Mausgrauer Sandschnellkäfer

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Mausgrauer Sandschnellkäfer

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Käfer (Coleoptera)
Unterordnung: Friedkäfer (Polyphaga)
Überfamilie: Elateroidea
Familie: Schnellkäfer (Elateridae)
Gattung: Adelocera
Art: Mausgrauer Sandschnellkäfer
Wissenschaftlicher Name
Adelocera murina
(Linnaeus, 1758)

Der Mausgraue Sandschnellkäfer (Adelocera murina), auch unter den Synonymen Agrypnus murinus, Elater kokeilli, Elater murinus und Lacon murinus sowie unter der Bezeichnung Mausgrauer Schnellkäfer bekannt, zählt innerhalb der Familie der Schnellkäfer (Elateridae) zur Gattung Adelocera. Im Englischen wird der Mausgraue Sandschnellkäfer grey click beetle genannt. Die Art ist monotypisch, demnach sind keine Unterarten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Mausgraue Sandschnellkäfer erreicht eine Körperlänge von 15 bis 17 Millimeter. Der Oberkörper und die Flügeldecken sind auffallend dicht mit Schuppen bedeckt. Die Grundfärbung ist ein graubraun, wobei hellere Muster den ganzen Körper überziehen. Die Körperform ist länglich oval und relativ flach. Der Thorax ist länglich und setzt sich deutlich vom Abdomen ab. Der Kopf ist recht klein, an ihm liegen seitlich kleine Facettenaugen. Die Fühler sind feingliedrig und deutlich gesägt. Extremitäten und Fühler weisen eine bräunliche Färbung auf.

Lebensweise

Bei Gefahr stellen sie sich Tod und lassen sich zu Boden fallen. Landen sie dabei auf dem Rücken, so kommt bei ihnen ein Sprungapparat zum Einsatz, mit Hilfe dessen sie sich aus dieser misslichen Lage befreien können. Durch ruckartiges Zurückschnellen ihres Kopfes wird ein kleiner hakenförmiger Auswuchs aktiviert, der den Käfer nach oben schnellen läßt. Die Flugzeit erstreckt sich in den gemäßigten Regionen von Mai bis Oktober.

Verbreitung

Mausgrauer Sandschnellkäfer
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Mausgrauer Sandschnellkäfer

In Europa ist der Mausgraue Sandschnellkäfer sehr weit verbreitet. Sein Verbreitungsgebiet reicht hier von Südeuropa bis nach Skandinavien. Auch in Asien kommt er häufig vor. Hier kann man ihn selbst bis nach Sibirien beobachten. Laut neuesten Forschungsergebnissen soll er auch in Nordamerika vorkommen. Meist trifft man den Käfer im Tiefland oder in mittleren Höhenlagen an. Man findet ihn meist in Wäldern oder deren Rändern. Seltener auch auf Feuchtwiesen und im Buschland.

Ernährung

Der Mausgraue Sandschnellkäfer ernährt sich hauptsächlich von den Blüten verschiedener Doldengewächsen. Aber auch andere blütentragende Pflanzen werden gerne angenommen. Die Larven, die sogenannten Drahtwürmer ernähren sich zum einen von Totholz und zum anderen von Insekten und deren Larven.

Fortpflanzung

Im Sommer legt das Weibchen des Mausgrauen Sandschnellkäfers zwischen 100 und 250 Eier in den Boden, meist in oder unter Totholz. Hierbei handelt es sich in der Regel um Nadelgehölze, seltener auch um Laubhälzer. Im August oder September schlüpfen die Larven. Wie bei allen Arten aus der Familie der Schnellkäfer so werden die Larven dieser Art auch Drahtwürmer genannt. In der ersten Lebensphase ernähren sich die Larven von Totholz, später ernähren sie sich räuberisch von anderen Insekten und deren Larven. Sie können eine Länge von etwas über 22 Millimeter erreichen. Die Entwicklungszeit der Larve erstreckt sich über drei bis fünf Jahre. Am Ende der Larvalzeit steht die Verpuppung. Der Schlupf der fertigen Käfer erfolgt meist im Herbst. Er bleibt aber bis zum nächsten Frühjahr im Boden und kommt meist im Mai an die Oberfläche.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Heiko Bellmann: Insekten (ohne Schmetterlinge). Erkennen und Bestimmen. 2002 by Mosaik Verlag in der Verlagsgruppe FALKEN/Mosaik, einem Unternehmen der Verlagsgruppe Random House GmbH, 81673 München / 5 4 3 2 1. ISBN 3-576-11476-9
  • Dr. Helgard Reichholf-Riem: Steinbachs Naturführer. Insekten. Mit Anhang Spinnentiere. München: Mosaik Verlag GmbH, München 1984. ISBN 3-570-01187-9
  • Ake Sandhall, übersetzt von Dr. Wolfgang Dierl: BLV Bestimmungsbuch 15. Insekten und Weichtiere. Niedere Tiere und ihre Lebensräume-Gliedertiere, Würmer, Nesseltiere, Weichtiere, Einzeller. BLV Verlagsgesellschaft mbH, München Wien Zürich 1984. ISBN 3-405-11390-3
  • Michael Chinery: Pareys Buch der Insekten: Ein Feldführer der europäischen Insekten. Übersetzt und bearbeitet von Dr. Irmgard Jung und Dieter Jung. Verlag Paul Parey 1987. Hamburg und Berlin. ISBN 3-490-14118-0
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