Nilkrokodil

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Nilkrokodil

Systematik
Klasse: Reptilien (Reptilia)
Ordnung: Krokodile (Crocodilia)
Unterordnung: Vollkrokodile (Eusuchia)
Familie: Echte Krokodile (Crocodylidae)
Gattung: Crocodylus
Art: Nilkrokodil
Wissenschaftlicher Name
Crocodylus niloticus
Laurenti, 1768

IUCN-Status
Least Concern (LC) - IUCN

Das Nilkrokodil (Crocodylus niloticus) gehört innerhalb der Familie der Echten Krokodile (Crocodylidae) zur Gattung Crocodylus. Im Englischen wird dieses Krokodil Nile Crocodile genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Das Nilkrokodil erreicht eine durchschnittliche Größe von 4 bis 5 Meter, in seltenen Fällen auch bis 7 Meter. Dabei ist ein Gewicht von rund 1.000 Kg keine Seltenheit. Ihr Panzer ist auf der Oberseite in einem dunklen oliv gefärbt. Der Schwanz, der seitlicht abgeflacht ist, macht bei ihrem langgestreckten Körper etwa die Hälfte der Gesamtlänge aus. Im Nacken sind mehrere Querreihen von Höckern zu sehen. Die Rückenschilde sind in Quer- oder Längsreihen über die ganze Rückenfläche verteilt. Ihr ganzer Körperbau ist an das Leben und die Jagd im Wasser angepasst.

Ihre verschließbaren Nasenlöcher sowie die Augen liegen an der Oberseite des Kopfes. Ihre Augen sind durch eine Nickhaut geschützt, wodurch sie sehr gut tauchen können. Die Füsse des Nilkrokodils sind mit Schwimmhäuten und kräftigen Zehennägeln versehen. Sie sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber sieht man sie in der Regel beim Sonnenbad. Sie gehören zu den wechselwarmen Tiere und haben somit einen deutlich geringeren Stoffwechsel wie beispielsweise Säugetiere. In Zeiten knapper Nahrung können sie bis zu mehreren Monaten ohne Nahrung auskommen. Taucht das Nilkrokodil, so drückt sich seine mächtige Zunge gegen den Gaumen, so daß kein Wasser in Speise- und Luftröhre eindrigen kann.

Unterarten

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Verbreitung

Afrika gehört zum Hauptverbreitungsgebiet der Nilkrokodile. Unterarten und Populationen leben aber auch auf Madagaskar und einigen anderen Inseln. Sie leben sowohl im Süßwasser als auch im Brackwasser von Seen und Flüssen. Auch im Sumpfland und im zentralafrikanischen Regenwald sind sie regelmäßig anzutreffen. Sie leben in zum Teil größeren Gruppen.

Nahrung

Nilkrokodile fressen als reine Fleischfresser alles was sie erbeuten können. Dazu gehören neben Fischen (Actinopterygii) und Vögeln (Aves) vor allem auch größere Säugetiere (Mammalia) wie Zebras (Equus) und Hornträger (Bovidae) Afrikanische Büffel (Syncerus caffer). Selbst vor Aas machen sie nicht halt. Die kräftigen Zähne in ihrem Maul dienen nur zum Festhalten der Beute. Sie können damit nicht schneiden oder kauen. Kleine Beute wird im Ganzen verschlungen. Größere Beutetiere werden in Stücke gerissen. Dabei zerren oft mehrere Krokodile an einer Beute herum.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife wird mit etwa 8 bis 10 Jahren erreicht. Während der Paarungszeit beansprucht das Männchen ein Revier, das erbittert gegenüber Rivalen verteidigt wird. Die Paarung findet im Wasser statt. Etwa 5 Monate nach der Befruchtung legt das Weibchen zwischen 40 und 80 Eier in eine gegrabene Mulde. Nach der Eiablage verschließt sie das Loch mit Sand, der mittels der Hinterbeine über das Gelege geschoben wird. In Rund 90 Tagen werden die Eier durch die Nestwärme ausgebrütet. Während dieser Zeit bewacht das Weibchen das Gelege und nimmt auch keine Nahrung zu sich. Nach dem Schlupf ist das Weibchen dem Nachwuschs beim Verlassen des Nestes behilflich, indem sie sie ausgräbt und mit dem Maul zum Wasser trägt. Die geschlüpften Jungkrokodile haben eine Geburtslänge von etwa 25 bis 35 cm und werden nach dem Schlupf von ihren Eltern gegenüber Fressfeinden bewacht. Ihre Lebenserwartung liegt bei rund 60 Jahren.

Gefährdung

Modetrends wie Handtaschen und Schuhe etc. aus Krokodilleder, führte in weiten Teilen ihres natürlichen Verbreitungsgebietes zur völligen Ausrottung. Heute stehen diese Tiere nach dem Washingtoner Artenschutz-Übereinkommen unter strengem Schutz. Nilkrokodile werden in der Roten Liste des IUNC als bedrohte Art geführt.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Reinhard Radke, Krokodile. Expeditionen zu den Erben der Dinosaurier, Taschenbuch, Lübbe; Auflage: 1 (Oktober 2002) - ISBN 3785721056
  • Gunther Köhler, Krokodile Schildkröten Echsen, Herpeton; Auflage: 1. Aufl. (2000) - ISBN 3980621405
  • Günther Nietzke, Die Terrarientiere, Bd.3, Krokodile und Schlangen, Ulmer (Eugen); Auflage: 4., (Januar 2002) - ISBN 3800174596
  • Barbara Taylor, Krokodile, Franckh-Kosmos Verlag (2001) - ISBN 3440085481
  • Ludwig Trutnau, Krokodile, Taschenbuch, Westarp Wissenschaften, 2005 - ISBN 3894324201
  • Charles A. Ross, Krokodile und Alligatoren. Entwicklung, Biologie und Verbreitung,
    Bassermann; Auflage: 1 (Januar 2002) - ISBN 3572013194

Links

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