Perleidechse

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Perleidechse

Systematik
Klasse: Reptilien (Reptilia)
Ordnung: Eigentliche Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Autarchoglossa
Familie: Echte Eidechsen (Lacertidae)
Gattung: Perleidechsen (Timon)
Art: Perleidechse
Wissenschaftlicher Name
Timon lepidus
Daudin, 1802

IUCN-Status
Near Threatened (NT)

Die Perleidechse (Lacerta lepida) ist die größte europäische Eidechse und gehört innerhalb der Familie der Echten Eidechsen (Lacertidae) zur Gattung der Perleidechsen (Timon).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Perleidechse erreicht eine Länge von 50 bis 70 cm, in Einzelfällen auch bis 80 cm. Der Rücken und die Flanken sind grün gefärbt und mit einem netzartigen Muster durchzogen. An den Flanken sind blauschwarze Punkte mit einer schwarzen Einfassung zu sehen. Die Bauchseite ist gelblich bis cremefarben gefärbt. Speziell die Männchen haben einen mächtigen Kopf mit aufgetriebenen Wangenregionen. Der Schwanz ist an der Wurzel dick, endet aber spitz zulaufend.

Die Tiere sind gute Kletterer und können bei Gefahr, trotz der kurzen Beine, sehr schnell davon rennen. Die Echse kann bei Gefahr, wie bei vielen Eidechsenarten üblich, ihren Schwanz abwerfen (Autotomie), der aber nur noch verkrüppelt nachwächst. Es sind mehrere Sollbruchstellen vorhanden. Perleidechsen sind recht streitbar und verteidigen ihr Revier gegenüber Artgenossen erbittert. Dabei kommt es oft zu Beissereien, die in der Regel glimpflich enden. Als tagaktive Echse braucht die Perleidechse viel Sonne. Um ihren wechselwarmen (poikilothermen) Organismus auf „Betriebstemperatur“ zu bringen, sonnen sie sich oft ausgiebig im Sand oder auf Steinen. Im Winter hält sie etwa von November bis Februar eine Winterruhe. Sie hat eine Lebenserwartung von 9 bis 10 Jahren.

Verbreitung

Die Perleidechse kommt in weiten Teilen Mittel- und Südeuropas vor. Insbesondere Spanien, Südfrankreich, Norditalien und die Westalpen zählen zu ihren natürlichen Verbreitungsgebieten. Darüber hinaus ist sie im Nordwesten Afrikas beheimatet. Trockene und sandige bis steinige Habitate bilden ihren angestammten Lebensraum. Sie ist aber auch in Kulturlandschaften zu beobachten.

Nahrung

Die Perleidechse frisst überwiegend tierisches wie Insekten, Weichtiere, Wirbellose wie Skorpione aber auch kleine Säuger und kleinere Schlangen. Mit reifen Früchten wird ihr Speiseplan hier und da erweitert.

Fortpflanzung

Die Echse ist mit 1 bis 1,5 Jahren geschlechtsreif. Die Paarungszeit beginnt etwa 1 Monat nach der Winterruhe. Während dieser Zeit leben die Perleidechsen paarweise. Das Weibchen gräbt eine Grube in den sandigen Boden und legt bis zu 20 Eier in die Mulde. Sie wird nach der Eiablage sorgfältig mit Sand zugedeckt. Nach rund 65 bis 90 Tagen schlüpfen die Jungechsen, die eine Schlupflänge von 10 bis 11 cm haben. Sie haben zunächst eine bräunliche Tarnfärbung.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Manfred Rogner: Echsen, Bd.2, Warane, Skinke und andere Echsen sowie Brückenechsen und Krokodile. Ulmer (Eugen) (1994). ISBN 3800172534
  • Claus-Peter Hutter: Schützt die Reptilien. Das Standardwerk zum Schutz der Schlangen, Eidechsen und anderer Reptilien. Weitbrecht-Verlag in K. Thienemanns Verlag, Stuttgart und Wien, 1994 ISBN 3522304608
  • Dr. Wolf-Eberhard Engelmann, Jürgen Fritzsche, Dr. sc. Rainer Günther, Dipl.-Biol. Fritz Jürgen Obst: Lurche und Kriechtiere Europas (Beobachten und Bestimmen). Neumann Verlag GmbH, Radebeul, 1993 ISBN 3-7402-0094-4
  • Dr. Josef Blab, Hannelore Vogel: Amphibien und Reptilien erkennen und schützen. Alle mitteleuropäischen Arten. Biologie, Bestand, Schutzmaßnahmen. BLV Verlagsgesellschaft mbH, München Wien Zürich, 1996 ISBN 3-405-14936-3
  • Ralf Blauscheck: Amphibien und Reptilien Deutschlands. Landbuch-Verlag GmbH, Hannover, 1985 ISBN 3784203175

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