Mittelamerika-Laubfrosch

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Mittelamerika-Laubfrosch

Systematik
Klasse: Lurche (Amphibia)
Unterklasse: Nacktlurche (Lissamphibia)
Ordnung: Froschlurche (Anura)
Unterordnung: Moderne Froschlurche (Neobatrachia)
Überfamilie: Laubfrösche, Echte Kröten und Verwandte (Hyloidea)
Familie: Laubfrösche i.w.S. (Hylidae)
Unterfamilie: Hylinae
Gattung: Dendropsophus
Art: Mittelamerika-Laubfrosch
Wissenschaftlicher Name
Dendropsophus microcephalus
(Cope, 1886)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Mittelamerika-Laubfrosch (Dendropsophus microcephalus), auch unter den Synonymen Hyla microcephala, Hyla cherrei, Hyla underwoodi, Hyla misera und Hyla microcephala martini bekannt, zählt innerhalb der Familie der Laubfrösche i.w.S. (Hylidae) zur Gattung Dendropsophus. Im Englischen wird der Mittelamerika-Laubfrosch yellow treefrog genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Mittelamerika-Laubfrosch ist ein kleiner Frosch. Ausgewachsene Männchen weisen eine Kopf-Rumpf-Länge von bis zu 27,0 Millimeter auf. Die Honduras-Weibchen messen bis zu 29,0 Millimeter, während die Mexiko- und Costa-Rica-Weibchen eine Kopf-Rumpf-Länge von bis zu 30,6 Millimeter erreichen können. Der Kopf ist flach und die Schnauze ist rund und kurz. Die Augen haben horizontal elliptische Pupillen. Die Nasenlöcher sind seitwärts gerichtet und der Bereich zwischen der Nse ist etwas konkav. Das Trommelfell ist geringfügig unter dem Auge zu erkennen. Die Rückenhaut ist in der Regel glatt, während die ventrale Oberfläche schwach granuliert und an der Kehle bis grob körnig ist. Ferner weist der Mittelamerika-Laubfrosch eine gut ausgebaute axilläre Membran auf. Der Oberarm ist schlanker als der Unterarm. Eine schwache Hautfalte ist auf der Oberfläche der Handgelenke vorhanden, aber es ist keine vertikale Hautfalte am Ellenbogen sichtbar. Die Finger sind mit 1/3 Schwimmhaut und die Zehen mit 3/4 Schwimmhaut ausgestattet. Die Finger und Zehen weisen nahezu eine ovale Form mit abgerundeten Haftscheiben auf. Die Haftscheiben an den Zehen sind etwas kleiner als die Haftscheiben an den Fingern. Subartikulare Tuberkel sind an den Fingern vorhanden und weisen eine globuläre konische sowie runde Form auf. Überzählige Tuberkel sind an den Fingern nicht vorhanden.

Das palmare Tuberkulum ist niedrig, eiförmig und gelegentlich undeutlich gespalten. An den Zehen zeigen sich subartikulare kugelförmige Tuberkel. Der innere Mittelfußknochen weist ovale angehobene Tuberkel auf und an dem äußeren Mittelfußknochen sind kleine runde und erhöhte Tuberkel vorhanden. An den Fersen ist keine vertikale Hautfalte vorhanden. Der Mittelamerika-Laubfrosch besitzt die Fähigkeit, seine Hautfarbe zu wechseln. In der Nacht hat der Rücken eine hellgelbe Farbe mit verschiedenen braunen Markierungen. Während des Tages ist der Rücken lohfarben-gelblich oder hellbraun mit dunkelbraunen oder roten Markierungen. Der Bauch weist eine weiße Färbung auf. Während der Paarungszeit hat das Männchen eine gelbe Schallblase. Die Oberschenkel sind einheitlich gelb gefärbt mit einer braunen Streifung. Oft zeigt sich ein schmaler weißer Streifen, der sich von der Nasenöffnung bis zum Bauch erstreckt. Die dorsale Musterung ist variabel.
Mittelamerika-Laubfrosch
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Mittelamerika-Laubfrosch
Einige Individuen haben ein X-Muster auf dem Rücken oder zwei Längsbinden, die mit einer Querbinde verbunden sind. Andere Individuen weisen auf dem Rücken unregelmäßige dunkelbraune Striche auf. Die Populationen aus Mexiko und Guatemala weisen seitliche braune Streifen auf, die sich nur bis zur Sakral-Region erstrecken. Die Populationen aus Costa Rica habn dagegen viele Streifen, die sich bis zur Leistengegend erstrecken. Die Iris ist bronzefarben. Die Gesamtlänge der Kaulquappen beträgt etwas 28,0 Millimeter und die Kopf-Rumpf-Länge etwa 9,2 Millimeter. Die Augen sind dorsolateral und die Schnauze ist spitz zulaufend und fein gezackt. Der Körper ist breiter als tief. Die Rückenflosse erstreckt sich auf dem gesamten Körper. Das Spritzloch ist sinistral. Die Kaulquappen weisen einen gelben Rücken und einen weißen Bauch auf. Die hintere Hälfte des Schwanzes ist orangefarben. Im Larvenstadium verläuft ein brauner Streifen von der Schnauze bis zu den Augen.

Lebensweise

Die Verbreitung reicht vom pazifischen Tiefland im Südosten von Costa Rica, im Osten von Kolumbien, im nördlichen Südamerika bis zum Amazonas-Becken und von Mexiko bis nordwestlich von Costa Rica. Der Mittelamerika-Laubfrosch ist auch in Trinidad und Tobago vertreten. In Honduras findet man den Mittelamerika-Laubfrosch in fast allen Regionen, einschließlich Bay Islands, mit Ausnahme im äußersten Süden und im Südwesten. Die Nominatform Dendropsophus microcephalus microcephalus tritt in Höhen unter 560 Meter in Kolumbien auf und die Unterart Dendropsophus microcephalus underwoodi hält sich nicht in Höhen über 350 Meter in Mexiko und in Guatemala auf, aber in südlicheren Regionen kommt die Unterart auch in höheren Lagen vor, zum Beispiel in Silencio, Costa Rica, bei 780 Meter und in Montana de Guaimaca, Honduras bei 830 Meter und in Finca Tepeyac bei 960 Meter sowie in Finca Renecia, Nicaragua bei 1.200 Meter. Der Mittelamerika-Laubfrosch lebt hauptsächlich auf Weiden und in degradierten Wäldern, aber nicht innerhalb des primären Regenwaldes, sondern in offenen Landschaften, an Straßenrändern, Gräben und in kurzlebigen Teichen. Auf Bay Islands von Honduras lebt der Mittelamerika-Laubfrosch in Laubwäldern, Sümpfen und in Mooren.

Mittelamerika-Laubfrosch
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Mittelamerika-Laubfrosch

Unterarten

  • Dendropsophus microcephalus microcephalus - Cope, 1886
  • Dendropsophus microcephalus misera - Fouquette, 1968
  • Dendropsophus microcephalus underwoodi - Duellman & Fouquette, 1968

Verbreitung

Der Mittelamerika-Laubfrosch ist in folgenden Ländern verbreitet: Belize, Brasilien, Kolumbien, Costa Rica, Französisch-Guayana, Guatemala, Guyana, Honduras, Mexiko, Nicaragua, Panama, Suriname, Trinidad und Tobago sowie Venezuela.

Ernährung

Der Mittelamerika-Laubfrosch ist überwiegend ein Insektenfresser, der sich von Ameisen, Termiten, Käfern und Fliegen in passender Größe ernährt. Hier und da werden auch Spinnentiere und kleinere Gliederfüßer erbeutet. Er fängt die Beutetiere mit Hilfe seiner klebrigen Zunge. Die Larven und Jungfrösche ernähren sich zudem auch von Plankton und Kleinstlebewesen wie Insektenlarven.

Fortpflanzung

Mittelamerika-Laubfrosch
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Mittelamerika-Laubfrosch

Während der Paarungszeit versammeln sich die Männchen in großen Gruppen um die Brutgebiete und rufen aus Gräsern oder Seggen am Rande des Wasser. Bevorzugte Brutgebiete sind temporäre Teiche, flache Gräben oder Sümpfe. Die Rufe der Männchen sind eine Reihe von kurzen, sekundären gepaarten Noten. Die primären Rufe dauern 0,05 bis 0,15 Sekunden und die sekundären Rufen dauern 0,06 bis 0,11 Sekunden. In der Regel rufen die Männchen in großen Chören, diese können sich aus Tausenden von Individuen zusammensetzen. Doch während der Trockenzeit versammeln sich nur ein paar Männchen und rufen von einem trockenen Sumpf aus. Einige Weibchen bevorzugen Männchen mit aggressiven und wiederholten Rufen. Wenn die Weibchen sich den Männchen nähern, dann werden die Rufe schneller. Hat sich ein potentielles Weibchen gefunden erfolgt die Paarung. Nach erfolgreicher Paarung heftet das Weibchen die Eier in Form kleiner Klumpen unter Wasser an Pflanzen. Nach der Reifung der Eier schlüpfen die Larven. Dies geschieht in der Regel in zwei bis drei Tagen. Kurz nach dem Schlupf ernähren sie sich vom Dottersack ihres Eies. Kurz danach machen sie bereits Jagd auf Mikroorganismen und Plankton und zelluläre Abfallstoffe. Dabei sind sie keineswegs wählerisch. Erbeutet wird alles, was sich überwältigen läßt. Die Gesamtlänge der Kaulquappen beträgt etwas 28,0 Millimeter und die Kopf-Rumpf-Länge etwa 9,2 Millimeter. Die Augen sind dorsolateral und die Schnauze ist spitz zulaufend und fein gezackt. Der Körper ist breiter als tief. Die Rückenflosse erstreckt sich auf dem gesamten Körper. Das Spritzloch ist sinistral. Die Kaulquappen weisen einen gelben Rücken und einen weißen Bauch auf. Die hintere Hälfte des Schwanzes ist orangefarben. Im Larvenstadium verläuft ein brauner Streifen von der Schnauze bis zu den Augen. Gegen Ende der larvalen Entwicklung erfolgt die Ausbildung der Extremitäten. In der Übergangsphase hält sich der Jungfrosch meist noch in der Nähe des Laichgewässers auf, ehe er vollständig das aquatile Leben aufgibt. Während der Anfangsphase lebt der Jungfrosch noch von seinen Reserven, wobei der Schwanz vollständig resorbiert wird. Erst danach geht der Jungfrosch aktiv auf die Jagd und verläßt sein Heimatgewässer. Dabei stellt er seine Ernährungsgewohnheiten vollständig um.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gehört der Mittelamerika-Laubfrosch heute noch nicht zu den bedrohten Arten. Er ist in weiten Teilen des Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt der Mittelamerika-Laubfrosch selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird er als least concern (nicht gefährdet) geführt. Lokal häufig tritt der Mittelamerika-Laubfrosch im entsprechenden Lebensraum auf. Zu der größten Bedrohung zählt der Verlust von Lebensraum durch die Zerstörung natürlicher Wälder.

Anhang

Literatur und Quellen

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