Nördlicher Kupferkopf

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Nördlicher Kupferkopf

Systematik
Klasse: Reptilien (Reptilia)
Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
Familie: Vipern (Viperidae)
Unterfamilie: Grubenottern (Crotalinae)
Gattung: Dreieckskopfottern (Agkistrodon)
Art: Nordamerikanischer Kupferkopf (Agkistrodon contortrix)
Unterart: Nördlicher Kupferkopf
Wissenschaftlicher Name
Agkistrodon contortrix mokasen
Palisot de Beauvois, 1799

Der Nördliche Kupferkopf (Agkistrodon contortrix mokasen) ist eine Unterart des Nordamerikanischen Kupferkopf (Agkistrodon contortrix) und zählt innerhalb der Familie der Vipern (Viperidae) zur Gattung der Dreieckskopfottern (Agkistrodon).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Nördliche Kupferkopf erreicht eine Länge von rund 90 Zentimeter, in seltenen Fällen auch bis 1,2 Meter. Sein Rücken hat eine ockerfarbene Grundfärbung und ist mit kupferroten Querbändern überzogen. Die Querbänder sind schwarz eingefasst. Sein flacher und von der Form her dreieckiger Kopf setzt sich deutlich vom Körper ab. Der Kopf ist zu den Seiten hin heller gefärbt. Ein weißer Streifen verläuft von den Augen bis zum Mundwinkel. Die Schnauze läuft zur Spitze hin recht spitz zu. Die Pupillen sind senkrecht geschlitzt. Wie alle Grubenottern besitzen Nördliche Kupferköpfe ein sogenanntes Grubenorgan, mit dessen Hilfe sie warmblütige Beutetiere aufspüren können. Das Grubenorgan befindet sich im Kopfbereich im oberen Kiefer zwischen den Augen und den Nasenlöchern und weist eine Tiefe von gut vier Millimetern auf. Das Innere der Grubenorgane ist durch eine Membrane geschützt. Mit dem Organ kann der Nördliche Kupferkopf selbst geringfügigste Temperaturunterschiede wahrnehmen.

Verhalten

Der Nördliche Kupferkopf ist eine dämmerungs- und nachtaktive Schlange, die sich tagsüber in einem Versteck aufhält. Erdhöhlen wie Nagerbauten, Baumstümpfe und Steinhaufen sind seine natürlichen Rückzugspunkte. Nördliche Kupferköpfe sind im Grunde genommen nur wenig aggressiv. Sie beißen nur zu, wenn sie keinen Ausweg mehr sehen. Ansonsten suchen sie ihr Heil eher in der Flucht. Drohgebärden wie das weite Aufreißen des Maules sind übliche Abwehrmaßnahmen. Nördliche Kupferköpfe leben einzelgängerisch, die Geschlechter treffen sich nur kurz während der Paarungszeit. Während der Paarungszeit sind vor allem die Männchen sehr territorial und gegenüber Konkurrenten angriffslustig. Kommentkämpfe sind während dieser Zeit die Regel. Je nach Verbreitungsgebiet hält die Schlange eine Winterruhe, die 4 bis 6 Monate dauern kann. Dabei überwintern immer mehrere Schlangen (meist Mutter mit Jungtieren) in einer Höhle. Es handelt sich in der Regel um größere Nagerbauten.

Gift

Wie bei vielen Grubenottern ist auch das Gift des Trans-Pecos-Kupferkopfes ausgesprochen giftig und kann auch beim Menschen zum Tode führen. Todesfälle sind allerdings sehr selten. Das Gift wird in Drüsen im Oberkiefer produziert und über die hohlen Reißzähne in den Blutkreislauf eines Beutetieres injiziert. Dabei wird das Gift durch Muskelkontraktionen in die Zähne und somit in das Opfer gepumpt. Das Gift ist ein Hämotoxin, das durch koagulative Wirkung potentiell zur Verklumpung des Blutes und somit zu Thrombosen und Embolien führen kann. Außerdem vermutet man leichte neurotoxizität. Neben eventuell auftretendem Blutdruckabfall, Übelkeit und Erbrechen kommt es lokal zu starken Schmerzen und Ödemen, aber auch Taubheitsgefühle in gebissenen Fingern sind dokumentiert. Das Gift ist deutlich schwächer als bei der nah verwandten Wassermokassinotter (Agkistrodon piscivorus), ihr Gift gilt innerhalb der Gattung der Dreieckskopfottern (Agkistrodon) als das gefährlichste.

Verbreitung

Der Nördliche Kupferkopf ist in weiten Teilen der nordöstlichen Bundesstaaten der USA verbreitet. Bevorzugt werden lichte Wälder, Feuchtwiesen und Bergregionen mit Höhen von bis zu rund 1.000 Metern über NN. Der Nördliche Kupferkopf ist gelegentlich auch auf Agrarflächen wie Wiesen und Felder anzutreffen.

Ernährung

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Der Nördliche Kupferkopf frisst alles was er überwältigen kann. Sein Spektrum reicht von Kleinsäugern wie Mäuse und Ratten, über Vögel, Reptilien, Amphibien bis hin zu Insekten. Auf Nahrungssuche geht er zumeist in der Nacht oder in der Dämmerung. Ein Beutetier wird durch einen Biss getötet, bei dem ein hämotoxisches Gift injiziert wird. Lokalisiert wird ein Beutetier über die wärmeempfindlichen Grubenorgane. Jungtiere fressen in der ersten Zeit überwiegend Insekten wie Raupen und ähnliches.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife wird mit rund vier Jahren erreicht. In der freien Natur findet die Paarung nach der Winterruhe in den Monaten April und Mai statt. Dabei kommt es pro Saison nur zu einem Wurf. Der Nördliche Kupferkopf gehört zu den lebendgebärenden Schlangen, dass heißt, die Eier reifen im Leib des Weibchens heran. Die Trächtigkeit dauert etwa 90 bis 120 Tage. In den Monaten August und September schlüpfen bis zu 2 bis 10, selten bis 17 Jungschlangen, die eine Geburtslänge von 20 bis 25 Zentimeter haben. Die Anzahl der Jungschlangen richtet sich nach dem Alter und Ernährungszustand des Weibchens. Kurz nach der Geburt häuten sie sich zum ersten Mal. Die Jungtiere sind nach dem Schlupf auf sich alleine gestellt, eine Brutpflege wird seitens des Weibchens also nicht betrieben. Die Lebenserwartung liegt beim Nördlichen Kupferkopf bei etwa 15 bis 18 Jahren.

Anhang

Literatur

  • Mark O'Shea, Giftschlangen. Alle Arten der Welt in ihren Lebensräumen, Franckh-Kosmos Verlag, 2006 - ISBN 3440106195
  • Ludwig Trutnau, Schlangen im Terrarium, in 2 Bdn., Bd.2, Giftschlangen,
    Verlag: Ulmer (Eugen); Auflage: 4., Aufl. (1998) - ISBN 3800173719
  • W. P. Mara, Das Große Buch der Giftschlangen, Verlag: Bede (Februar 2002) - ISBN 3927997536

Weblinks

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