Perlnatter

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Perlnatter

Systematik
Klasse: Kriechtiere (Reptilia)
Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
Familie: Nattern (Colubridae)
Unterfamilie: Eigentliche Nattern (Colubrinae)
Gattung: Rennnattern (Drymobius)
Art: Perlnatter
Wissenschaftlicher Name
Drymobius margaritiferus
(Schlegel, 1837)

Die Perlnatter (Drymobius margaritiferus), auch unter den Synonymen Herpetodryas margaritiferus, Dromicus margaritiferus und Thamnosophis margaritiferus bekannt, zählt innerhalb der Familie der Nattern (Colubridae) zur Gattung der Rennnattern (Drymobius). Im Englischen wird die Perlnatter speckled racer und northern speckled racer genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Perlnatter erreicht eine Körperlänge von etwa 76,2 bis 101,6 Zentimeter. Jeder dorsaler Fleck dieser mäßig schlanken, dunkelgrünen Schlange enthält zusätzlich noch einen horizontalen, gelben bis blass orangen, pfeilförmigen Fleck in der Nähe der Mitte. Des Weiteren zeigt sich ein blauer Saum an der Basis und ein schwarzer Rand entlang seiner exponierten äußeren Kante. In der Bauchgegend sind die hellen Flecken mehr günlich als gelb und etwas größer als die Flecken auf dem Oberkörper. Die Flecken am Hals und auf dem Schwanz weisen in der Regel ein helles Türkisgrün auf. Ein breites, dunkel gefärbtes horizontales Band erstreckt sich vom Auge bis nach hinten. Die Schuppen der beiden oberen Lippen und der Kopf sind mit einer zarten schwarzen Färbung umrandet. Bis auf die Schuppen unter dem Schwanz, deren Kanten am hinteren Rand schwarz getönt sind, ist der Bauch in der Regel weiß oder gelblich gefärbt. Die dorsalen Schuppen sind nur schwach gekielt und in der Körpermitte sind sie in 17 Reihen angeordnet.
Sabal-Palmen
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Sabal-Palmen
Die Analschuppe ist zweiteilig. Eine vergleichbare Schlange ist die Bunte Kettennatter (Lampropeltis getula splendida), die durch die dunkle Grundfarbe und die zahlreichen dorsalen kleinen, hellen Flecken sowie das dunkle kettenförmige Muster auf dem Rücken und die 23 oder 25 glatten dorsalen Schuppen in der Körpermitte sowie durch die einteilige Analschuppe von der Perlnatter gut zu unterscheiden ist. <1>

Lebensweise

Die Perlnatter ist eine schnelllebige und nervöse Schlange, die oft nicht zögert, blitzschnell zuzubeißen. Sie lebt typischerweise in dicht bewachsenen Lebensräumen immer in der Nähe von permanenten Wasserstellen. In der Regel ernährt sich die Perlnatter von Fröschen und Kröten. Die Perlnatter ist eine eierlegende Schlange, die bis zu acht Eier im Frühjahr oder im Sommer legt. Die Inkubationszeit der Eier beträgt etwa zwei Monate. Die Jungschlangen sind nach dem Schlupf etwa 15,0 Zentimeter lang. Sie erreichen die Geschlechtsreife in zwei bis drei Jahren.

Unterarten

Verbreitung

Im Wesentlichen ist die Perlnatter eine südamerikanische Schlange, deren Verbreitung nach Norden bis zur Spitze von Südtexas reicht. Südtexas ist auch der einzige Ort in den Vereinigten Staaten, wo die Perlnatter zu finden ist. Nördlich der Grenze ist die Perlnatter vor allem in den intakten subtropischen Wäldern von Cameron County (Texas) noch anzutreffen. Zahlreiche Exemplare findet man in Sabal Palm Audubon Sanctuary nordöstlich von Brownsville, Texas, mehr als in jeder anderen Region von Südtexas. Auch in einem solchen idealen Lebensraum kommt die Perlnatter ungewöhnlich selten vor. Dennoch stellte Pat Burchfield (pers. com.) fest, dass auch einige Exemplare entlang von Entwässerungsgräben und an niedrigen, sumpfigen Stellen im südlichsten Bereich von Brownsville zu sehen waren. Die Perlnatter kommt offenbar nie häufig im Tal des unteren Rio Grande vor. Jedoch hält sich die Perlnatter südlich im Hain von Sabal-Palmen und Nesselbäumen (Celtis) auf, die entlang den Fluss in der Nähe von La Feria (Cameron County, Texas) säumen. Im Gegensatz dazu findet man die Perlnatter häufig in Mexiko und in Mittelamerika.
Amber-Baum und Sabal-Palme
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Amber-Baum und Sabal-Palme
Dort lebt sie in einer Vielzahl von feuchten und nassen Lebensräumen. Des Weiteren kommt die Perlnatter auch in einer Höhe von etwa 1.453 Meter über dem Meeresspiegel vor. Begünstigt sind die Gebiete durch die relativ dichte Vegetation, wo Laub und andere Pflanzen ausreichend Bodendeckung für die Perlnatter bieten. Ferner tritt die Perlnatter auch in offenen Savannen, vor allem rund um Moor-Pools und in vegetativen Trümmern auf Hinterhöfen von Dörfern auf, vorausgesetzt, es gibt in der Nähe Bäche und Teiche, wo sie reichlich Amphibien erbeuten kann. <2>

Ernährung

Die Perlnatter ernährt sich hauptsächlich von Fröschen und Kröten. Aufgrund dessen müssen in der Nähe von dicht bewachsenen Lebensräumen immer permanente Wasserstellen vorhanden sein.

Fortpflanzung

Die Geschlechter leben einzelgängerisch und treffen nur zur Paarungszeit aufeinander und trennen sich bereits kurz nach der Paarung wieder. Mit Pheromonen (Sexuallockstoffe) locken die Weibchen die Männchen an. Hat sich ein Pärchen gefunden, umwirbt das Männchen das Weibchen und versucht es zur Paarung zu bewegen. Ist das Weibchen bereit, umwickeln sich beide und das Männchen führt den ausgestülpten Hemipenis in die weibliche Kloake ein, setzt dort ein Samenpaket ab und befruchtet so die Eizellen. Dieser Vorgang kann sich je nach Art über mehrere Stunden hinziehen oder nur wenige Sekunden dauern. Die Perlnatter ist eine eierlegende (vivipar) Schlange, die bis zu acht Eier im Frühjahr oder im Sommer legt. Die Inkubationszeit der Eier beträgt etwa zwei Monate. Die Jungschlangen sind nach dem Schlupf etwa 15,0 Zentimeter lang. Sie erreichen die Geschlechtsreife in zwei bis drei Jahren.

Gefährdung und Schutz

In den meisten Verbreitungsgebieten kommen Perlnattern noch recht häufig vor. Die noch gesunden Populationen können aber nicht darüber hinwegtäuschen, das weite Teile der natürlichen Lebensräume durch Urbanisierung und Trockenlegung bedroht sind. Perlnattern steuern in ihrem Lebensraum die Populationen hauptsächlich von Fröschen und Kröten. Von daher sind sie ein wichtiger Bestandteil in ihrem Ökosystem. Die Perlnatter selbst ist die Nahrungsgrundlage für eine Reihe von natürlich lebenden Feinden.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • [1] [2] James Ray Dixon, John E. Werler: Texas Snakes: A Field Guide (Texas Natural History Guides). Verlag: Univ of Texas Pr. Auflage: Field Guide. (30. September 2005). ISBN 0292706758
  • Roland Bauchot: Schlangen, Weltbild Verlag, 1999, ISBN 3-8289-1501-9
  • Dieter Schmidt: Nattern faszinierend & exotisch, Gräfe & Unzer, Auflage 1 (Februar 2005), ISBN 3774269475
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