Neotoma micropus

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Neotoma micropus

Systematik
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Mäuseverwandte (Myomorpha)
Teilordnung: Myodonta
Überfamilie: Hamster- und Mäuseartige (Muroidea)
Familie: Wühler (Cricetidae)
Unterfamilie: Neuweltmäuse (Sigmodontinae)
Tribus: Neotomini
Gattung: Amerikanische Buschratten (Neotoma)
Art: Neotoma micropus
Wissenschaftlicher Name
Neotoma micropus
Baird, 1855

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Neotoma micropus zählt innerhalb der Familie der Langschwanzmäuse (Muridae) zur Gattung der Amerikanischen Buschratten (Neotoma). Innerhalb der Gattung zählt man Neotoma micropus zur Untergattung der Neotoma. Ein deutsches Synonym ist nicht bekannt. Im Englischen wird die Art Neotoma micropus Southern Plains Woodrat genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Neotoma micropus ist eine mittelgroße, robust gebaute Buschratte und erreicht eine Gesamtlänge von 31,0 bis 41,1 Zentimeter, eine Schwanzlänge von 13,0 bis 17,5 Zentimeter, eine Hinterfußlänge von 3,5 bis 4,5 Zentimeter, eine Ohrlänge von 2,4 bis 2,9 Zentimeter sowie ein Gewicht von 180 bis 315 Gramm. Weibchen bleiben ein wenig kleiner und leichter als Männchen. Das Fell weist dorsal eine aschgraue bis graubraune Grundfärbung auf. Der fein behaarte Schwanz ist an der Oberseite dunkelgrau und an der Unterseite hellgrau bis weißlich gefärbt. Ventral zeigt sich eine hellgraue bis weißliche Färbung, die sich auch im Kehlbereich fortsetzt. Die großen und rundlich geformten Ohren weisen kein Fell auf und liegen weit hinten am Kopf. Die Augen sind knopfartig rundlich und dunkel gefärbt. Im Bereich der Schnauze zeigen sich lange Tasthaare, die sogenannten Vibrissen. Das Gebiss besteht aus 16 Zähnen, die zahnmedizinische Formel lautet 1/1, 0/0, 0/0, 3/3. Pro Saison kommt es zu zwei Fellwechseln, der erste Fellwechsel wird im Frühjahr, der zweite wird im späten Herbst oder im frühen Winter vollzogen. Die mittlere Körpertemperatur schwankt zwischen 36 und 38,8 Grad Celsius.

Lebensweise

Neotoma micropus gilt als ausgesprochen territorial. In der Regel überlappen sich die Reviere einzelner Familiengruppen nicht. Dennoch kommt es gelegentlich zu aggressiven Kämpfen zwischen den Mitgliedern einzelner Familien. Männchen verhalten sich dabei besonders aggressiv. Die Kommunikation untereinander erfolgt überwiegend über den Geruchssinn. Dabei spielt Urin und Sekrete aus ventralen Drüsen eine große Rolle. Beides dient auch der Reviermarkierung. Ein weiteres Kommunikationsinstrument sind die Vibrissen, die als Tastorgan dienen. Neotoma micropus ist nachtaktiv.
Lebensraum- und Nahrungskonkurrent: Eselhase (Lepus californicus)
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Lebensraum- und Nahrungskonkurrent: Eselhase (Lepus californicus)
Die Hauptaktivität entfalten die Tiere zwischen der Dämmerung und Mitternacht. Während der Ruhephasen halten sich die Tiere in ihren unterirdischen Bauten auf. Hier bringen die Weibchen auch ihren Nachwuchs zur Welt. Die Höhlensysteme verfügen über durchschnittlich drei bis fünf Ein- und Ausgänge. Ein Bau besteht in der Regel aus einer zentralen Wohnkammer und mehreren Vorratskammern. Die Wohnkammer ist üblicherweise mit weichen Gräsern ausgepolstert. Dies ist vor allem während der Aufzuchtzeit des Nachwuchses der Fall.

Aufgrund von Feldstudien wurde festgestellt, das die Populationsdichte je nach Lebensraum zwischen 14 und 18 Tiere je Hektar liegt. Regional kann sich die Populationsdichte jedoch stark unterscheiden. Die übliche Reviergröße einer Familiengröße schwankt zwischen 970 und 1.350 Quadratmeter. Es wurden jedoch auch kleinere und größere Reviere festgestellt. Je nach Verbreitungsgebiet und Lebensraum des Neotoma micropus zählen zahlreiche andere Säugetiere (Mammalia), insbesondere Nagetiere (Rodentia), zu den Lebensraum- und Nahrungskonkurrenten. Dazu gehören insbesondere Taschenratten (Geomyidae), Weißfußmäuse (Peromyscus), Grashüpfermäuse (Onychomys), Fleckenziesel (Spermophilus spilosoma), Mexikanische Ziesel (Spermophilus mexicanus), Eselhasen (Lepus californicus), Florida-Waldkaninchen (Sylvilagus floridanus), Reisratten (Oryzomys), Amerikanische Erntemäuse (Reithrodontomys), Amerikanische Zwergmäuse (Baiomys), Baumwollratten (Sigmodon hispidus), Kleinohrspitzmäuse (Cryptotis), Hausmäusen (Mus musculus) und Neunbinden-Gürteltieren (Dasypus novemcinctus).

Unterarten

Wissenschaftlicher Name Erstbeschreiber IUCN-Status Vorkommen
Neotoma micropus canescens Allen, 1891 LC südöstliches Colorado, südwestliches Kansas, New Mexiko,
westliches Oklahoma, westliches Texas, nördliches Mexiko
Neotoma micropus leucophaea Goldman, 1931 LC zentrales New Mexiko (White Sands)
Neotoma micropus littoralis Goldman, 1905 LC nordöstliches Mexiko (Bundesstaat Tamaulipas)
Neotoma micropus micropus Baird, 1855 LC westliches Texas, nordwestliches Mexiko
Neotoma micropus planiceps Goldman, 1905 LC nordöstliches Mexiko (Rio Verde)

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet von Neotoma micropus reicht im Süden Nordamerikas vom südlichen Colorado und Kansas, über New Meiko und Texas bis in die nördlichen und nordöstlichen Bundesstaaten Mexikos. Die Tiere leben überwiegend in steinigen und felsigen Buschland. Neben Büschen sind die offenen und halbariden Lebensräume vor allem durch kurzes Gras und Opuntien (Opuntia) gekennzeichnet. Die Tiere sind darüber hinaus auch in Halbwüsten und den Randbereichen von Wüsten anzutreffen. Obwohl meist felsige und steinige Habitate besiedelt werden, klettern die Tiere nur selten auf Felsen oder ähnlichen Erhöhungen herum. Die Eingänge zu ihren Bauten liegen meist gut geschützt unter dornigen Büschen oder ähnlichen Gewächsen.

Prädatoren, Parasiten

Zu den natürlichen Feinden von Neotoma micropus gehören vor allem Greifvögel (Falconiformes) und Eulen (Strigiformes) wie Weißschwanzbussarde (Buteo albicaudatus), Wegekuckucke (Geococcyx californianus), Schleiereulen (Tyto alba) und Virginia-Uhus (Bubo virginianus). Aber auch verschiedene Säugetiere (Mammalia) stellen den Tieren nach. Dazu gehören insbesondere Nordamerikanische Waschbären (Procyon lotor), Rotfüchse (Vulpes vulpes), Kojoten (Canis latrans) und Rotluchse (Lynx rufus). In Texas und New Mexiko gehören auch Texas-Klapperschlangen (Crotalus atrox) zu den natürlichen Feinden. In einigen Teilen der Verbreitungsgebiete ist die Rote Feuerameise (Solenopsis invicta) weit verbreitet. Sie stellt vor allem den Jungtieren in den Nestern nach. Weitere Plagegeister sind Ektoparasiten wie Schildzecken (Ixodidae), Flöhe (Siphonaptera) wie Foxella ignota, der Rattenfloh (Xenopsylla cheopsis) und der Menschenfloh (Pulex irritans). Darüber hinaus beherbergt Neotoma micropus unzählige Endoparasiten.

Ernährung

Neotoma micropus ernährt sich fast ausschließlich von pflanzlicher Nahrung. Dazu gehören Kakteen, Blätter, Wurzeln, Früchte und Beeren, Gräser und Kräuter sowie Sämereien und Nüsse. Weit oben auf der Speisekarte stehen Früchte der Opuntien (Opuntia) und der Yucca (Yucca glauca). Auf Trinkwasser sind die Tiere nicht angewiesen, ihren Wasserbedarf stillen sie ausschließlich über die Nahrung.

Fortpflanzung

Neotoma micropus erreicht die Geschlechtsreife im Alter von 10 Monaten. Die Paarungszeit erstreckt sich über das Frühjahr. Neotoma micropus lebt in monogamen Familiengruppen. Während einer Saison kommt es nur zu einem Wurf. Nach einer Tragezeit von 33 bis 35 Tagen bringt das Weibchen in ihrem Nest zwei bis vier Jungtiere zur Welt. Ein durchschnittlicher Wurf besteht dabei aus drei Jungtieren. Je nach klimatischen Bedingungen kann die Tragezeit zwischen 30 und 39 Tage variieren. Kurz bevor der Nachwuchs zur Welt kommt, schwellen die Zitzen deutlich sichtbar an. Rund um die Zitzen ist die Haut nackt und das Fell wächst später wieder nach. Der Nachwuchs weist ein Geschlechtsverhältnis von durchschnittlich 1:1 bis 2:1 auf (Männchen, Weibchen). Die Neugeborenen weisen eine Gesamtlänge von 9,3 bis 9,6 Zentimeter, eine Schwanzlänge von 2,5 bis 2,5 Zentimeter, eine Ohrlänge von 0,6 Zentimeter, eine Hinterfußlänge von 1,4 Zentimeter sowie ein Gewicht von 10 bis 13 Gramm auf. Die Ohren öffnen sich im Alter von 14 Tagen, die Augen öffnen sich erstmals nach 15 Tagen und das juvenile Fell stellt sich gegen Ende der dritten Lebenswoche ein. Aufgrund der fettreichen Milch wachsen sie sehr schnell heran. Nach bereits vier Wochen werden sie von der Muttermilch entwöhnt und nehmen feste Nahrung zu sich. Im Alter von drei Monaten sind die Jungtiere selbständig. Sie verbleiben meist bis zum Erreichen der Geschlechtsreife im Familienverband.

Ökologie Gefährdung und Schutz

Neotoma micropus bildet die Nahrungsgrundlage für eine Reihe von Fleischfressern und ist somit ein wichtiger Teil der Nahrungskette im Ökosystem. Darüber hinaus regulieren sich die Bestände in der Natur alleine. In nahrungsreichen Jahren kann es dabei durchaus zu einer explosionsartigen Vermehrung kommen. In mageren Jahren sinkt die Population entsprechend. In der Nähe landwirtschaftlicher Flächen werden die Tiere aufgrund ihrer relativ geringen Populationsdichte nicht als Schädling angesehen. Dennoch stehen sie in Nahrungskonkurrenz zum Weidevieh der Farmer. Neotoma micropus gilt heute noch nicht als gefährdet. Daher wird die Art in der Roten Liste der IUCN als nicht gefährdet (LC, Least Concern) geführt.

Anhang

Literatur und Quellen

Qualifizierte Weblinks

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