Nilgans

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Nilgans
Männchen

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Gänsevögel (Anseriformes)
Teilordnung: Anserides
Familie: Entenvögel (Anatidae)
Unterfamilie: Enten (Anatinae)
Tribus: Echte Gänse (Anserini)
Gattung: Nilgänse (Alopochen)
Art: Nilgans
Wissenschaftlicher Name
Alopochen aegyptiacus
Linnaeus, 1766

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Nilgans (Alopochen aegyptiacus) zählt innerhalb der Familie der Entenvögel (Anatidae) zur Gattung Nilgänse (Alopochen). Im Englischen wird die Art Egyptian Goose genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Nilgans erreicht je nach Geschlecht eine Größe von 63 bis 72 cm sowie ein Gewicht von 1,9 bis 2,4 kg. Das Männchen wird insgesamt größer als das Weibchen. Die Grundfärbung ist hellbraun. Die Oberseite des Gefieders ist deutlich dunkler und variiert zwischen graubraun und rotbraun. Hals und Kopf sind ebenfalls hellbraun. Die Augen adulter Vögel sind mit einem dunkelbraunen Augenring versehen. Auf der Brust ist ebenfalls ein dunkelbrauner Fleck zu sehen. Die Färbung der Geschlechter ist identisch, sie lassen sich lediglich anhand der Größe unterscheiden. Der Schnabel und die langen Beine sind blassrosa bis rosarot. Die Flügeldecken sind am Ansatz weiß und gehen zur Spitze in ein Dunkelgrau über, das teilweise metallisch schimmert. Die Lebenserwartung liegt bei 17 bis 20 Jahren.

Verbreitung

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet erstreckt sich über weite Teile Süd- und Ostafrikas. Sie besiedeln dort verschiedenste Habitate mit Wassernähe. Vor allem seichte Seen, Teiche, Tümpel und langsam fliessende Gewässer zählen zu ihren bevorzugten Lebensräumen. Sie sind in Höhen von über 3.000 Metern anzutreffen. In Europa zählt die Nilgans zu den besonders erfolgreichen Neozoen. Sie ist mittlerweile in weiten Teilen Süd- und Mitteleuropas zu Hause. In unseren Breitengraden sind sie an flachen Weihern, Seen, Tümpeln und Teichen zu Hause.

Nahrung

Die Nilgänse ernähren sich überwiegend von pflanzlicher Kosten. Man sieht sie oft auf Wiesen weiden oder im Flachwasser ihrer Lebensräume nach Nahrung grundeln. Hier und da fressen sie auch kleinere Insekten.

Fortpflanzung

Nilgans - Juvenil
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Nilgans - Juvenil
Nilgans - Juvenil
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Nilgans - Juvenil

Diese Gänse erreichen die Geschlechtsreife nach rund 2 Jahren und leben, nachdem sie einen Partner gefunden haben, in Dauereinehe. Während der Brutzeit verhalten sie sich sehr territorial und dulden keine anderen Enten- oder Gänsevögel in ihrer Nähe. Es wurde auch schon beobachtet, daß sie selbst große Graureiher angreifen, die sich dem Gelege oder der Brut näherten. Die Brutzeit erstreckt sich in ihrer eigentlichen Heimat von Juli bis Dezember, in Europa ab Mai bis Juli. Das Nest wird normalerweise am Boden zwischen dichter Uferbewachsung errichtet. Je nach Verbreitungsgebiet kann es aber auch vorkommen, daß sie in Felsspalten oder auf Bäumen (in verlassenen Nester anderer Vögel) brüten.

Das Weibchen legt zwischen 7 und 10 weiße Eier, die sie alleine in rund 30 Tagen ausbrütet. Der Ganter wacht in dieser Zeit über das Gelege und seine Partnerin. Nach dem Schlupf der Jungtiere beteiligt er sich an der Aufzucht des Nachwuchses. Die Aufzucht erfolgt in Flachwasserzonen innerhalb ihrer Habitate. Das Dunenkleid ist hellbraun bis dunkelbraun gefärbt. Nach etwa 3 Wochen zeigen sich bei den Küken die ersten kleinen Federn. Die Vollbefiederung erreichen sie nach etwa 8 bis 10 Wochen. Nach etwa 10 Wochen sind sie flügge und verlassen den Familienverband. Die Umfärbung zum adulten Gefieder geschieht gegen Ende des ersten Lebensjahres. Der charakteristische Augenring und der Brustfleck bilden sich ab dem 5. Lebensmonat.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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