Onager

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Onager
Onager (Equus hemionus onager)

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Unpaarhufer (Perissodactyla)
Familie: Pferde (Equidae)
Gattung: Equus
Art: Asiatischer Esel (Equus hemionus)
Unterart: Onager
Wissenschaftlicher Name
Equus hemionus onager
Boddaert, 1785

IUCN-Status
Critically Endangered (CR)

Der Onager (Equus hemionus onager), auch als Persischer Halbesel bekannt, ist eine Unterart und zählt zur Art des Asiatischen Esel (Equus hemionus) und gehört zur Familie der Pferde (Equidae) sowie zur Gattung der Equus.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der robust gebaute Onager ist ein mittelgroßer Wildesel, der bis zu 200 Kg wiegen kann und eine Schulterhöhe von bis zu 120 cm aufweist. Das Fell ist überwiegend sandfarben bis hellbraun. Die Bauchseite, die Partie um die Schnauze sowie die Beine sind weißlich bis cremefarben. Die Hufe wie auch die Spitzen der Ohren sind schwärzlich gefärbt. Über dem gesamten Rücken verläuft ein dunkler Aalstrich, der weißlich eingefasst ist und sich bis zum Schwanz fortsetzt.

Unter allen Arten der Gattung Equus gilt der Onager als der ausdauernste und schnellste Läufer. Im Galopp kann er durchaus bis zu 70 km/h schnell rennen. Über längere Distanzen kann der Onanger Geschwindigkeiten von rund 50 km/h halten. Die sehr reinlichen Tiere nehmen besonders gerne Staubbäder, um sich lästiger Parasiten zu entledigen. Die heisse Tageszeit verbringen sie für gewöhnlich im Schatten von Bäumen oder hochgewachsenen Sträuchern.

Onager leben in kleinen Herden von bis zu 15 Tieren, die von einem Leithengst angeführt werden. Er sammelt mehrere Weibchen und deren Nachwuchs um sich. Das Revier und die Gruppe wird vom Hengst erbittert gegenüber Konkurrenten verteidigt. Männchen ohne eigenen Harem leben einzelgängerisch. Zu den Hauptfeinden der Onager zählt der Wolf. Andere Feinde halten sich in den kargen Gebieten kaum auf. Durch die starke Bejagung durch den Menschen und durch die Konkurrenz zu den Nutztieren der einheimischen Bevölkerung ist der Onager heute sehr selten geworden. Er lebt nur noch in kleinen Reservaten und steht auch dort kurz vor der Ausrottung.

Verbreitung

Das natürliche Verbreitungsgebiet erstreckt sich über die Wüstengebiete des Iran. Die Tiere leben in Steppen, Wüsten und Halbwüsten. Kleinere Populationen leben auch in Afghanistan und Turkmenistan. In der Wüste Negev, in Israel, wurde der Onager angesiedelt. Hier sollen heute rund 100 Tiere in Freiheit leben. Im Iran leben zur Zeit nur noch 500 Tiere. Über die weiteren Verbreitungsgebiete liegen keine verläßlichen Zahlen vor.

Nahrung

In ihren natürlichen Verbreitungsgebieten ist Nahrung rar. So fressen sie alles was sich verwerten läßt. Dazu gehören harte Gräser, Kräuter, Rinde und salzhaltige Pflanzen. Die Nähe zu Wässerlöchern oder Tränken ist lebensnotwendig. In weiten Teilen ihrer ursprünglichen Verbreitungsgebiete sind ihnen die Zugänge zum Wasser allerdings versperrt. Entweder die Tränken sind ausgetrocknet oder eingezäunt.

Fortpflanzung

Der Onanger erreicht die Geschlechtsreife mit rund drei Jahren. Innerhalb einer Herde wird das Weibchen vom Leithengst gedeckt. Nach einer Tragezeit von gut zwölf Monaten bringt das Weibchen ein Fohlen zur Welt, das kurz nach der Geburt der Mutter folgen kann. Es wird für etwa ein Jahr gesäugt. Onager können ein Alter von bis zu 24 Jahren erreichen.

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: Familie der Pferde (Equidae)

Literatur und Quellen

  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
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