Maiszünsler

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Maiszünsler
Männchen

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Teilklasse: Neuflügler (Neoptera)
Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Überfamilie: Zünslerfalter (Pyraloidea)
Familie: Zünsler (Pyralidae)
Gattung: Ostrinia
Art: Maiszünsler
Wissenschaftlicher Name
Ostrinia nubilalis
(Hübner, 1796)

Der Maiszünsler (Ostrinia nubilalis) zählt innerhalb der Familie der Zünsler (Pyralidae) zur Gattung der Ostrinia. Im Englischen wird der Maiszünsler european corn borer genannt. Die Art ist monotypisch, demnach sind keine Unterarten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Maiszünsler ist ein Nachtfalter und erreicht eine Spannweite von etwa 25,0 bis 30,0 Zentimeter. Das Weibchen ist leicht geblich-braun gefärbt und mit dunklen, unregelmäßigen, welligen Bändern über den Flügeln versehen. Das Männchen ist etwas kleiner und weist eine dunkle Färbung auf. Die Spitze seines Abdomens überragt die geschlossenen Flügel. Der Maiszünsler ist in der Regel hautfarben und kann aber auch eine hellgraue bis blassrosa Färbung aufweisen. Im Allgemeinen ist das Weibchen im Gegensatz zum Männchen heller gefärbt. Auf jedem Segment zeigen sich auffällige kleine, runde, braune Flecken. Die Larven erreichen eine Körperlänge von etwa 20,0 bis 25,0 Millimeter und sind hellbraun gefärbt. Kopf und Prothorax weisen eine dunkelbraune Färbung auf. Die Raupen unterscheiden sich radikal von denen der Erwachsenen, sowohl im Körperbau als auch in der Lebensweise.

Lebensweise

Maiszünsler - Männchen
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Maiszünsler - Männchen

Der Maiszünsler ist ein Schädling von Getreide, insbesondere von Mais. Er ist in Europa heimisch und befiel ursprünglich Hirse, einschließlich Mais. Der Maiszünsler wurde zuerst in Nordamerika im 1917, in Massachusetts entdeckt und wurde wahrscheinlich vor einigen Jahren aus Europa in Nordamerika eingeführt. Seit seiner ersten Entdeckung in Nordamerika hat sich der Maiszünsler in Kanada sowie im Westen der Vereinigten Staaten von Amerika bis zu den Rocky Mountains ausgebreitet. Die Maiszünsler-Raupen beschädigen die Ähren sowie die Stiele, indem sie durch Kauen einen Tunnel bahnen, dies führt zum Abknicken der Pflanze. Als biologische Schädlingsbekämpfungs-Mittel werden Trichogramma spp., der Pilz Beauveria bassiana und Nosema pyrausta eingesetzt.

Verbreitung

Der Maiszünsler kann ein großes Verbreitungsgebiet aufweisen, dazu zählen Europa, West- und Zentral-Asien sowie Nord-Afrika. Eingeführt wurde der Maiszünsler in Nordamerika. Seit seiner Einführung in Nordamerika hat sich der Maiszünsler in Kanada sowie im Westen der Vereinigten Staaten von Amerika bis zu den Rocky Mountains ausgebreitet.

Ernährung

Maiszünsler - Männchen
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Maiszünsler - Männchen

Zu den wichtigsten Nahrungspflanzen zählen Mais, Hirse und Hanf. Die Larven ernähren sich hauptsächlich von den Wurzeln und Blättern junger Pflanzen, dazu zählen Zea, Artemisia, Humulus, Cannabis, Malva, Xanthium spp., Echinochloa crusgalli, Bidens spp. und Ambrosia artemisifolia. Später fressen sich die Raupen durch das Innere des Stängels und schwächen so die junge Pflanze, die dann nach einiger Zeit abknickt.

Fortpflanzung

Das Weibchen kann mehrere hundert Eier produzieren und legt die Eier auf Maisblätter, in der Regel auf der Unterseite oder in Blattachseln ab. Die jährliche Zahl der Generationen hängt vom Klima ab. In Frankreich gibt es ein oder zwei Generationen pro Jahr, je nachdem, ob im Norden oder im Süden. In einigen Regionen der Vereinigten Staaten von Amerika gibt es drei aufeinanderfolgende vier Generationen pro Jahr. Die Eiablage erfolgt zwischen Mai und Juni. Die Eier sind etwa 1,0 Millimeter lang und oval. In der ersten Phase sind die Eier weiß gefärbt und später weisen die Eier eine orange Farbe auf. Die jungen Raupen schlüpfen nach etwa 15 Tagen und bohren sich dann in das Mark des Stiels und schwächen so die Pflanze. Die Larven sind hellbraun gefärbt. Die Larven passieren fünf Larvenstadien. Im Herbst und im Winter legen sie im fünften Larvenstadium eine Diapause in den Stängeln ein und verpuppen sich im folgenden Frühjahr. In wärmeren Regionen erfolgen die zweite, dritte und sogar vierte Generation im Frühjahr und im Sommer hintereinander, ohne eine Diapause. Insgesamt beträgt die Gesamtdauer der Entwicklung etwa zwei Monate.

Weitere Synonyme

Maiszünsler - Weibchen
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Maiszünsler - Weibchen
Maiszünsler - Larve
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Maiszünsler - Larve
  • Pyralis nubilalis - Hübner, 1796
  • Pyrausta nubilalis - Hübner, 1796
  • Botis nubilalis var. paulalis - Fuchs, 1900
  • Ostrinia nubilalis mauretanica - Mutuura & Munroe, 1970
  • Ostrinia nubilalis persica - Mutuura & Munroe, 1970
  • Pyralis glabralis - Haworth, 1803
  • Pyralis silacealis - Hübner, 1796
  • Botys appositalis - Lederer, 1858
  • Pyrausta rubescens - Krulikovsky, 1928
  • Pyrausta nubilalis ab. flava - Dufrane, 1930
  • Pyrausta nubilalis ab. fuscalis - Romaniszyn, 1933
  • Pyrausta nubilalis ab. insignis - Skala, 1928
  • Pyrausta nubilalis ab. margarita - Skala, 1928
  • Pyrausta nubilalis ab. minor - Dufrane, 1930
  • Pyrausta nubilalis f. fanalis - Costantini, 1923

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Heiko Bellmann: Der neue Kosmos-Schmetterlingsführer. Schmetterlinge, Raupen und Futterpflanzen. Kosmos, 2003 ISBN 3440093301
  • Leon Rogez: Schmetterlinge und Raupen. Ensslin im Arena Verlag, 2006 ISBN 3401452541
  • Thomas Ruckstuhl: Schmetterlinge und Raupen. Gondrom Verlag, 2001 ISBN 3401452541
  • Kurt Günther, Hans-Joachim Hannemann, Fritz Hieke: Urania Tierreich, 6 Bde., Insekten . Deutsch Harri GmbH; Auflage: 5, 1990 ISBN 387144944X
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