Moholi-Galago

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Moholi-Galago

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Primaten (Primates)
Unterordnung: Feuchtnasenaffen (Strepsirhini)
Familie: Galagos (Galagonidae)
Gattung: Gewöhnliche Galagos (Galago)
Art: Moholi-Galago
Wissenschaftlicher Name
Galago moholi
Geoffroy, 1796

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Moholi-Galago (Galago moholi), der auch Südlicher Galago genannt wird, zählt innerhalb der Familie der Galagos (Galagonidae) zur Gattung der Gewöhnlichen Galagos (Galago).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Moholi-Galago erreicht eine Körperlänge von bis zu 20 cm, eine Schwanzlänge von bis zu 30 cm sowie ein Gewicht von 180 bis 230 Gramm. Sie haben ein dichtes und weiches Fell, welches graubraun bis bräunlich gefärbt ist. Die Bauchseite ist dabei deutlich heller. Die großen Ohren sind sehr beweglich und können auch einzeln, in verschiedenen Richtungen bewegt werden. Aufgrund ihrer Nachtaktivität sind ihre Augen ausgesprochen groß. Die Zehen der Hände und Füße sind leicht verlängert und enden in kräftigen Krallen. An den Füßen ist die zweite Zehe deutlich verlängert und dient ihnen als Putzkralle.

Lebensweise

Moholi-Galagos sind nachtaktive Baumbewohner, die eher selten den Erdboden betreten. Tagsüber schlafen sie in Baumhöhlen oder an ähnlichen Plätzen in Nester, die sie aus Blättern bauen. Auf dem Boden bewegen sich sie mehr oder weniger unbeholfen in einem Hoppelgang. In den Bäumen sind sie sehr beweglich und können auch einige Meter durch Sprünge überwinden. Sie leben meist paarweise oder in kleinen Familienverbänden, die aus einem Pärchen und deren Nachwuchs bestehen. Gegenseitige Lecken und das Pflegen des Fells dient der sozialen Bindung innerhalb einer Gruppe. Moholi-Galagos sind territorial, wobei insbesondere Männchen ihr Revier vehement gegen Eindringlinge verteidigen. Ihre Hände und Füße benetzen sie häufig mit ihrem eigenen Urin, um so ihr Revier zu markieren. Die Reviergröße kann zwischen fünf und zwanzig Hektar betragen.

Verbreitung

Das Hauptverbreitungsgebiet der Moholi-Galagos erstreckt sich über Südafrika. Größere Populationen leben aber auch in Tansania, Sambia, Kongo und Namibia. Sie leben in Wäldern und Savannen mit üppiger Vegetation. Die meiste Zeit halten sie sich in den Bäumen oder größeren Sträuchern auf.

Ernährung

Moholi-Galagos sind Allesfresser. Sie ernähren sich von tierischer Nahrung wie Insekten, insbesondere von Heuschrecken, Schmetterlingen und deren Larven. Darüber hinaus fressen sie aber auch reife Früchte, Sämereien, Blüten und Baumsäfte. Auf Nahrungssuche gehen Moholi-Galagos nur in der Nacht. Für gewöhnlich sind sie dabei auch alleine unterwegs, also nicht zusammen in der Gruppe.

Fortpflanzung

Moholi-Galago
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Moholi-Galago

Der Moholi-Galago erreicht die Geschlechtsreife mit etwa neun bis zwölf Monaten. Die Paarungszeit erstreckt sich über keine bestimmte Jahreszeit, meist kommt es zu zwei Würfen im Jahr. Das Weibchen baut in Bäumen, in der Regel in Baumhöhlen oder größeren Astlöchern ein Nest aus Blättern, wo sie ihre Jungen zur Welt bringt. Die Tragezeit beträgt 123 bis 125 Tage. Die Jungtiere sind bereits weit entwickelt. So verfügen sie über ein Fell und ihre Augen sind geöffnet. Ihr Geburtsgewicht beträgt etwa zehn Gramm. Schon kurz nach der Geburt können sie ihr Nest für kleinere Ausflüge verlassen. Die Jungtiere werden etwea für drei Monate gesäugt. Mit dem Erreichen der Geschlechtsreife muß der männliche Nachwuchs die Familiengruppe verlassen, Weibchen bleiben in der Regel in ihrer Geburtsgruppe. Moholi-Galago können in Gefangenschaft ein Alter von 15 bis 18 Jahren erreichen. In Freiheit dürfte die Lebenserwartung deutlich darunterliegen.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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