeit eine saisonale Einehe. Das Weibchen sucht den Nistplatz alleine aus, dabei legt sie eine ausgesprochende Nistplatztreue an den Tag. Ein Nest wird meist in felsigen Spalten oder auch in und an Häusern und Bauwerken errichtet. Die Nester bestehen aus Zweigen und kleinen Ästchen und wirken relativ konfus konstruiert. Ausgepolstert werden die Nester spärlich mit Federn und anderen weichen Materialien. Das Weibchen legt zwischen drei und sechs weißliche Eier, die über einen Zeitraum von 14 bis 16 Tagen von ihr alleine ausgebrütet werden. Die frisch geschlüpften Küken sind nackt und blind. Sie entwickeln aber bereits von Anfang an einen gewaltigen Appetit. Die Nestlingszeit beträgt 16 bis 18 Tage. Während dieser Zeit werden die Nestlinge von beiden Elternteilen mit Nahrung in Form von Insekten versorgt. In den meisten Verbreitungsgebieten kann es zu zwei Bruten in einer Saison kommen. Der Hausrotschwanz kann ein Alter von acht bis zehn Jahren erreichen.

Galerie

Anhang

Literatur und Quellen

  • Pierandrea Brichetti: Vögel. In Garten, Park und freier Natur. Neuer Kaiser Verlag , 2002.ISBN 370431322X
  • Rob Hume: Vögel in Europa. Dorling Kindersley; Auflage: 1 (Januar 2003) ISBN 3831004307
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Dr. Einhard Bezzel: Der zuverlässige Naturführer. BLV Handbuch Vögel. 3. überarbeitete Auflage (2006). BLV Buchverlag GmbH & Co. KG, München.ISBN 3-8354-0022-3; ISBN 3-8354-0022-1
  • Manfred Pforr, Alfred Limbrunner: Ornithologischer Bildatlas der Brutvögel Europas, Band 2. Weltbild Verlag GmbH, Augsburg, 1991 ISBN 3894400072

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