Natterkopf-Mauerbiene

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Natterkopf-Mauerbiene

Taxonomie
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Überordnung: Neuflügler (Neoptera)
Ordnung: Hautflügler (Hymenoptera)
Unterordnung: Taillenwespen (Apocrita)
Teilordnung: Stechimmen (Aculeata)
Überfamilie: Bienen und Grabwespen (Apoidea)
Familie: Megachilidae
Gattung: Mauerbienen (Osmia)
Art: Natterkopf-Mauerbiene
Wissenschaftlicher Name
Osmia adunca
(Panzer, 1798)

Die Natterkopf-Mauerbiene (Osmia adunca), auch unter den Synonymen Apis adunca und Hoplitis adunca sowie unter der Bezeichnung Glänzende Natterkopf-Mauerbiene bekannt, zählt innerhalb der Familie Megachilidae zur Gattung der Mauerbienen (Osmia). Die Art ist monotypisch, demnach sind keine Unterarten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Natterkopf-Mauerbiene erreicht eine Körperlänge von etwa 8,0 bis 12,0 Millimeter. Zwischen den Geschlechtern besteht in der Größe kein Dimorphismus, jedoch in der Färbung und im Aussehen. Das Weibchen ist lang und schlank sowie spärlich behaart. Der Thorax weist eine hellbraune Färbung auf. Die Bauchbürste ist dagegen weiß getönt. Die Rückenplatten (Tergite) sind mit schmalen Endbinden versehen und kurz behaart, schwarz gefärbt, glänzend und mit großen Punktzwischenräumen ausgestattet. Die Tibiensporne weisen eine schwarze Tönung auf. Das Männchen ist dicht und intensiv rostrot behaart. Die Fühler sind beim Männchen deutlich breit gedrückt. Die Unterseite der Glieder fünf bis elf sind intensiv rötlich-gelb gefärbt. Die Rückenplatte (Tergit) 6 ist am Endrand seitlich mit einem Zahn versehen. Die Rückenplatte 7 ist breit und wirkt fast rechteckig. Das Männchen ist im Gegensatz zum Weibchen etwas kleiner und deutlich schlanker und hat einen schmäleren Kopf. Des Weiteren weist das Männchen grüne Augen auf.

Lebensweise

Die Natterkopf-Mauerbiene kommt dort vor, wo Rauhblattgewächse wie Natternkopf (Echium) wachsen. Vor allem Echium vulgare und Echium plantagineum werden gerne von der Natterkopf-Mauerbiene bevorzugt. Die Lebensräume der Natterkopf-Mauerbiene sind Kiesgruben, Steinbrüche, Brachen, Ruderalflächen, Parks mit geeigneten Niststrukturen und Natternkopf-Beständen in der Nähe.
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Natterkopf-Mauerbiene
Bevorzugte Nistplätze sind Felswände, Steinmauern, abgestorbene Bäume sowie Löß- und Lehmwände. Die Natternkopf-Mauerbiene bringt eine Generation pro Jahr und die Flugzeit findet in den Monaten von Mitte Juni bis Ende Juli statt, manchmal zieht sich die Fortpflanzungszeit auch bis in den September hinein.

Verbreitung

Die Natterkopf-Mauerbiene ist in Südeuropa und Mitteleuropa verbreitet. In Deutschland kommt die Natterkopf-Mauerbiene in höherer Dichte vor, während sie im Norden nur vereinzelt auftritt. Auch in Österreich sowie in der Schweiz ist die Natterkopf-Mauerbiene verbreitet. Im südwestlichen Deutschland hält sich die Natterkopf-Mauerbiene unter 500 Metern auf und im oberen Donautal kommt sie in einer Höhe von etwa 800 Meter vor. In den Alpen tritt die Natterkopf-Mauerbiene sogar in einer Höhe von bis zu 2.100 Metern auf.

Ernährung

Die Natterkopf-Mauerbiene ernährt sich rein vegetarisch von Pollen und Nektar. Über die Aufnahme von Pollen deckt sie ihren Eiweißbedarf.
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Die Natterkopf-Mauerbiene weist dabei ein polylektisches (unspezialisiertes) Pollensammelverhalten auf. Meist sucht die Natterkopf-Mauerbiene ihre Nahrung auf den Blüten von Natternkopf-Pflanzen wie zum Beispiel Echium vulgare und Echium plantagineum.

Fortpflanzung

Die Natternkopf-Mauerbiene bringt eine Generation pro Jahr und die Flugzeit findet in den Monaten von Mitte Juni bis Ende Juli statt, manchmal zieht sich die Fortpflanzungszeit auch bis in den September hinein. Bevorzugte Nistplätze sind Felswände, Steinmauern, abgestorbene Bäume sowie Löß- und Lehmwände. Als Baummaterial verwendet die Natterkopf-Mauerbiene Mörtel aus Sand und Lehm sowie aus kleinen Steinchen. Der Nestverschluß selbst besteht aus unterschiedlichen Materialien wie zum Beispiel aus verwittertem Holz. In einem angelegten befinden sich Brutzellen. In einer Brutzelle werden Nektar und Pollen für die Larve angelegt und auf dem Proviant wird das glänzende Ei geklebt. Die Überwinterung der Larve findet in einem seidigen, weißlichen Kokon statt.

Anhang

Siehe auch

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Literatur und Quellen

  • Glänzende Natterkopf-Mauerbiene (Osmia adunca) (Panzer 1798)
  • Heiko Bellmann: Insekten (ohne Schmetterlinge). Erkennen und Bestimmen. 2002 by Mosaik Verlag in der Verlagsgruppe FALKEN/Mosaik, einem Unternehmen der Verlagsgruppe Random House GmbH, 81673 München / 5 4 3 2 1. ISBN 3-576-11476-9
  • Dr. Helgard Reichholf-Riem: Steinbachs Naturführer. Insekten. Mit Anhang Spinnentiere. München: Mosaik Verlag GmbH, München 1984. ISBN 3-570-01187-9
  • Michael Chinery: Pareys Buch der Insekten: Ein Feldführer der europäischen Insekten. Übersetzt und bearbeitet von Dr. Irmgard Jung und Dieter Jung. Verlag Paul Parey 1987. Hamburg und Berlin. ISBN 3-490-14118-0
  • Ake Sandhall, übersetzt von Dr. Wolfgang Dierl: BLV Bestimmungsbuch 15. Insekten und Weichtiere. Niedere Tiere und ihre Lebensräume-Gliedertiere, Würmer, Nesseltiere, Weichtiere, Einzeller. BLV Verlagsgesellschaft mbH, München Wien Zürich 1984. ISBN 3-405-11390-3
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