Mohrenkopfpapagei

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Mohrenkopfpapagei

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse Neukiefervögel (Neornithes)
Überordnung: Psittacimorphae
Ordnung: Papageien (Psittaciformes)
Familie: Eigentliche Papageien (Psittacidae)
Unterfamilie: Eigentliche Papageien
Gattung: Poicephalus
Art: Mohrenkopfpapagei
Wissenschaftlicher Name
Poicephalus senegalus
(Linnaeus, 1766)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Mohrenkopfpapagei (Poicephalus senegalus) zählt innerhalb der Familie der Eigentlichen Papageien (Psittacidae) zur Gattung der Langflügelpapageien (Poicephalus). Im Englischen wird der Mohrenkopfpapagei senegal parrot genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen, Maße

Der Mohrenkopfpapagei erreicht eine Körperlänge von 23 bis 24 Zentimeter sowie ein Gewicht von 110 bis 140 Gramm. Das Gefieder der Flügel und des Rückens sowie des unteren Bauchbereiches und der oberen Brust ist überwiegend in verschiedenen Grüntönen gefärbt. Der Kopf weist eine gräuliche bis graubraune Färbung auf. Weite Teile der Bauchseite sind gelblich und orange gefärbt. Die Iris der Augen ist gelblich, bei Jungvögeln ist die Iris grau gefärbt. Die Extremitäten sind gräulich bis fleischfarben, die Krallen sind fast schwarz. Der kräftige Schnabel ist dunkelgrau bis fast schwarz gefärbt. Insgesamt weisen die Geschlechter in der Gefiederfärbung keinen nennenswerten Geschlechtsdismorphismus auf. Jedoch hat das Weibchen einen leicht kleineren Kopf.

Lebensweise

Mohrenkopfpapageien sind gesellige Vögel, die selten alleine leben. In der Regel leben sie paarweise oder in kleinen Gruppen von 20 bis 30 Vögeln. Zur Brutzeit sondern sich die Paare von den Gruppen ab. Während dieser Zeit sind sie auch ausgesprochen territorial. Auf der Nahrungssuche sieht man sie meist in Gruppen umherfliegen. Mohrenkopfpapageien werden oft als Haustiere gehalten. Nicht nur in Afrika, sondern vor allem in Nordamerika und Europa. Sie sind gelehrige und gesellige Vögel, die sich auch mit anderen Vögeln verstehen.

Unterarten

Verbreitung

Das natürliche Verbreitungsgebiet der Mohrenkopfpapageien erstreckt sich über das westliche und das zentrale Afrika südlich der Sahara.
Mohrenkopfpapagei
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Mohrenkopfpapagei
Sie kommen insbesondere in Benin, Burkina Faso, Kamerun, Zentralafrikanische Republik, Tschad, Elfenbeinküste, Gambia, Ghana, Guinea, Guinea-Bissau, Liberia, Mali, Mauritanien, Niger, Nigeria, Senegal, Sierra Leone und Togo vor. Mohrenkopfpapageien leben in offenen Waldgebiete und Baumsavannen, die sich durch schwache Bewaldung auszeichnen. In Höhenlagen kann man die Mohrenkopfpapageien bis in Höhe von 1.000 Meter angetroffen werden. Auf landwirtschaftlichen Plantagen oder Feldern können sie bei massenhaftem Auftreten zum Teil erhebliche Schäden anrichten.

Ernährung

Mohrenkopfpapageien ernähren sich von Früchten, Sämereien und allerlei Körnern. Sie fressen auch die Früchte vom Johannisbrotbaum (Ceratonia siliqua), der in den afrikanischen Savannen weit verbreitet ist. Sie suchen ihre Nahrung sowohl auf dem Erdboden als auch im Geäst der Bäume.

Fortpflanzung

Das Weibchen des Mohrenkopfpapagei erreicht die Geschlechtsreife mit zwei Jahren, das Männchen erst mit drei Jahren. Die Paarungszeit erstreckt sich in den natürlichen Verbreitungsgebieten von September bis November, stellenweise auch bis Dezember. Die Nester werden in hohlen Baumstämmen oder dicken Ästen angelegt und werden teilweise über Jahre genutzt. Ein Gelege besteht aus durchschnittlich zwei bis vier Eiern, die vom Weibchen über einen Zeitraum von etwa 25 bis 28 Tagen ausgebrütet werden. Die Eier weisen eine Größe vo rund 29 mal 26 Millimeter auf. Im Alter von neun bis zehn Wochen verlassen die Jungpapageien erstmals für kurze Ausflüge das Nest. Gefüttert werden sie von den Altvögeln überwiegend mit Insekten. Mit etwa drei Monaten sind die Jungvögel selbständig. Die Lebenserwartung liegt bei 20 bis 25 Jahren, in Gefangenschaft können sie durchaus auch ein Alter von gut 30 Jahren erreichen.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gehört der Mohrenkopfpapagei heute noch nicht zu den bedrohten Vogelarten. Er ist in weiten Teilen des Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt der Mohrenkopfpapagei selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird er als least concern (nicht gefährdet) geführt.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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