Pferdeschwanzhörnchen

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Pferdeschwanzhörnchen
Mit der Kamerafalle aufgenommen

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Hörnchenverwandte (Sciuromorpha)
Familie: Hörnchen (Sciuridae)
Unterfamilie: Erd- und Baumhörnchen (Sciurinae)
Gattung: Sunda-Baumhörnchen (Sundasciurus)
Art: Pferdeschwanzhörnchen
Wissenschaftlicher Name
Sundasciurus hippurus
Geoffroy, 1831

IUCN-Status
Near Threatened (NT)

Das Pferdeschwanzhörnchen (Sundasciurus hippurus) zählt innerhalb der Familie der Hörnchen (Sciuridae) zur Gattung der Sunda-Baumhörnchen (Sundasciurus). Im Englischen wird das Pferdeschwanzhörnchen horse-tailed squirrel genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Das Pferdeschwanzhörnchen ist das größte und bunteste der Sunda-Baumhörnchen (Sundasciurus) mit erheblichen geografischen Farb-Variationen auf Borneo. Es weist eine Kopf-Rumpf-Länge von etwa 21,5 bis 25,0 Zentimeter auf. Die Schwanzlänge beträgt etwa 24,0 bis 29,0 Zentimeter und die Hinterfußlänge etwa 54,0 bis 64,0 Millimeter. Das Gewicht beträgt 260,0 bis 420,0 Gramm. Die Farbe des Kopfes, der Schultern sowie der Vorderpfoten ist grau. Das Fell kann mehr oder weniger grau sein. Der Rücken weist eine rötliche bis kastanienbraune Färbung auf. Die Unterarten unterscheiden sich durch graue oder rotbraune Hinterfüße und der Unterbauch kann weißlich, matt orange oder rotbraun gefärbt sein. Der Schwanz ist glänzend schwarz oder grau und schwarz gebändert. Trotz der Bezeichnung ist der Schwanz nicht sehr eines Pferdes ähnlich. Es gibt einige Individuen, die dem Pallas-Hörnchen (Callosciurus erythraeus) ähneln. Im Norden von Malaysia, wo beide Arten vorkommen, weist das Pferdeschwanzhörnchen einen gleichmäßig rot gefärbten Unterbauch und einen dunklen, buschigen Schwanz auf (Payne, 1985, Lekagul & McNeely, 1977; Medway, 1978; Corbet & Hill, 1992). Die zahnärztliche Formel 1/1 0/0 2/1 3/3 = 22 (Corbet & Hill, 1992 ; Lekagul & McNeely, 1977 ; Medway, 1978 ; . Payne et al., 1985).

Lebensweise

Das Pferdeschwanzhörnchen hält sich in Primärwäldern und in Sekundärwäldern auf. Die meiste Zeit lebt das Pferdeschwanzhörnchen solitär oder paarweise. Manchmal tritt das Pferdeschwanzhörnchen in kleinen Gruppen auf, die von bis zu zehn Individuen bestehen. Die Gruppen jagen während des Tages laut zankend durch den Wald. Das Pferdeschwanzhörnchen verteidigt sein Territorium gegenüber Eindringlingen vehement. Es ernährt und bewegt sich vor allem in den unteren und in den mittleren Baumschichten. Manchmal hält sich das Pferdeschwanzhörnchen auch auf dem Boden auf. Die Kommunikation findet wahrscheinlich durch visuelle, chemische und taktile Signale statt. Am Kinn und an den Extremitäten befinden sich Vibrissen, mit denen das Pferdeschwanzhörnchen Oberflächen wahrnimmt, so dass das Tier ein sehr agiler Kletterer ist. In freier Wildbahn kann das Pferdeschwanzhörnchen unter günstigen Umständen ein Alter von etwa sieben bis zehn Jahre erreichen. In Gefangenschaft beträgt die Lebenserwartung sogar über zehn Jahre.

Unterarten

Verbreitung

Das Pferdeschwanzhörnchen ist auf der Malaiischen Halbinsel, auf Sumatra, Borneo und Rhio Archipelago anzutreffen. Die Verbreitung in Südvietnam wie bei Wilson & Reeder (1993) aufgeführt, scheint eher zweifelhaft zu sein. Es gibt verlässliche Aufzeichnungen nördlich des Isthmus von Kra. Auf Malaysia ist das Pferdeschwanzhörnchen bis zu 1.000 Meter und auf Borneo bis zu 1.500 Meter verteilt (Corbet & Hill, 1992 ; Nowak, 1997 ; Wilson & Reeder, 1993). Das Pferdeschwanzhörnchen wird meist im Flachland des Urwaldes gesehen, aber es wird auch in Primär- und Sekundärwäldern gefunden (Medway, 1978; Payne, 1985).

Ernährung

Das Pferdeschwanzhörnchen ernährt sich von weicher Baumrinde, Rindensaft, Blättern, Samen, Nüssen, Früchten sowie von kleinen Insekten (Insecta).

Prädatoren

Das Pferdeschwanzhörnchen schützt sich in erster Linie durch seine Agilität und Wachsamkeit in den Bäumen vor den Fleischfressern. Nur wenige Prädatoren können adulte Pferdeschwanzhörnchen in den Baumkronen erbeuten. Die Jungtiere fallen meistens den Schlangen (Serpentes), Greifvögeln (Falconiformes), verwilderten Hauskatzen (Felis catus) oder anderen Hörnchen (Sciuridae) zum Opfer.

Fortpflanzung

Das Weibchen hat zwei oder drei Zitzen und bringt etwa zwei bis vier Junge zur Welt. Das Nest besteht aus kurzen Zweigen und Ästen und wird knapp 1 Meter über den Boden in einer Baumhöhle angelegt. Das Weibchen versorgt die Jungen bis zu ihrer Selbständigkeit allein. Über das Paarungsverhalten und über die Reproduktion dieser Art ist wenig dokumentiert.

Gefährdung und Schutz

Auch wenn das Pferdeschwanzhörnchen durch die Zerstörung seines Lebensraumes zum Teil bedroht ist, so wird die Art in der Roten Liste der IUCN als gering gefährdet (near threatened) geführt. In der Ökologie nimmt das Pferdeschwanzhörnchen eine bedeutende Rolle ein, da es die Samen wichtiger Flachland-Baumarten verteilt. Des Weiteren kann das Pferdeschwanzhörnchen auch als eine wichtige Grundlage für die Beute größerer Prädatoren wie Greifvögel, sein.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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