Nördliches Palmenhörnchen

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Nördliches Palmenhörnchen

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Schönhörnchen (Callosciurinae)
Überordnung: Hörnchen (Callosciurinae)
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Hörnchenverwandte (Sciuromorpha)
Teilordnung: Sciurida
Überfamilie: Hörnchenartige (Sciuroidea)
Familie: Hörnchen (Sciuridae)
Unterfamilie: Erd- und Baumhörnchen (Sciurinae)
Tribus: Palmenhörnchen (Funambulini)
Gattung: Gestreifte Palmenhörnchen (Funambulus)
Art: Nördliches Palmenhörnchen
Wissenschaftlicher Name
Funambulus pennantii
Wroughton, 1905

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Das Nördliche Palmenhörnchen (Funambulus pennantii) zählt innerhalb der Familie der Hörnchen (Sciuridae) zur Gattung der Gestreiften Palmenhörnchen (Funambulus). Im Englischen wird das Nördliche Palmenhörnchen northern palm squirrel oder five-striped palm squirrel genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Das Nördliche Palmenhörnchen erreicht eine Körperlänge von etwa 230,0 bis 356,0 Millimetern, einschließlich des Schwanzes. Der Schwanz allein macht etwa die Hälfte der gesamten Körperlänge aus. Das Gewicht beträgt etwa 147,0 Gramm. Es ist wenig über die metabolische Rate dieses Tieres bekannt. Einige der wichtigsten physikalischen Eigenschaften sind die Streifen auf dem Rücken. In der Regel befinden sich leicht farbige Streifen auf dem Rücken. Die Farbe des Körpers reicht von Graubraun bis fast Schwarz, während der Kopf in der Regel grau bis braun, manchmal auch rötlich gefärbt ist. Wenig ist über die maximale oder erwartete Lebensdauer des Tieres bekannt. Allerdings lebte ein Individuum für fast 5 Jahre in Gefangenschaft und wurde dann in einem Alter von 6 bis 7 Jahren in die freie Wildbahn entlassen (Nowak, 1999).

Lebensweise

Das Nördliche Palmenhörnchen ist gesellig und lebt mit bis zu 10 anderen Individuen im gleichen Baum. Es ist ein sehr aktives Tier und verbringt einen Großteil seines Tages mit der Nahrungssuche. Meist sucht das Nördliche Palmenhörnchen seine Nahrung auf Bäumen, aber oft findet man das Tier bei der Nahrungssuche auch am Boden. Die meisten Aktivitäten, einschließlich Nahrungssuche, Aufzucht, Spielen finden bei Tageslicht statt. Die Männchen weisen in der Regel größere Reviere von etwa 0,21 Hektar auf als die Weibchen, die über eine Reviergröße von rund 0,15 Hektar verfügen. Das Nördliche Palmenhörnchen nimmt seine Umwelt durch Seh-, Tast- und Geruchssinn sowie durch Akustik wahr. Es nutzt das Sehen, Fühlen und Riechen für die Suche nach Nahrung. Die Rufe und das visuelle Sehen werden in der intraspezifischen Kommunikation eingesetzt. Das Nördliche Palmenhörnchen ist für seine wiederholten, schrillen Rufe bekannt, die sich wie Vogel-Laute anhören. Die Verwendung von Duftnoten oder Pheromonen sind in der Literatur nicht bekannt (Mitchell, 1979).

Unterarten

Nördliches Palmenhörnchen
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Nördliches Palmenhörnchen
  • Funambulus pennantii pennantii - Wroughton, 1905
  • Funambulus pennantii argentescens - Wroughton, 1905
  • Funambulus pennantii lutescens - Wroughton, 1905
  • Funambulus pennantii chhattisgarhi - Ghose, Mandal & Ghose, 2004
  • Funambulus pennantii gangutrianus - Ghose, Mandal & Ghose, 2004

Verbreitung

Das Nördliche Palmenhörnchen stammt aus Indien, Iran, Nepal und Pakistan, jedoch ist es auch in Afghanistan zu finden. In den genannten Gebieten ist das Nördliche Palmenhörnchen weit verbreitet und in seinem Lebensraum ziemlich flexibel. Normalerweise lebt es in Höhen bis 4.000 Meter, jedoch kommt es auch im Grasland, Buschland, in Plantagen sowie in tropischen bis subtropischen trockenen Laubwäldern vor.

Ernährung

Nördliches Palmenhörnchen
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Nördliches Palmenhörnchen

Das Nördliche Palmenhörnchen ist ein Allesfresser. In der Regel ist es auf eine Vielzahl von Nahrungsmitteln eingestellt. Dazu zählen unter anderem Samen, Nüsse, Knospen, junge Rinde, Blätter, Blumen sowie Insekten und deren Larven. Es ist auch dafür bekannt, dass das Nördliche Palmenhörnchen Jungvögel verspeist. Das Nördliche Palmenhörnchen legt auch Nahrungs-Vorräte für die spätere Verwendung an (Nowak, 1999).

Prädatoren

Über die natürlichen Feinde ist wenig bekannt. Jedoch nimmt man an, dass Greifvögel in der gleichen Region, wo Nördliche Palmenhörnchen leben, zu den Hauptfeinden zählen. Schlangen können ebenfalls Jagd auf Nördliche Palmenhörnchen machen.

Fortpflanzung

Das Nördliche Palmenhörnchen ist in der Lage, das ganze Jahre über zu reproduzieren. Allerdings treten die Spitzenzeiten von März bis April und von Juli bis September auf. Weibchen habe zwei bis drei Würfe im Jahr. Die Wurfgröße reicht von 1 bis 5, wobei 3 Jungtiere die Norm ist. Weibchen habe eine Tragzeit von 40 bis 45 Tagen. Das Gewicht der Jungtiere beträgt in der Regel 7,0 Gramm. Das Weibchen umsorgt die Jungen für etwa zwei Monate. Männchen und Weibchen erreichen die Geschlechtsreife zwischen 6 und 11 Monate. Männchen erreichen im Allgemeinen die Geschlechtsreife mit 10 Monaten, während die Weibchen die Geschlechtsreife etwa mit 7 bis 8 Monaten erreichen. Die Männchen beteiligen sich nicht an der Aufzucht der Jungen und neigen dazu, die Weibchen 1 bis 2 Tage nach der Paarung zu verlassen. Das Weibchen investiert viel Zeit für den Bau eines großen Nestes und pflegt und beschützt die Jungen etwa zwei Monate lang (Nowak, 1999).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gehört das Nördliche Palmenhörnchen heute noch nicht zu den bedrohten Arten. Es ist in weiten Teilen des Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt das Nördliche Palmenhörnchen selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird es als least concern (nicht gefährdet) geführt.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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