Myotis septentrionalis

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Myotis septentrionalis
Foto folgt.

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Fledertiere (Chiroptera)
Unterordnung: Fledermäuse (Microchiroptera)
Überfamilie: Glattnasenartige (Vespertilionoidea)
Familie: Glattnasen (Vespertilionidae)
Unterfamilie: Eigentliche Glattnasen (Vespertilioninae)
Gattung: Mausohren (Myotis)
Art: Myotis septentrionalis
Wissenschaftlicher Name
Myotis septentrionalis
(Trouessart, 1897)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Myotis septentrionalis zählt innerhalb der Familie der Glattnasen (Vespertilionidae) zur Gattung der Mausohren (Myotis). Im Englischen wird diese Fledermaus Northern Myotis genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt (Caceres & Barclay, 2000).

Inhaltsverzeichnis

Erkennung und Unterschiede

Myotis septentrionalis kann von Myotis lucifugus aufgrund der längeren Ohren und des längeren Tragus sowie einen relativ längeren Schwanz unterschieden werden. Beide Arten ähneln sich in der Fallfärbung, wobei Myotis lucifugus ein glänzenderes Fell aufweist. Von Myotis evotis kann Myotis septentrionalis aufgrund des dunkleren Felles und blasser gefärbter Membranen unterschieden werden. Myotis keenii, eine weitere sympatrische Art, weist im Bereich der Schultern dunkle Flecken sowie eine spärliche Behaarung am Ende des Uropatagium auf (Caceres & Barclay, 2000).

Beschreibung

Aussehen und Maße

Myotis septentrionalis erreicht eine Gesamtlänge von 77 bis 95 (86,2) mm, eine Schwanzlänge von 35 bis 42 (37,7) mm, eine Unterarmlänge von 34 bis 38 (36,4) mm, eine Ohrlänge von 14 bis 19 (16,4) mm, rinr Hinterfußlänge von 8 bis 10 (9,4) mm, eine Schädellänge von 14,6 bis 15,6 (14,8) mm, eine Jochbeinbreite von 8,2 bis 9,7 mm, eine Schädeltiefe von 4,7 bis 5,5 (5,0) mm, eine Oberkieferbreite bei M3 von 5,0 bis 5,9 (5,6) mm sowie ein Gewicht von 5 bis 8 g. Männchen bleiben ein wenig kleiner und leichter als Männchen. Saisonal schwankt das Gewicht der Tiere um 41 bis 45% aufgrund der Ab- bzw. Zunahme der Fettreserven. Gegen Ende des Winterschlafes weisen die Tiere das niedrigste Gewicht auf. Das Fell und die Flughaut sind hellbraun gefärbt, die Ohren sind lang. Der 3. bis 5. Mittelhandknochen sind in etwa gleich lang. Das Gebiss besteht aus 38 Zähnen, die zahnmedizinische Formel lautet i2/3, c1/1, p3/3, m 3/3 (Caceres & Barclay, 2000).

Lebensweise

Im Winter halten die Tiere in größeren Kolonien einen Winterschlaf. Die Kolonien befinden sich meist in verlassenen Mienen, Höhlen oder an ähnlichen Orten. Die Länge der Winterruhe variiert je nach Verbreitungsgebiet und Umweltfaktoren beginnt in den nördlichen Regionen meist schon ab September bis Anfang November. Der Winterschlaf endet März, April oder Mai. Die Überwinterungsstätten werden nicht selten saisonübergreifend über einen längeren Zeitraum genutzt. Oftmals leben in den Überwinterungskolonien auch andere Arten wie Myotis lucifugus, die Große Braune Fledermaus (Eptesicus fuscus) oder Pipistrellus subflavus. Im Sommer werden die Quartiere häufig gewechselt. Es werden Baumhöhlen oder auch menschlich geschaffene Strukturen wie Gebäude genutzt (Caceres & Barclay, 2000).

Verbreitung und Lebensraum

Myotis septentrionalis ist im östlichen Kanada und in den östlichen US-Bundesstaaten weit verbreitet. In Kanada ist die Art vor allem in Alberta, British Columbia, Labrador, Manitoba, New Brunswick, Northwest Territories, Nova Scotia, Ontario, Prince Edward I., Québec, Saskatchewan anzutreffen. In den USA werden die Bundesstaaten Alabama, Arkansas, Connecticut, Delaware, District of Columbia, Florida, Georgia, Idaho, Illinois, Kansas, Kentucky, Maine, Maryland, Massachusetts, Michigan, Minnesota, Mississippi, Missouri, Montana, Nebraska, Nevada, New Hampshire, New Jersey, New York, North Carolina, North Dakota, Ohio, Oklahoma, Pennsylvania, Rhode Island, South Carolina, South Dakota, Tennessee, Vermont, Virginia, West Virginia und Wisconsin besiedelt. Fossile Funde sind aus mehreren pleistozänen Höhlen in Pennsylvania, Virginia, West Virginia und Tennessee belegt (Caceres & Barclay, 2000).

Biozönose

Zu den nachgewiesenen Ektoparasiten zählen insbesondere Plattwanzen (Cimicidae), Laufmilben (Trombiculidae) sowie andere Milben (Acari, Acarida).

Ernährung

Myotis septentrionalis ernährt sich von Schmetterlingen (Lepidoptera), Käfern (Coleoptera), Netzflüglern (Neuroptera), Zweiflüglern (Diptera), Schnabelkerfen (Hemiptera), Gleichflüglern (Homoptera) und Hautflügler (Hymenoptera). Die aufgenommene Nahrung variiert je nach Region und Jahreszeit (Caceres & Barclay, 2000).

Fortpflanzung

Je nach Vorkommen beginnt die Paarungszeit zwischen Juli und Anfang Oktober. Ein Weibchen wird bei der Kopulation von einem Männchen von hinter bestiegen. Das Männchen verbeisst sich nicht selten mit den Zähnen im Nacken des Weibchens. Die Befruchtung setzt nicht sofort ein. Weibchen speichern die Spermien den Winter über. Erst gegen Ende des Winterschlafes im Frühjahr setzt die Befruchtung ein. Die Jungen kommen meist ab Mitte Mai bis Mitte Juni zur Welt. Die Lebenserwartung in freier Wildbahn liegt bei bis zu 18 Jahren (Caceres & Barclay, 2000).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Myotis septentrionalis kommt in den meisten Regionen des Verbreitungsgebietes mehr oder weniger häufig vor. In der Roten Liste der IUCN wird die Art in der Kategorie LC, Least Concern geführt und ist demnach nicht gefährdet. Die Vernichtung der natürlichen Lebensräume zählt zu den größten Gefahren für die Art. Auch der Einsatz von chemischen und biologischen Insektiziden kann sich negativ auf die Bestände auswirken (IUCN, 2013).

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

Qualifizierte Weblinks

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