Noddi

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Noddi

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neornithes)
Ordnung: Regenpfeiferartige (Charadriiformes)
Familie: Seeschwalben (Sternidae)
Gattung: Noddiseeschwalben (Anous)
Art: Noddi
Wissenschaftlicher Name
Anous stolidus
Linnaeus, 1758

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Noddi (Anous stolidus) zählt innerhalb der Familie der Seeschwalben (Sternidae) zur Gattung der Noddiseeschwalben (Anous) .

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Noddi erreicht eine Körperlänge von 40 bis 42 Zentimeter, eine Flügelspannweite von 80 bis 85 Zentimeter sowie ein Gewicht von gut 200 Gramm. Das Gefieder ist überwiegend dunkelbraun bis schwarzbraun gefärbt. Die erwachsenen Vögel haben eine weißliche bis gräuliche Kappe, bei den juvenilen Vögeln ist die Kappe braun gefärbt. Die Kappe reicht vom Schnabelansatz, über die Augen bis in den Nacken hinein. Der Schnabel ist mittellang, schwarz gefärbt und leicht nach unten gebogen. Die Extremitäten weisen eine bräunliche Färbung auf, die Krallen sind schwarz gefärbt. Die Geschlechter weisen bis auf einen kleinen Größenunterschied keinen Geschlechtsdimorphismus auf. Der Noddi ist ein guter, aber schwerfälliger Flieger. Noddis sind gesellige Vögel, die in der Regel in kleinen Gruppen anzutreffen sind. Sie sind vorwiegend in der Dämmerung und am Tage aktiv.

Verbreitung

Der Noddi ist in tropischen und subtropischen Verbreitungsgebieten zu Hause. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über Australien, Ozeanien, über die tropischen Gebiete des Pazifiks bis nach Mittelamerika und die Karibik. Kleinere Populationen leben auch im Indischen Ozean. Hier werden beispielsweise die Malediven besiedelt. In allen Verbreitungsgebieten gilt der Noddi als Standvogel. Zu Wanderungen kommt es eher selten. Bevorzugte Lebensräume sind die Küsten vom Festland und die einzelner Inseln. Lagunen und Außenriffe bieten den Vögeln einen geeigneten Lebensraum. Genistet wird an felsigen Küstenabschnitten.

Ernährung

Noddis ernähren sich hauptsächlich von kleineren Fischen, Tintenfischen und Kalmaren. Beutetiere werden kopfüber im Wasser erbeutet, wobei der Noddi nur unmittelbar unter der Wasseroberfläche jagt. Getaucht wird eher selten. Auf Nahrungssuche gehen die Vögel nur am Tage. Dabei sind Noddis meist in großen Gruppen zu beobachten.

Fortpflanzung

Der Noddi erreicht die Geschlechtsreife mit drei bis vier Jahren. Die Paarungszeit erstreckt sich über das Frühjahr und kann sich bin in den Frühsommer hinziehen. Genistet wird in größeren Kolonien an felsigen Küsten. Nicht selten nisten in einer Kolonie unterschiedliche Arten von Seeschwalben oder Seevögel im allgemeinen. Die einzelnen Nester befinden sich dabei dicht beieinander. Im Rahmen der Balz bieten sich die Partner gegenseitig Nahrung und Nistmaterial an. Die Balz geht mit aufgeregtem Geschrei und Geschnatter einher. Das Nest entsteht in einer Vertiefung am Boden. Eine Mulde wird spärlich mit kleinen Ästen und Reisig ausgelegt. Ausgepolstert wird das Nestinnere mit weichen Pflanzenteilen wie Algen oder ähnlichem. Das Weibchen legt in das fertig gestellte Nest ein Ei. Es wird über einen Zeitraum von 33 bis 35 Tagen von beiden Elternteilen ausgebrütet. Auch um die Versorgung des Kükens mit Nahrung kümmern sich beide Altvögel gleichermaßen. Flügge ist der Jungvogel etwa 45 bis 50 Tagen. Er bleibt dann aber für gewöhnlich noch einige Zeit bei seinen Eltern. Der Noddi hat eine Lebenserwartung von 20 bis 25 Jahren.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. hc Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

Links

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