Mondnatter

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Mondnatter
Junge Mondnatter

Systematik
Klasse: Kriechtiere (Reptilia)
Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
Familie: Nattern (Colubridae)
Unterfamilie: Xenodontinae
Gattung: Mondnattern (Oxyrhopus)
Art: Mondnatter
Wissenschaftlicher Name
Oxyrhopus petola
(Linnaeus, 1758)

Die Mondnatter (Oxyrhopus petola), auch unter den Synonymen Clelia petola und Coluber petola bekannt, zählt innerhalb der Familie der Nattern (Colubridae) zur Gattung der Mondnattern (Oxyrhopus). Im Englischen wird die Mondnatter white bellied false coral, forest flame snake oder false coral genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Mondnatter erreicht eine Körperlänge von etwa 90,0 bis 112,0 Zentimeter. Der Kopf ist vom Hals an mäßig ausgeprägt. Die Augen sind von mittlerer Größe mit vertikal elliptischen Pupillen. In der Regel sind 8 supralabiale Schuppen, 10 infralabiale Schuppen, 1 loreale Schuppe, 1 präokulare Schuppe, 2 postoculare Schuppen, 2 + 3 oder 2 + 4 temporale Schuppen, 19-19-17 glatte dorale Schuppenreihen, 200 bis 211 ventrale Schuppen, eine einteilige Analschuppe und 77 bis 83 geteile subkaudale Schuppen vorhanden. Am Körper und am Schwanz zeigt sich ein Muster, das abwechselnd aus roten und schwarzen Querbändern mit roter und schwarzer Farberweiterung ventral zu den Seitenkanten der ventralen Schuppen besteht. Die roten Schuppen können makellos oder schwarz umrissen oder bestückt sein. Des Weiteren sind 20 bis 25 Streifen am Körper und 10 bis 12 Streifen am Schwanz erkennbar. Nur am hinteren Os parietale (paariges Scheitelbein) ist ein gelbes Nackenband vorhanden, das dorsal 2 bis 3 Schuppen breit und seitlich ein wenig breiter ist. Die vorderen Oberlippenschuppen sind dunkel gefärbt, während die hinteren in der Regel eine blasse Marmorierung aufweisen. Die Marmorierung erstreckt sich dann vom Auge bis zum Kragen. Die mentalen und vorderen Unterlippenschuppen sind cremig gefärbt und zeigen sich entlang des Lippenrands etwas düster. Die ventralen Schuppen sind weiß gefärbt und die subkaudalen Schuppen sind dunkel umrandet. Die roten Bänder bilden manchmal Ringe am Schwanz. <1>

Lebensweise

Mondnatter
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Mondnatter

Die nachtaktive, terrestrische Mondnatter lebt in tropischen, nassen und feuchten Wäldern. Die adulten Tiere ernähren sich hauptsächlich von Eidechsen, Fröschen, kleinen Nagetieren, Vögeln und verspeisen wahrscheinlich auch andere Schlangen. <2>

Unterarten

Verbreitung

Die Mondnatter ist in Veracruz, Mexiko, verbreitet. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom Süden der Atlantik-Wasserscheide über Mittelamerika und Südamerika im nördlichen Brasilien und Bolivien bis zu den pazifischen Ausläufern von Costa Rica und Ecuador. Die Mondnatter kommt fast überall in Petén und im westzentralen Belize vor, fehlt aber im nördlichen Teil von Petén und Belize sowie auf der Halbinsel Yucatán in Mexiko. In Guatemala ist die Mondnatter in einer Höhe von etwa 650 Meter über dem Meeresspiegel zu finden. <3>

Ernährung

Mondnatter
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Mondnatter

Der Speichel der Mondnatter ist für die Anolis extrem giftig. Zum Nahrungsspektrum zählen unter anderem Eidechsen, Frösche, kleine Nagetiere, Vögel und verzehren wahrscheinlich auch andere Schlangen. <4>

Fortpflanzung

Mondnattern sind nachtaktiv und leben einzelgängerisch. Die Geschlechter treffen nur während der Paarungszeit aufeinander. Weibchen geben Lockstoffe (Pheromone) über ihre Haut ab, die vom Männchen wahrgenommen werden können. Bei der Paarung und Kopulation kommt es zu der für Schlangen typischen Umschlingung und Nackenbissen. Mit seinem Hemipenis dringt das Männchen dabei in die Kloake des Weibchens ein und gibt so Samenzellen frei. Die Mondnatter ist eine eierlegende Art. Das Weibchen legt 5 bis 10 Eier. Nach etwa 90 Tagen im März oder April schlüpfen die Jungschlangen. Die Eier sind etwa 31,0 bis 34,0 Millimeter lang und 18,0 bis 19,0 Millimeter breit. Die Jungschlangen sind wahrscheinlich ein wenig mehr als 20,0 Zentimeter lang. <5>

Gefährdung und Schutz

In den meisten Verbreitungsgebieten kommt die Mondnatter noch recht häufig vor. Die noch gesunden Populationen können aber nicht darüber hinwegtäuschen, das weite Teile der natürlichen Lebensräume durch Urbanisierung und Trockenlegung bedroht sind. Mondnattern steuern in ihrem Lebensraum die Populationen hauptsächlich von Eidechsen, Fröschen, kleinen Nagetieren, Vögeln und von anderen Schlagen. Von daher sind sie ein wichtiger Bestandteil in ihrem Ökosystem. Die Mondnatter selbst ist die Nahrungsgrundlage für eine Reihe von natürlich lebenden Feinden.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • [1] [2] [3] [4] [5] Jonathan A. Campbell: Amphibians and Reptiles of Northern Guatemala, the Yucatan, and Belize (Animal Natural History Series). Verlag: Univ of Oklahoma Pr. Auflage: Eng-Spa Il (31. Dezember 1998). ISBN 0806130660
  • Roland Bauchot: Schlangen, Weltbild Verlag, 1999, ISBN 3-8289-1501-9
  • Dieter Schmidt: Nattern faszinierend & exotisch, Gräfe & Unzer, Auflage 1 (Februar 2005), ISBN 3774269475
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