Merriams Kängururatte

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Merriams Kängururatte

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Mäuseverwandte (Myomorpha)
Familie: Taschenratten (Geomyidae)
Unterfamilie: Heteromyinae
Tribus: Dipodomyini
Gattung: Dipodomys
Art: Merriams Kängururatte
Wissenschaftlicher Name
Dipodomys merriami
Mearns, 1890

Verbreitungsgebiet

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Merriams Kängururatte (Dipodomys merriami) zählt innerhalb der Familie der Taschenratten (Geomyidae) zur Gattung Dipodomys. Im Englischen wird die Merriams Kängururatte merriam's kangaroo rat genannt. Der Gattungsname stammt aus dem Griechischem und bedeutet di = "zwei", podos = "Fuß" und myos = "Maus". Grund für diesen Gattungsnamen ist die bipedale Fortbewegungsmethode (Hayssen, 1991).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Merriams Kängururatte erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von etwa 8,0 bis 14,0 Zentimeter und eine Schwanzlänge von etwa 14,0 bis 16,0 Zentimeter, so dass die Gesamtlänge 22,0 bis 30,0 Zentimeter beträgt. Das Körpergewicht liegt bei etwa 40,0 bis 45,0 Gramm. Die Grundfärbung des Fells ist hellbraun oder braun. Der Körper ist mit dunklen Streifen gezeichnet, die bis zum Kopf reichen. Das Gesicht ist mit dunklen Markierungen bedeckt. Ferner weist die Merriams Kängururatte externe Backentaschen auf. In diesen Backentaschen bewahrt sie die gesammelten Samen auf. Der Bauch ist mit einem weißen, seidigen Fell bedeckt. Im Gegensatz zu den beiden pazifischen Kängururatten Dipodomys simulans und Dipodomys stephensi mit fünf Zehen an den Hinterfüßen, weisen die Hinterfüße der Merriams Kängururatte vier große Zehen (39,0 Millimeter) mit behaarten Sohlen auf. Diese behaarten Sohlen unterstützen die Merriams Kängururatte beim Springen durch losen Sand. Besonderes Merkmal ist der relativ lange Schwanz mit einem großen Haarbüschel an der Spitze. Man nimmt an, dass der große Haarbüschel der Stabilisierung beim Hüpfen oder Springen dient. Die Vorderbeine sind zurückgebildet. Die Ohren sind klein und haarlos und die Augen sind groß und hell, ähnlich den Augen der anderen nachtaktiven Säugetiere. Das Gebiss besteht aus 20 Zähnen und die zahnmedizinische Formel lautet 1/1, 0/0, 1/1, 3/3 (Vaughn, 1999).

Lebensweise

Merriams Kängururatten sind Einzelgänger. Sie sind während der Nacht aktiv, vor allem wenn die Luft eine sehr hohe Feuchtigkeit aufweist. Im Laufe des Tages bleiben sie in ihrem Bau. Der Bau ist eine flache Öffnung im Boden und befindet sich meist in der Nähe von Sträuchern. Sie können sehr aggressiv werden, sogar gegenüber ihren Artgenossen. Fühlt sich die Merriams Kängururatte bedroht und wird sie in die Enge getrieben, dann schleudert sie Sand in das Gesicht des Angreifers. Eine weitere Verteidigung sind die großen Sprünge mit ihren Hinterbeinen. Die meiste Zeit verbringt die Merriams Kängururatte mit Sammeln und Verteilen von Samen außerhalb ihrer Höhle.

Unterarten

Merriams Kängururatte
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Merriams Kängururatte
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Merriams Kängururatte

Es werden nach Wilson et. al (2005) insgesamt 19 Unterarten der Merriams Kängururatte unterschieden:

  • Dipodomys merriami merriami - Mearns, 1890 - NW-Nevada, SO-Kalifornien, Utah, W/S-Arizona, Peloncillo Mt. (New Mexico), Rio Yaqui (S-Sonora)
  • Dipodomys merriami ambiguus - Merriam, 1890 - nördl. Z-Mexiko, W- New Mexico, W-Texas, S-/O-Chihuahua, NO-Durango, S-Coahuila, bis Z-Nuevo Leon
  • Dipodomys merriami annulus - Huey, 1951 - Golf von Mexiko, von Baja Los Angeles bis Santa Teresa
  • Dipodomys merriami arenivagus - Elliot, 1904 - O-Sierra San Pedro Mártir, Sierre Juarez, von S-USA, W- Colorados (Fluss), südlich bis San Felipe, Baja California und Mexiko
  • Dipodomys merriami atronasus - Merriam, 1894 - südl. Z-Mexiko, von Durango bis SO-Coahuila, bis SW-Aguascalientes, bis San Luis Potosí­ und Tamaulias
  • Dipodomys merriami brunensis - Huey, 1951 - Golf von Kalifornien, von El Valle de Yaqui, Santa Rosalia, bis S-Bahia Concepcion und Baja California
  • Dipodomys merriami collinus - Lidicker, 1960 - San Felipe, Earthquake, Mason (La Puerta) östlich Sand Diegos, Kalifornien [EN]
  • Dipodomys merriami frenatus - Bole, 1936 - Virigin River Valley (Washington), Utah, bis Beaver Dam Mt., nördlich bis Veyo, weiter östlich bis Springdale
  • Dipodomys merriami insularis - Merriam, 1907 - Isla San José (Mexiko) [CR]
  • Dipodomys merriami margaritae - Merriam, 1907 - Santa Margarita (Baja California)
  • Dipodomys merriami mayensis - Goldman, 1928 - am Rio Yaqui (Fluss), S-Sonora, bis N-Sinaloa, S-Rio del Fuerte (Fluss)
  • Dipodomys merriami melanurus - Merriam, 1893 - San Jorge (Sonora), Kapregion von Baja California
  • Dipodomys merriami mitchelli - Mearns, 1897 - Tiburon Island (Kalifornien), Golf von Kalifornien, Sonora
  • Dipodomys merriami olivaceus - Swarth, 1929 - SO-Arizona, (Cochise, Santa Cruz), W-New Mexiko östlich der Peloncillo Mt., Luna, W-Dona Ana, N-Sieree Madre Occidental, O-Sonora
  • Dipodomys merriami parvus - Rhoads, 1894- San Bernardino, San Jacinto (Kalifornien) [EN]
  • Dipodomys merriami platycephalus - Merriam, 1907- Pazifische Hochebene, S-Sierra San Pedro Martir, San Fernando
  • Dipodomys merriami quintinensis Huey, 1951 - San Quinta­ Plain entlang des Pazifiks, bis Domingo, El Rosario (Baja California)
  • Dipodomys merriami trinidadensis - Huey, 1951 - Jucumba Valley, Mt. Springs (S-San Diego), Kalifornien, Baja California, Mexiko
  • Dipodomys merriami vulcani - Benson, 1934 - Toroweap Valley (Arizona)

Verbreitung und Lebensraum

Laut der Roten Liste der IUCN ist die Merriams Kängururatte im Südwesten der USA und in Nordmexiko verbreitet, einschließlich in Gebieten von Kalifornien, Arizona, Utah, Nevada, New Mexico, Texas, Baja California, Baja California Sur, Chihuahua, Durango, Coahuila, Nuevo Leon, Aguascalientes, San Luis Potosi, Tamaulipas, Sonora, Sinaloa und die Inseln Margarita und San Jose. Populationen auf diesen beiden Inseln wurden bisher als eigenständige Arten geführt. Zusammengefaßt ist die Merriams Kängururatte in folgenden Ländern nativ: Mexiko (Baja California, Baja California Sur, Durango, San Luis Potosí, Sinaloa, Sonora, Zacatecas), Vereinigte Staaten von Amerika (Arizona, Kalifornien, Nevada, New Mexico, Texas, Utah). Die Merriams Kängururatte tritt in einem breiten Spektrum von Lebensräumen mit einem Substrat aus sandigen Böden, Ton, Kies oder Felsen auf. Die Vegetation ist durch Wüstengebüsch, Beifuß, Pinyon-Wacholder und Palmlilien gekennzeichnet.

Ernährung

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Merriams Kängururatte

Die Ernährung der Merriams Kängururatte besteht fast vollständig aus Samen. In erster Linie bevorzugt sie die Samen von Mimosengewächsen (Mimosoideae), Jochblattgewächsen (Zygophyllaceae), heidekrautartigen Gewächsen und von Süßgräsern. Die Samen machen insgesamt bis zu 64 Prozent der Nahrung aus. Die Ernährung ist jedoch vielfältig und variiert saisonal. Insekten (Insecta) werden gelegentlich verzehrt, vor allem in den Wintermonaten und grüne Vegetation meistens in der Mitte der Sommermonate.

Fortpflanzung

Die Merriams Kängururatte hat eine hohe Reproduktionsrate. Die Fortpflanzungszeit beginnt Anfang Februar und erstreckt sich bis in den Frühling, zumindet bis in den Mai hinein. Die Tragzeit beträgt etwa 28 bis 32 Tage. Zwischen einem und sechs Jungtiere werden geboren, mit einem Durchschnitt von drei Jungtieren. Die neugeborenen Jungtiere wiegen zwischen 3,0 und 8,0 Gramm. Die Jungen werden nach 15 bis 25 Tagen entwöhnt und die Geschlechtsreife erreichen sie zwischen 60 und 84 Tagen. Die Merriams Kängururatte kann bis zu 9,8 Jahre leben. Die durchschnittliche Reviergröße eines Männchens beträgt 67.300 Quadratmeter, wenige als ein Hektar und die durchschnittliche Reviergröße eines Weibchens beträgt etwa 4.000 Quadratmeter (Grzimek, 1990).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Die Merriams Kängururatte gehört heute noch nicht zu den gefährdeten Tierarten. In der Roten Liste der IUCN wird die Art daher als nicht gefährdet (LC, Least Concern) geführt. Zwei Unterarten, und zwar Dipodomys merriami collinus und Dipodomys merriami parvus droht Verlust von Lebensraum aufgrund der raschen Ausweitung der Küsten-Metropolen in Kalifornien (Hafner et al. 1998).

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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