Margarita-Kängururatte

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Margarita-Kängururatte
Foto/Zeichnung folgt.

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Mäuseverwandte (Myomorpha)
Familie: Taschenratten (Geomyidae)
Unterfamilie: Heteromyinae
Tribus: Dipodomyini
Gattung: Dipodomys
Art: Margarita-Kängururatte
Wissenschaftlicher Name
Dipodomys margaritae
Merriam, 1907

IUCN-Status
Critically Endangered (CR)

Die Margarita-Kängururatte (Dipodomys margaritae) zählt innerhalb der Familie der Taschenratten (Geomyidae) zur Gattung Dipodomys. Im Englischen wird die Art Margarita Island Kangaroo Rat genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt. Der Artstatus ist umstritten, Forscher wie Wilson & Reeder (2005) sehen die Art als Unterart der Merriams Kängururatte (Dipodomys merriami) (Goldman, 1951). Der Gattungsname stammt aus dem Griechischem und bedeutet di = "zwei", podos = "Fuß" und myos = "Maus". Grund für diesen Gattungsnamen ist die bipedale Fortbewegungsmethode (Hayssen, 1991).

Inhaltsverzeichnis

Fossile Funde

Fossile Funde der Art sind nicht bekannt. Man geht davon aus, dass die Art seit 20.000 bis 30.000 Jahren auf der Insel isoliert lebt (Best, 1992).

Erkennung und Unterschiede

Die Margarita-Kängururatte ist die einzige Species der Kängururatten, die auf Santa Margarita Island leben. Von der San-Jose-Kängururatte (Dipodomys insularis), die auf San Jose Island vorkommt, unterscheidet sich die Margarita-Kängururatte aufgrund der kleineren Abmessungen, der mehr rötlichbraunen Färbung und der relativ kleineren Ohren. Die Margarita-Kängururatte ist insgesamt kleiner als die nah verwandte Merriams Kängururatte (Dipodomys merriami), die auf dem Festland vorkommt. Auch der Schwanz ist relativ gesehen kürzer (Best, 1992).

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Margarita-Kängururatte ist innerhalb der Gattung eine der kleinsten Arten. Die Art ist dorsal blass-hellbraun bis hell orangebraun gefärbt. Auf dem Schwanz zeigt sich dorsal und ventral eine bräunliche Streifung. Die Markierungen im Gesichtsfeld sind nur blass ausgeprägt, die Wangen sind etwas dunkler. Männchen (n=3) erreichen eine durchschnittliche Gesamtlänge von 238,7 mm, eine Körperlänge von 91,3 mm, eine Schwanzlänge von 147,3 mm, eine HInterfußlänge von 38,0 mm, eine Ohrlänge von 13,0 mm, eine basale Schädellänge von 19,8 mm, eine Schädeltierfe von 11,4 mm und eine Jochbeinbreite von 17,6 mm. Weibchen (n=1) erreichen eine durchschnittliche Gesamtlänge von 247,0 mm, eine Körperlänge von 97,0 mm, eine Schwanzlänge von 150,0 mm, eine HInterfußlänge von 39,0 mm, eine Ohrlänge von 13,0 mm, eine basale Schädellänge von 34,6 mm, eine Schädeltierfe von 11,7 mm und eine Jochbeinbreite von 17,5 mm. Das Verhältnis zwischen Hinterfußlänge und Körperlänge liegt bei 42% und der Schwanz beträgt 160% der Körperlänge (Best, 1992).

Lebensweise

Über die Lebensweise, die Fortpflanzung und die Ernährung ist nichts bekannt.

Verbreitung und Lebensraum

Die Art ist in einer kleiner Region der Insel Santa Margarita Island westlich der Küste von Baja California, Mexico, verbreitet. Das Verbreitungsgebiet auf der Insel umfasst weniger als 70km². Santa Margarita ist eine kleine gebirgige Insel mit felsigen Hängen. Die Vorkommen der Margarita-Kängururatte siedeln sich in Höhen von 300 bis 540 m über NN an. Die Vegetation im Lebensraum der Tiere ist spärlich und wird von großen Kakteen wie Pachycereus spp., Machaerocereus gummosus und Pedilanthus marocarpus domoniert. Margarita-Kängururatten bevorzugen sandige Böden und sind daher nur im Zentrum der Insel anzutreffen (IUCN, 2013).

Biozönose

Lebensraumkonkurrenz

Die Margarita-Kängururatte lebt in Lebensraum- und Nahrungskonkurrenz zu vielen kleinen Säugetierarten wie dem Eselhase (Lepus californicus), Rauhaar-Taschenmäuse (Chaetodipus) wie Chaetodipus spinatus und Chaetodipus arenarius, der Kaktusmaus (Peromyscus eremicus) sowie der Hirschmaus (Peromyscus maniculatus). Zu den Lebensraumkonkurrenten zählen auch zahlreiche Vögel wie Karibikkarakara (Caracara cheriway), der Rotfußfalke (Falco vespertinus), der Wüstengoldspecht (Colaptes chrysoides), Tyrannen (Tyrannidae) der Gattung Myiarchus, Raben und Krähen (Corvus) oder der Felsenzaunkönig (Salpinctes obsoletus) (Best, 1992).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Margarita-Kängururatten stehen kurz vor der Ausrottung. In der Roten Liste der IUCN wird die Art in der Kategorie CR, Critically Endangered, geführt. Aufgrund des sehr kleinen Verbreitungsgebietes wirken sich vor allem intrinsische (von innen her kommende) Faktoren negativ auf die Art aus. Große Gefahren gehen darüber hinaus von verwilderten Hauskatzen (Felis catus) und Haushunden aus (IUCN, 2013).

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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