Mussurana

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Mussurana
Juvenile Mussurana

Systematik
Klasse: Kriechtiere (Reptilia)
Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
Familie: Nattern (Colubridae)
Unterfamilie: Xenodontinae
Gattung: Mussuranas (Clelia)
Art: Mussurana
Wissenschaftlicher Name
Clelia clelia
(Daudin, 1803)

Die Mussurana (Clelia clelia), auch unter den Synonymen Coluber clelia, Clelia daudinii und Oxyrhopus clelia bekannt, zählt innerhalb der Familie der Nattern (Colubridae) zur Gattung der Mussuranas (Clelia). Im Spanischen wird die Mussurana culebra minadora oder lisa genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Mussurana erreicht eine Körperlänge von etwa 1,50 bis 1,60 Meter, sie kann aber bis zu 2,40 Meter lang werden. Das Gewicht der Mussurana beträgt etwa 250,0 Gramm. Bei dem Weibchen sind maximal 218 ventrale Schuppen vorhanden. Die Lorealgrube wirkt in der Regel ziemlich groß. Bei den Jungschlangen ist der Rücken rosafarben oder rötlich gefärbt. Diese Färbung geht dann mit zunehmendem Alter in eine blaue Färbung über und im erwachsenen Alter weist der Rücken dann eine bleifarbene Tönung auf. Ein schwarzer Fleck zeigt sich im vorderen Rückenbereich. Des Weiteren erkennt man ein weißes und ein schwarzes Nackenband. Der Kopf ist bei den Jungschlangen in der Regel schwarz getönt. Die ventrale Oberfläche ist meist mit einigen schwarzen Pigmentiereungen besetzt. Der Kinnbereich sowie der untere Schwanzbereich sind von einer weißen Färbung. Bei den Erwachsenen weist der Bauch eine gelbliche Tönung auf. Die Mussurana besitzt 10 bis 15 kräftige Zähne im hinteren Bereich des Oberkiefers (proteroglyph), die sie verwendet, um den Kopf der angegriffenen Schlange zu erfassen. Anschließend wird das Opfer mit dem Körper und dem Schwanz umschlungen und so komprimiert.

Lebensweise

Juvenile Mussurana
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Juvenile Mussurana

Die Mussurana bevorzugt Lebensräume mit dichter Vegetation. Sie ist eine tagaktive bodenlebende Schlange, manchmal ist sie auch in der Nacht aktiv. Obwohl die Mussurana Giftzähne hat, besteht für den Menschen keine Gefahr, da das Gift schwach ist. Nur sehr wenige Fälle von Vergiftungen wurden berichtet und waren zudem auch nicht tödlich.

Unterarten

Verbreitung

Die Mussurana kommt in folgenden Ländern vor: Mexiko (Yucatán), Belize, Guatemala, El Salvador, Nicaragua, Honduras, Costa Rica, Panama, Kolumbien, Französisch-Guayana, Venezuela (Amazonas, Merida, Apure), Nordwest-Ecuador, Bolivien, Uruguay, Paraguay, Nord-Argentinien (Mendoza, La Pampa, Entre Rios, Jujuy, Misiones), Brasilien (Pará, Amazonas, Rio Grande do Sul), Peru (Pasco), Kleine Antillen: Dominica, St. Lucia, Barbuda, Grenada, Trinidad. In Honduras findet man die Mussurana in einer Höhe von etwa 120 Meter über dem Meeresspiegel.

Ernährung

Juvenile Mussurana
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Juvenile Mussurana

Die Mussurana ist immun gegen das Gift anderer Schlangen, von denen sie sich ernährt, inbesondere Amerikanische Lanzenottern (Bothrops) der Unterfamilie der Grubenottern (Crotalinae). Allerdings ist die Mussurana nicht immun gegen das Gift der Korallenottern (Micrurus). Wenn nicht ausreichend andere Schlangen vorhanden sind, kann sie sich auch von kleinen Säugetieren sowie von Regenwürmern, Schnecken und Landschnecken ernähren. Die Mussurana besitzt 10 bis 15 kräftige Zähne im hinteren Bereich des Oberkiefers (proteroglyph), die sie verwendet, um den Kopf der angegriffenen Schlange zu erfassen. Dann windet sich die Mussurana mit dem Schwanz und Körper um das Opfer. Dies ist auch der Grund, warum die Art auch Pseudoboa genannt wird.

Fortpflanzung

Die Mussurana zählt zu den eierlegenden Arten. Die Paarungszeit beginnt in der Regel kurz nach der Winterruhe. In einer Saison kommt es lediglich zu einer Eiablage. Das Weibchen legt kurz nach erfolgreicher Paarung an geschützter Stelle in eine flache Erdmulde die Eier ab. Je nach Umgebungstemperatur schlüpfen die Jungschlangen nach 50 bis 80 Tagen. Sie weisen eine Schlupflänge von 30 bis 35 Zentimeter auf und sind gleich nach dem Schlupf auf sich alleine gestellt. Eine Brutpflege seitens des Weibchens wird nicht betrieben. Die Jungschlangen ernähren sich anfangs hauptsächlich von Insekten, kleinen Eidechsen und anderem Kleingetier.

Gefährdung und Schutz

In den meisten Verbreitungsgebieten kommt die Mussurana noch recht häufig vor. Die noch gesunden Populationen können aber nicht darüber hinwegtäuschen, das weite Teile der natürlichen Lebensräume durch Urbanisierung und Trockenlegung bedroht sind. Die Mussurana steuert in den Lebensräumen die Populationen hauptsächlich von Regenwürmern, Schnecken und Landschnecken. Von daher sind sie ein wichtiger Bestandteil in ihrem Ökosystem. Die Mussurana selbst ist die Nahrungsgrundlage für eine Reihe von natürlich lebenden Feinden.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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