Mohrenmaki

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Mohrenmaki
Männchen

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Primaten (Primates)
Unterordnung: Feuchtnasenaffen (Strepsirhini)
Familie: Lemuren (Lemuridae)
Gattung: Braune Makis (Eulemur)
Art: Mohrenmaki
Wissenschaftlicher Name
Eulemur macaco
Linnaeus, 1766

IUCN-Status
Vulnerable (VU)

Der Mohrenmaki (Eulemur macaco) zählt innerhalb der Familie der Lemuren (Lemuridae) zur Gattung der Braunen Makis (Eulemur).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Mohrenmaki erreicht eine Körperlänge von 32 bis 45 Zentimeter, eine Schwanzlänge von 50 bis 65 Zentimeter sowie ein Gewicht von 2.000 bis 2.500 Gramm. Die Schwanzlänge kann bis zu 55 Zentimeter betragen. Die Geschlechter weisen insbesondere in der Fellfärbung einen deutlichen Geschlechtsdimorphismus auf. Männchen sind durchweg schwarzbraun bis schwarz gefärbt, Weibchen weisen eine rotbraune Grundfärbung auf. Nur ihre Extremitäten, das Gesicht und der Oberkopf sind schwarz gefärbt. Die Bauchseite weicht in der Färbung nicht vom restlichen Fell ab. Männchen und Weibchen haben feine Büschel an den Ohren. Der sehr lange Schwanz ist ausgesprochen buschig und deutlich länger als der Körper. An den Handgelenken haben Mohrenmakis Geruchsdrüsen. Die abgesonderten Gerüche dienen der allgemeinen Kommunikation und der Reviermarkierung. Die Tiere sind gewandte Kletterer und können durchaus weite Sprünge vollführen. Dabei hilft ihnen der lange Schwanz als Balancierorgan und die verlängerten Finger beim Greifen.

Lebensweise

Mohrenmakis leben in gemischt geschlechtlichen Gruppen, die aus 10 bis 15 Individuen bestehen kann. Eine Gruppe besteht aus mehreren Männchen und Weibchen sowie deren Nachwuchs. Innerhalb einer Gruppe haben die Weibchen das Sagen, sie dominieren also über die Männchen. Die Tiere sind sowohl am Tage als auch in der Nacht aktiv. Die Hauptaktivität entfalten sie jedoch in den frühen Morgen- und Abendstunden. Mohrenmakis legen ein territoriales Verhalten an den Tag, ein Revier kann zwischen 5 und 10 Hektar groß sein. Innerhalb einer Gruppe spielt die Tastkommunikation eine große Rolle, die insbesondere durch Fellpflege zum Ausdruck kommt. Der Mohrenmaki hat außer dem Fossa keine natürlichen Feinde auf Madagaskar.

Unterarten

Verbreitung

Madagaskar HEUTE
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Madagaskar HEUTE

Das natürliche Verbreitungsgebiet der beiden Unterarten der Mohrenmakis erstreckt sich über die tropischen Regenwälder von Madagaskar. Ihr Kerngebiet liegt im Nordwesten der Insel. Auch einige Inseln wie Nosy Komba und Nosy Be werden besiedelt. Als Lebensraum werden feuchte Regenwälder, halbtrockene Galeriewälder und Plantagen bewohnt. Die Lebensräume der beiden Unterarten können sich durchaus überschneiden.

Ernährung

Mohrenmakis ernähren sich fast ausschließlich pflanzlich. Neben Früchten, Blättern, Sämereien, Körner aller Art, Blüten, Nektar und Pilzen fressen sie eher selten auch Gliederfüßer wie Tausendfüßer sowie Vogeleier. Die Ernährungsgewohnheiten können sich regional und bei den einzelnen Unterarten deutlich unterscheiden. Ist pflanzliche Nahrung knapp, so können Mohrenmakis problemlos auf tierische Nahrung ausweichen. Auf Nahrungssuche gehen sie vorzugsweise in den Baumkronen. Während der Regenzeit werden verstärkt Früchte gefressen.

Fortpflanzung

Mohrenmaki - Weibchen
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Mohrenmaki - Weibchen
Der Mohrenmaki erreicht die Geschlechtsreife mit gut 24 Monaten. Die Paarungszeit erstreckt sich über die Monate Juni bis Juli. In einer Saison kommt es dabei nur zu einem Wurf. Bei der Paarbindung ist man in der Betrachtung der freilebenden Populationen uneins. Forscher berichten sowohl über ein monogames wie auch polygames System. Fest scheint zu stehen, dass die Paarung von den Weibchen ausgeht, da sie eine dominierende Stelle in der Hierarchie einer Gruppe haben. In jeden Fall gibt es wechselnde Partnerschaften, so dass man von einem polygamen System ausgehen kann. Nach einer Tragezeit von 120 bis 128 Tagen bringt das Weibchen ein oder zwei Jungtiere zur Welt. Zwillingsgeburten treten recht häufig auf. Zu den Geburten kommt es in der Regel zwischen September und November. Ein Jungtier weist ein Geburtsgewicht von 50 bis 80 Gramm auf und wird in den ersten Wochen am Bauch der Mutter getragen. Ab der dritten Woche wird das Jungtier auf dem Rücken getragen. Ab diesem Zeitpunkt fangen sie auch an sich selbständig zu bewegen und feste Nahrung zu sich zu nehmen. Die gesamte Säugezeit kann fünf Monate leicht überschreiten. Sind die Jungtiere einige Wochen alt, so werden sie auch vom Vater oder den Geschwistern betreut.
Mohrenmaki - Weibchen
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Mohrenmaki - Weibchen
Oft reiten die Jungtiere auf dem Rücken anderer Mitglieder der Gruppe. In Gefangenschaft erreichen Mohrenmakis ein Alter von 20 bis 25 Jahren. Die Lebenserwartung in Freiheit dürfte deutlich darunter liegen.

Gefährdung, Schutz

Der Hauptgrund für die extrem starken Rückgänge der Populationen liegt insbesondere an der Zerstörung der natürlichen Lebensräume. Schneller als irgendwo anders in der Welt, verschwindet auf Madagaskar der Regenwald in einem rasanten Tempo. Grund ist mit Sicherheit die explosive Wachstumsrate der Bevölkerung. Alleine die Anpassungsfähigkeit hat die Mohrenmakis bis heute überleben lassen. Auch die massive Bejagung der Lemuren hat zum Rückgang beigetragen. Die teilweise sehr arme Bevölkerung nutzt das Fleisch der Mohrenmakis zu ihrer Ernährung. Das Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) stellt die Tiere in Anhang I unter weltweitem Schutz. In der Roten Liste der IUCN wird die Unterart des Gemeinen Mohrenmakis (Eulemur macaco macao) als gefährdet (Vulnerable, VU) geführt. Um die zweite Unterart steht es besonders schlecht, sie wird als kritisch gefährdet (Critically endangered, CR) geführt.

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: Familie der Lemuren (Lemuridae)

Literatur und Quellen

  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

Links

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