Mexikanische Rotknie-Vogelspinne

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Mexikanische Rotknie-Vogelspinne

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Vogelspinnenartige (Mygalomorphae)
Familie: Vogelspinnen (Theraphosidae)
Unterfamilie: Theraphosinae
Gattung: Brachypelma
Art: Mexikanische Rotknie-Vogelspinne
Wissenschaftlicher Name
Brachypelma smithi
Pickard-Cambridge, 1897

Die Mexikanische Rotknie-Vogelspinne (Brachypelma smithi) gehört innerhalb der Familie der Vogelspinnen (Theraphosidae) zur Gattung Brachypelma. Im Englischen wird die Mexikanische Rotknie-Vogelspinne Mexican redknee tarantula genannt. Die Art ist monotypisch, demnach sind keine Unterarten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Mexikanische Rotknie-Vogelspinne erreicht eine Größe von rund acht bis zehn cm und gehört somit zu den mittelgroßen Vogelspinnen. Vorder- und Hinterkörper setzen sich deutlich voneinander ab. Am vorderen Teil des Körpers sitzen neben den acht Beinen auch die Tastorgane (Pedipalpen), die acht Augen und die Beißklauen (Cheliceren). Die Spinnwarzen sowie die Geschlechtsorgane befinden sich am Hinterleib. Beißklauen, Beine und der Vorderkörper sind durchweg schwarz. Der Rücken weist einige hellbraune Musterungen auf. Namensgebend bei dieser Vogelspinne sind die rötlichen vierten Beinglieder an jedem Bein. Der Hinterkörper ist ebenfalls schwarz und mit rötlichen Haaren bedeckt. Diese Haare, die sogenannten Brennhaare, dienen der Vogelspinne bei Gefahr als Waffe. Diese Haare kann sie durch schnelles Reiben des letzten Beinpaares auf dem Hinterleib in einer großen Wolke abstreifen. Die Härchen rufen bei Berührung mit der Haut einen starken Juckreiz oder beim Einatmen eine Entzündung der Schleimhäute hervor. Auch ein Biss der Vogelspinne kann sehr schmerzhaft sein. Das abgegebene Gift ist allerdings für den Menschen nicht weiter gefährlich.

Lebensweise

Sie leben gewöhnlich in kleinen Höhlen oder unter Steinen. Aufgrund der Wildfänge und der Vernichtung ihrer Lebensräume stand die Art in den achtziger Jahren kurz vor der Ausrottung. Seither werden sie im Washingtoner Artenschutzabkommen, Anhang 2, als bedrohte Art geführt und stehen unter weltweitem Schutz.

Verbreitung

Die Mexikanische Rotknie-Vogelspinne ist insbesondere im Südwesten Mexikos verbreitet. Kleinere Populationen gibt es auch im Norden Mexikos, im zentralen Mexiko kommen sie nur sehr lückenhaft vor. Sie fühlt sich sowohl in Trockenwäldern als in Savannen zu Hause.

Nahrung

Die Vogelspinne frisst alles was sich überwältigen lässt. Neben Insekten und kleinen Reptilien stehen auch kleine Säugetiere auf ihrer Speisekarte. Größere Beutetiere werden mit einem Giftbiss getötet.

Fortpflanzung

Mexikanische Rotknie-Vogelspinne
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Mexikanische Rotknie-Vogelspinne

In Abhängigkeit vom Nahrungsangebot erreichen die Spinnen die Geschlechtsreife nach frühestens fünf Jahren. Das Männchen erreicht die Geschlechtsreife nach der letzten Häutung, man spricht hier von Reifehäutung. Das Männchen baut in der Paarungszeit ein spezielles Netz (Spermanetz), in das es aus seiner Geschlechtsöffnung, am Hinterleib, einen Spermatropfen absetzt. Diesen nimmt es dann mit dem Begattungsorgan an den Pedipalpen auf. Erst jetzt geht es auf die Suche nach einer Partnerin. Weibchen häuten sich übrigens lebenslang vier mal im Jahr.

Ist ein Weibchen gefunden, so versucht das Männchen das Weibchen durch charakteristisches Trommeln aus dem Bau zu locken. Wird das Trommeln erwidert, so ist das Weibchen paarungsbereit und verlässt die Höhle. Das Männchen stämmt das Weibchen, mit den Schienbeinhaken, die sich am ersten Beinpaar befinden, so weit in die Höhe, dass es mit den Paarungsfortsätzen (Bulben) an den Tastern (Pedipalpen), an die Geschlechtsöffnung am Hinterleib des Weibchens kommt. Dort führt es den skorpionstachelähnlichen Fortsatz in die Geschlechtsöffnung ein, und entlässt den Spermatropfen. In dieser Zeit ist das Weibchen wie in Trance und wird dem Männchen nicht gefährlich. Danach verlässt das Männchen den Platz des Geschehens sehr schnell, um nicht als Beutetier zu enden.

Nach erfolgreicher Paarung legt das Weibchen bis zu 1.000 Eier in einen Kokon innerhalb ihrer Wohnhöhle. Die Eiablage erfolgt zwei bis drei Monate nach der Paarung. Nach weiteren drei Monaten schlüpfen die Jungspinnen und verlassen die Wohnhöhle der Mutter. Nach dem Schlupf haben die Jungspinnen eine Größe von 5 mm. Die Nymphen sind nun auf sich allein gestellt. Nach der Reifehäutung hat das Männchen noch eine Lebenserwartung von zwei Jahren, insgesamt also sieben bis zehn Jahre. Weibchen können unter optimalen Umständen ein Alter von bis zu 15 Jahren erreichen.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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