Nelsons Kängururatte

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Nelsons Kängururatte
Foto/Zeichnung folgt.

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Mäuseverwandte (Myomorpha)
Familie: Taschenratten (Geomyidae)
Unterfamilie: Heteromyinae
Tribus: Dipodomyini
Gattung: Dipodomys
Art: Nelsons Kängururatte
Wissenschaftlicher Name
Dipodomys nelsoni
Merriam, 1907

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Nelsons Kängururatte (Dipodomys nelsoni) zählt innerhalb der Familie der Taschenratten (Geomyidae) zur Gattung Dipodomys. Im Englischen wird die Art Nelson's Kangaroo Rat genannt. Der Gattungsname stammt aus dem Griechischem und bedeutet di = "zwei", podos = "Fuß" und myos = "Maus". Grund für diesen Gattungsnamen ist die bipedale Fortbewegungsmethode. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt (Hayssen, 1991; Best, 1988).

Inhaltsverzeichnis

Erkennung und Unterschiede

Die Nelsons Kängururatte ist eng mit der Fahnenschwanz-Kängururatte (Dipodomys spectabilis) verwandt wobei Dipodomys spectabilis deutlich größer ist. In den externen Merkmalen ähneln sih beide Arten hingegen sehr (Best, 1988).

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Nelsons Kängururatte ist die größte Art innerhalb der Gattung. Der Kopf ist relativ groß, der Nacken kurz und die Augen sind groß. Der Schwanz ist länger als der Körper selbst. Die Hinterfüße sind relativ groß. Das weiche Fell ist dorsal hellbraun gefärbt, ventral zeigt sich eine weißliche Färbung. Auf den Schwanz sind lateral weiße Streifen erkennbar. Männchen erreichen eine Gesamtlänge von 318,9 mm, eine Körperlänge von 128,3 mm, eine Schwanzlänge von 190,6 mm, eine Hinterfußlänge von 66,6 mm, eine Ohrlänge von 23,1 mm, basal eine Schädellänge von 24,6 mm, eine größte Schädellänge von 42,6 mm, eine Schädeltiefe von 14,5 mm, eine Schädelbreite von 27,2 mm sowie ein Gewicht von 92,8 g. Weibchen erreichen eine Gesamtlänge von 311,8 mm, eine Körperlänge von 127,1 mm, eine Schwanzlänge von 184,7 mm, eine Hinterfußlänge von 62,0 mm, eine Ohrlänge von 23,1 mm, basal eine Schädellänge von 24,4 mm, eine größte Schädellänge von 42,1 mm, eine Schädeltiefe von 14,4 mm, eine Schädelbreite von 27,0 mm sowie ein Gewicht von 84,4 g. Weibchen sind demnach ein wenig kleiner und leichter als Männchen (Best, 1988).

Lebensweise

Nelsons Kängururatten sind das ganze Jahr über aktiv. Eine Winterwuhe wird demnbach nicht gehalten. Die Tiere sind überwiegend in der Nacht aktiv. Während der Ruhephasen halten sich die Tiere in ihren Erdbauten auf, die über mehrere, nicht selten bis zu 6 Ein- und Ausgänge verfügen. Die Art lebt strikt einzelgängerisch. Bei Gruppen handelt es sich ausschließlich um Weibchen mit ihrem Nachwuchs. Die Reviere der Männchen überlappen sich mit Revieren mehrerer Weibchen. Über das Fortpflanzungsverhalten und die Ernährung ist kaum etwas bekannt (Best, 1988).

Verbreitung und Lebensraum

Nelsons Kängururatten sind in der Mexikanischen Hochebene im nördlichen Coahuila und im südlichen Chihuahua zwischen San Luis Potosi und Nuevo Leon endemisch. Die Nelsons Kängururatte lebt fast ausschließlich in ariden Wüstenregionen mit wenig Grünwuchs. Zu den typischen Pflanzen in diesem Lebensraum gehören Hülsenfrüchtler (Fabaceae) wie Prosopis juliflora und Akazien (Acacia), Jochblattgewächse (Zygophyllaceae) wie Kreosotbusch (Larrea tridentata), Spargelgewächse (Asparagaceae) wie Yuccas (Yucca) und Agaven (Agave) und Heidekrautartige (Ericales) wie Fouquieria splendens. Die Vorkommen erstrecken sich in Höhenlagen von 300 bis 1.500 m über NN (Best, 1988; IUCN, 2013).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Nelsons Kängururatten gehören heute noch nicht zu den bedrohten Arten. In der Roten Liste der IUCN wird die Art daher in der Kategorie LC, Least Concern, geführt. Im ökologioschen Gleichgewicht spielen Nelsons Kängururatten eine große Rolle, da sie zum einen für die Verbreitung von Saatgut verantwortlich sind, zum anderen kleinen und größeren Raubtieren als Beute dienen. Größere Gefahren sind trotz des kleinen Verbreitungsgebietes nicht bekannt (Best, 1988; IUCN, 2013).

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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