Marmor-Querzahnsalamander

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Marmor-Querzahnsalamander

Systematik
Klasse: Amphibien (Amphibia)
Unterklasse: Lissamphibia
Ordnung: Schwanzlurche (Caudata)
Überfamilie: Salamanderverwandte (Salamandroidea)
Familie: Querzahnmolche (Ambystomatidae)
Gattung: Eigentliche Querzahnmolche (Ambystoma)
Art: Marmor-Querzahnsalamander
Wissenschaftlicher Name
Ambystoma opacum
Gravenhorst, 1807

IUCN-Status
Least Concern (LC) - IUCN

Der Marmor-Querzahnsalamander (Ambystoma opacum) zählt innerhalb der Familie der Querzahnmolche (Ambystomatidae) zur Gattung der Eigentlichen Querzahnmolche (Ambystoma)

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Marmor-Querzahnsalamander gehört zu den kleineren Querzahnmolchen (Ambystomatidae) und erreicht eine Länge von 10 bis 13 Zentimeter. Männchen bleiben kleiner und auch leichter als Weibchen. Der Schwanz macht in etwa 30 bis 45 Prozent der Gesamtlänge aus. Markantes Merkmal ist die gestreift marmorierte Musterung auf einer schwarzen Körperoberfläche. Im Bereich des Schwanzes geht die Streifung in eine Bänderung über. Die Streifen und Bänder weisen eine weißliche bis hellgraue Färbung auf. Bei den Männchen sind die Muster meist leuchtender gefärbt, bei den Weibchen entsprechend matt. Die Extremitäten sind kurz aber kräftig ausgebildet. Die Füße der Hinterbeine enden in fünf Zehen, die Füße der Vorderbeine enden in jeweils vier Zehen. Der große Kopf, der sich mit einer kurzen breiten runden Schnauze und mittelgroßen stark hervorquellenden Augen zeigt, ist beim Marmor-Querzahnsalamander deutlich vom Hals abgesetzt. Im Bereich des Gaumens befinden sich quergestellte Zahnreihen, die nach hinten zusammenlaufen. Diese Eigenschaft war für die Familie der Querzahnmolche namensgebend.

Lebensweise

Marmor-Querzahnsalamander leben in der Regel einzelgängerisch. Nur selten sind sie paarweise oder in kleineren Gruppen anzutreffen. Sie gelten als träge und bewegen sich in ihrem Lebensraum nur wenig. Ihre aktivste Zeit haben die Tiere während der Paarungszeit. Während der Paarungszeit kommt es zu Wanderungen in die Laichgewässer und zu Balztänzen, an der meist mehrere Männchen und Weibchen beteiligt sind. Abgesehen von der Nahrungssuche leben die Tiere zumeist zurückgezogen unter Laub oder in unterirdischen Bauten. Vor allem die Bauten werden gegenüber Artgenossen erbittert verteidigt. Meist sind sie jedoch nur wenig territorial, dies ändert sich allerdings wenn die Nahrung knapp wird.

Zur kalten Jahreszeit begeben sich Marmor-Querzahnsalamander an eine geschützte Stelle und überwintern dort. Viele Tiere überleben die Winterruhe nicht oder werden von Fressfeinden wie Streifenskunks (Mephitis mephitis), Wiesel (Mustela), Nordamerikanische Waschbären (Procyon lotor) oder auch Greifvögeln (Falconiformes) und Eulen (Strigiformes) aufgespürt und gefressen. Zur Feindabwehr sondern Marmor-Querzahnsalamander Sekrete über auf dem Rücken befindliche Drüsen ab. Darüber hinaus können Marmor-Querzahnsalamander ihren Schwanz abwerfen. Dazu verfügt der Schwanz über mehrere Sollbruchstellen. Selbst nachdem der Schwanz abgeworfen wurde, bewegt er sich durch Muskelkontraktion und lenkt die Aufmerksam von Fressfeinden ab.

Verbreitung

Marmor-Querzahnsalamander kommen im Osten, Südosten und im Süden der USA vor. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich hier von New Hampshire über Florida und im Westen bis nach Texas. Marmor-Querzahnsalamander sind nur in der Nähe von adäquaten Laichgewässern anzutreffen. Dies können Teiche, waldreiche Sumpfgebiete oder auch größere Tümpel sein.
begehrter Snack: Tauwurm (Lumbricus terrestris)
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begehrter Snack: Tauwurm (Lumbricus terrestris)
Erwachsene Tiere leben jedoch ausschließlich an Land. Man trifft auf die Tiere sowohl in der Ebene als auch im Hügelland. Tagsüber halten sich die nachtaktiven Marmor-Querzahnsalamander gerne unter Laub oder Baumstämmen verborgen, in der Nacht oder auch bei Regen kommen sie zum Vorschein und gehen auf Nahrungssuche.

Ernährung

Der Marmor-Querzahnsalamander ernährt sich als Ansitz- und Lauerjäger hauptsächlich von Insekten (Insecta), Spinnentieren (Arachnida), Asseln (Isopoda), Regenwürmern (Lumbricidae) wie den Tauwurm (Lumbricus terrestris) sowie verschiedenen Gliederfüßern (Arthropoda). Die Larven fressen hauptsächlich Zooplankton wie Kleinstlebewesen, auch Schnecken (Gastropoda) und die Larven anderer Tiere. Auch vor den Larven der eigenen Art machen sie dabei keineswegs halt.

Fortpflanzung

Unter natürlichen Bedingungen erreicht ein Marmor-Querzahnsalamander die Geschlechtsreife mit zwei bis drei Jahren. Bereits im zeitigen Frühjahr, oft schon im auslaufenden Winter, beginnt die Paarungszeit. Während der Paarungszeit besetzen die Männchen ein kleines Revier. Männchen paaren sich jährlich, Weibchen hingegen verpaaren sich zumeist nicht jährlich, sondern nur alle zwei bis drei Jahre. Balz, Paarung und Eiablage erfolgen ausschließlich an Land.
Oben das grausilber gefärbte Weibchen, unten das hellsilber gefärbte Männchen.
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Oben das grausilber gefärbte Weibchen, unten das hellsilber gefärbte Männchen.
Im Zuge des Balztanzes legt ein Männchen eine Spermatophore (eine kegelförmige Geleemasse mit einem Samenzellenpaket) in unmittelbarer Nähe zu einem Weibchen ab, indem er kräftig seinen Schwanz für eine Minute rüttelt. Das Weibchen begibt sich dann über die Spermatophore und rüttelt ebenfalls ihren Schwanz, dabei hebt sie die Spermatophore mit ihrer Kloake auf. Es kommt beim Marmor-Querzahnsalamander also nicht zu einer externen Befruchtung, sondern zu einer internen Befruchtung, jedoch ohne den Umweg über eine Kopulation im eigentlichen Sinne.

Etwa ein bis zwei Tage nach der Aufnahme des Samenzellenpaketes folgt dann das Ablaichen. Je nach Alter und Ernährungszustand des Weibchens werden 80 bis 120, selten auch bis 250 Eier abgelegt, die einen Durchmesser von rund 2 bis 2,2 Millimeter aufweisen. Die einzelnen Eier befinden sich in kleinen Trauben (zusammenhängende Gebilde), sie sind dabei durch einen schützenden Geleemantel umgeben. Das Weibchen betreibt eine Brutpflege. Sie schützt die Eier vor Fressfeinden, schützt sie vor Austrocknung und auch vor Verpilzung. Abgestorbene Eier werden von ihr aus dem Gelege entfernt.

Zur Eiablage kommt es zumeist in der Nacht. Während der Paarungszeit kommt es zu mehreren Gelegen, die in etwa immer die gleiche Größe aufweisen. Die Eiablage erfolgt in der Regel in Erdhöhlen, in geschützten Erdmulden oder unter Todholz. Das Weibchen braucht mehrere Nächte bis sie mit dem Absetzen vollständig fertig ist. Zwischendurch legt das Weibchen eine Pause ein, die länger als eine Stunde betragen kann, dabei verharrt das Weibchen bewegungslos am Boden.
Jungtiere
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Jungtiere
Die eigentliche Brutzeit beginnt nach den ersten Regenfällen im Herbst. Fällt der Regen aus, so kommt es zu einer Überwinterung der Eier.

Die geschlüpften Larven, der Schlupf erfolgt nach 40 bis 50 Tagen, weisen eine Länge von etwa 10 Millimeter auf. Bevor die Jungtiere selbständig nach Nahrung suchen, zehren sie von ihrem Dottervorrat. Sie ernähren sich von Kleinstlebenwesen wie wirbellosen Tieren und anderen Larven. Das Wachstum der Larven ist ausgesprochen schnell. Die larvale Entwicklung erstreckt sich meist über acht bis neun Monate. Während dieser Zeit leben die Jungtiere (Larven) ausschließlich im Wasser. Mit Beendigung der Metamorphose weisen die Jungtiere eine Länge von gut fünf bis sechs Zentimeter auf.

Gefährdung und Schutz

Die Art an sich ist heute noch nicht bedroht. Demzufolge wird der Marmor-Querzahnsalamander in der Roten Liste der IUCN als nicht gefährdet geführt. Jedoch ist er in einigen Teilen seiner Verbreitungsgebiete heute selten geworden. Im US-Bundesstaat Michigan gilt er als gefährdet und steht unter Schutz. Viele Marmor-Querzahnsalamander kommen auf den Wanderungen zu den Laichgewässern ums Leben, da sie auf Straßen überfahren werden. Ein weiterer Gefährdungsfaktor ist die Wasserverschmutzung. Der Marmor-Querzahnsalamander reagiert äußerst sensibel beispielweise auf gestiegene PH-Werte des Wassers.

Anhang

Adultes Männchen mit zweijährigem Jungtier.
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Adultes Männchen mit zweijährigem Jungtier.

Literatur und Quellen

  • Kurt Deckert: Urania-Tierreich - Fische, Lurche, Kriechtiere. Urania-Verlag Leipzig - Jena - Berlin 1991. ISBN 3-332-00376-3
  • Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Fische 2, Lurche. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co.KG, München Oktober 1993. ISBN 3-423-05970-2

Links

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