Nashornkäfer

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Nashornkäfer

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Käfer (Coleoptera)
Unterordnung: Polyphaga
Teilordnung: Scarabeiformia
Überfamilie: Scarabaeoidea
Familie: Blatthornkäfer (Scarabaeidae)
Unterfamilie: Dynastinae
Gattung: Oryctes
Art: Nashornkäfer
Wissenschaftlicher Name
Oryctes nasicornis
(Linnaeus, 1746)

Der Nashornkäfer (Oryctes nasicornis) zählt innerhalb der Familie der Blatthornkäfer (Scarabaeidae) zur Gattung Oryctes. Erstmals beschrieben wurde er im Jahre 1746 von dem schwedischen Naturwissenschaftler Carl von Linné. Im Englischen wird der Nashornkäfer european rhinoceros beetle genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Nashornkäfer erreicht eine Körperlänge von 25 bis 40 Millimeter. Die Geschlechter weisen einen deutlichen Geschlechtsdimorphismus auf. Das Männchen weist am Kopf ein ausladendes Horn auf, das leicht nach hinten gebogen ist. Beim Weibchen fehlt dieses Horn und der vordere Hornschild ist relativ glatt. An den unteren Flanken, zwischen den Flügeldecken sowie an den obeneren Segmenten der Extremitäten zeichnet sich eine bräunliche Behaarung ab. Die Färbung des Chitinpanzers variiert zwischen rostbraun und fast schwarz. Wie alle Käfer, so hat auch der Nashornkäfer sechs Beine, die an den Enden hakenförmige Gebilde aufweisen.

Lebensweise

Der Nashornkäfer ist ein dämmerungs- und nachtaktiver Käfer. Die Flugzeit erstreckt sich meist über Juni bis August.

Unterarten

Larve des Nashornkäfers
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Larve des Nashornkäfers
  • Oryctes nasicornis afghanistanicus - Endrödi, 1938
  • Oryctes nasicornis chersonensis - Minck, 1915
  • Oryctes nasicornis corniculatus - Villa & Villa, 1833
  • Oryctes nasicornis edithae - Endrödi, 1938
  • Oryctes nasicornis grypus - (Illiger, 1803)
  • Oryctes nasicornis hindenburgi - Minck, 1915
  • Oryctes nasicornis holdhausi - Minck, 1914
  • Oryctes nasicornis illigeri - Minck, 1915
  • Oryctes nasicornis kuntzeni - Minck, 1914
  • Oryctes nasicornis latipennis - Motschulsky, 1845
  • Oryctes nasicornis mariei - (Bourgin, 1949)
  • Oryctes nasicornis nasicornis - (Linnaeus, 1758)
  • Oryctes nasicornis ondrejanus Minck, 1916</small>
  • Oryctes nasicornis polonicus - Minck, 1916
  • Oryctes nasicornis przevalskii - Semenow & Medvedev, 1932
  • Oryctes nasicornis punctipennis - Motschulsky, 1860
  • Oryctes nasicornis shiraticus - Endrödi & Petrovitz, 1974
  • Oryctes nasicornis transcaspicus - Endrödi, 1938
  • Oryctes nasicornis turkestanicus - Minck, 1915

Verbreitung

Puppe des Nashornkäfers
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Puppe des Nashornkäfers

Der Nashornkäfer ist in weiten Teilen Europas verbreitet. Er kommt zudem auch im Norden Afrikas sowie im Osten bis nach Mittelasien vor. Sie leben meist in Laubwäldern mit reichlich Totholz. Bevorzugt werden dabei Eichenwälder. Sie sind sowohl im Tieflandwald also auch in Höhenlagen der Vorgebirge anzutreffen.

Ernährung

Die fertigen Käfer ernähren sich ausschließlich von Baumsäften und dem Saft von überreifen Früchten. Die Larven ernähren sich von Zellulose. Magen und Darm der Larven haben sich dieser Nahrung hervoragend angepasst.

Fortpflanzung

Die Eiablage erfolgt meist im Hochsommer. Das Weibchen legt kleine gelbliche Eier, die eine Länge von 5 Millimeter aufweisen, einzeln in Totholz oder Komposthaufen ab. Die Larven weisen je nach Alter eine Länge von 10 bis 30 Millimeter auf. Das Larvenstadium kann sich über zwei bis fünf Jahre erstrecken. Während dieser Zeit kommt es zu drei Häutungen. Nach der dritten Häutung verpuppt sich die Larve in einen Kokon, der aus Erde und Sägemehl besteht. Der Schlupf erfolgt meist im späten Frühling, selten auch erst im Sommer. Die fertigen Nashornkäfer haben eine Lebensdauer von zwei bis drei Monate.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Kurt Günther, Hans-Joachim Hannemann, Fritz Hieke: Urania Tierreich, 6 Bde., Insekten . Deutsch Harri GmbH; Auflage: 5, 1990 ISBN 387144944X
  • Dr. Franz Bachmaier, Dr. Wolfgang Dierl, Dr. Eberhard Ernst, Prof. Dr. Bernhard Grzimek, Prof. Dr. Hubert Markl, Dr. Werner Rathmayer, Prof. Dr. Peter Rietschel, Prof. Dr. Friedrich Schaller, Dr. Richard Zur Strassen, Dr. Heinz Wundt, Dr. Dr. Fritz Zumpt: Grzimeks Tierleben. Enzyklopädie des Tierreichs. Insekten. Zweiter Band. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München, Oktober 1993 ISBN 3-423-05970-2

Weblink

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