Mongolischer Pfeifhase

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Roter Pfeifhase

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Hasenartige (Lagomorpha)
Familie: Pfeifhasen (Ochotonidae)
Gattung: Ochotona
Art: Mongolischer Pfeifhase
Wissenschaftlicher Name
Ochotona pallasi
(Gray, 1867)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Mongolische Pfeifhase (Ochotona pallasi) zählt innerhalb der Familie der Pfeifhasen (Ochotonidae) zur Gattung Ochotona. Im Englischen wird die Art pallas's pika oder mongolian pika genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Mongolische Pfeifhase ist eine kleine Art und erreicht eine Körperlänge von etwa 20,0 bis 25,0 Zentimeter. Er hat kurze, abgerundete Ohren, die etwa 2,0 bis 2,6 Millimeter lang sind. Der Mongolische Pfeifhase steht das ganze Jahr über im Fellwechsel. Im Sommer ist das Fell gelb-ockerfarben und im Winter ist das Fell grau mit einem leicht bräunlichen Farbton. Im hinteren Bereich der Ohren wirkt das Fell etwas heller und an den Hals-Seiten zeigt sich eine leicht rötliche Färbung.

Lebensweise

Der Mongolische Pfeifhase ist tagaktiv und semi-fossorial. Er kommt erst aus seiner Höhle bei Sonnenaufgang und wenn die Dämmerung einsetzt. Während des Tages graben Mongolische Pfeifhasen, sammeln Nahrung, fressen und knüpfen Kontakte. In Spitzenzeiten liegen sie in der Nähe am Eingang der Höhle mit dem Kopf in Richtung des Eingangs. Junge aalen sich in der Sonne häufiger als Erwachsene (Smirnov, 1974). Mongolische Pfeifhasen sind im Winter aktiv und halten keinen Winterschlaf (Retzer, 2006; Smirnov, 1974). Sie können ziemlich aggressiv gegenüber Artgenossen werden. Mongolische Pfeifhasen kommunizieren mit Duftmarken. Sie haben Duftdrüsen unter ihrem Unterkiefer, bei den Erwachsenen sind diese rostfarben. Sie nutzen die Duftdrüsen, um Zweige zu markieren. Sie äußern auch ein schrilles Pfeifen, um mit anderen zu kommunizieren und Artgenossen vor Raubtieren zu warnen (Smirnov, 1974). Mongolische Pfeifhasen sind Überträger der Pest und werden vor allem in der südlichen Mongolei im Süden Gobis im Rahmen der Schädlingskontrolle mit Pestiziden bekämpft.

Unterarten

  • Ochotona pallasi hamica
  • Ochotona pallasi pallasi
  • Ochotona pallasi pricei
  • Ochotona pallasi sunidica

Verbreitung und Lebensraum

Der Mongolische Pfeifhase lebt in den Bergen von Zentral-Asien. Das Verbreitungsgebiet reicht vom südlichen Teil der Karkaralinsk-Berge bis in den Süden von Xinjiang, China (Nordostchina). Ferner ist der Mongolische Pfeifhase auch im Altai-Gebirge nördlich von Tuva in Russland zu finden, jedoch ist er hauptsächlich in Kasachstan vertreten (Wilson und Reeder, 1993). Der Mongolische Pfeifhase hält sich in den Bergen und Steppen auf. Meist bewohnt er semi-aride Gebiete, obwohl er auch in ariden Gebieten zu finden ist. Der mittlere Jahresniederschlag in diesen Bereichen beträgt etwa 130 Millimeter (Smirnov, 1974).

Ernährung

Mongolische Pfeifhasen sind Pflanzenfresser. Sie verzehren Gräser der Gattungen Federgräser und Pfriemengräser (Stipa), Kammquecken (Agropyron) und Spiersträucher (Spiraea). Sie sammeln Gräser und andere Futterpflanzen. Die Pflanzen werden für den Winter als Vorrat in den Höhlen gespeichert, die sie dann als Heu verspeisen (Retzer 2006, Smirnov, 1974 ).

Fortpflanzung

Mongolische Pfeifhasen reproduzieren während der Sommermonate. Sie bringen im Durchschnitt 2,7 Würfe pro Jahr, mit einem Durchschnitt von 5 Jungtieren zur Welt. Das Gewicht der Jungen beträgt etwa 7,0 Gramm. Nach etwa 19 Tagen sind die Jungen entwöhnt und nehmen dann schon feste Nahrung zu sich. Beide Elternteile kümmern sich um die Aufzucht der Jungen. Nach etwa 3 bis 4 Wochen sind die Jungen dann selbständig. Mongolische Pfeifhasen sind etwa mit 4 Wochen geschlechtsreif.

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gehört der Mongolische Pfeifhase heute noch nicht zu den bedrohten Arten. Er ist in weiten Teilen des Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt der Mongolische Pfeifhase selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird er als least concern (nicht gefährdet) geführt.

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: Familie der Pfeifhasen (Ochotonidae)

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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