Madagaskar-Hundskopfboa

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

Madagaskar-Hundskopfboa

Systematik
Klasse: Kriechtiere (Reptilia)
Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
Familie: Riesenschlangen (Boidae)
Unterfamilie: Boas (Boinae)
Gattung: Madagaskar-Hundskopfboas (Sanzinia)
Art: Madagaskar-Hundskopfboa
Wissenschaftlicher Name
Sanzinia madagascariensis
(Duméril & Bibron, 1844)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Madagaskar-Hundskopfboa (Sanzinia madagascariensis), auch unter den Synonymen Corallus madagascariensis, Boa manditra und Xiphosoma madagascariensis bekannt, zählt zur Familie der Riesenschlangen (Boidae) und gehört zur Gattung der Madagaskar-Hundskopfboas (Sanzinia). Im Englischen wird die Madagaskar-Hundskopfboa madagascar tree boa oder sanzinia genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Madagaskar-Hundskopfboa erreicht eine Länge von bis zu 250 Zentimeter. Die Durchschnittsgröße liegt allerdings bei 170 bis 200 Zentimeter. Das Gewicht beträgt zwischen zehn und fünfzehn Kg. Insgesamt ist die Schlange kräftig aber doch schlank gebaut. Männchen bleiben etwas kleiner als Weibchen. Die Grundfärbung ist sehr facettenreich und variiert zwischen graubraun, rotbraun, dunkelgrün und türkisblau. Der Rücken ist mit dunkel, zum Teil auch weißlichen unregelmässigen Querbändern versehen. Der dreieckige, leicht herzförmige Kopf setzt sich deutlich vom Körper ab. Die Augen liegen relativ weit oben am Kopf, die Pupillen sind senkrecht geschlitzt. Der Schwanz ist relativ kurz und ist leicht abgerundet. Er dient beim Klettern als Greiforgan. Unmittelbar vor der Kloake befinden sich bei der Madagaskar-Hundskopfboa sogenannte Aftersporne. Entlang der Ober- und Unterlippe verfügt die Schlange über Labialgruben. Das sind Sinnesorgane, mit denen sich die Madagaskar-Hundskopfboa auch in absoluter Dunkelheit sicher orientieren kann.

Lebensweise

Die nachtaktive Schlange hält während der kühlen Jahreszeit eine Winterruhe, die sich meist von Juli bis August erstreckt. Aufgrund der Zerstörung der Regenwälder ist die Madagaskar-Hundskopfboa in Freiheit selten geworden und vom Aussterben bedroht. Das Washingtoner Artenschutzabkommen, Anhang I, stellt sie unter weltweitem Schutz.

Unterarten

Madagaskar-Hundskopfboa
vergrößern
Madagaskar-Hundskopfboa
  • Sanzinia madagascariensis madagascariensis- (Duméril & Bibron, 1844)
  • Sanzinia madagascariensis volontany - Vences & Glaw, 2004

Verbreitung

Die Madagaskar-Hundskopfboa ist edemisch auf Madagaskar und in den meisten Landesteilen verbreitet. Auch benachbarte Inseln wie Maskarenen und Reunion werden besiedelt. Sie lebt vorzugsweise im tropischen Regenwald. Hier lebt sie auf dem Boden, kann aber auch gut klettern. Darüber hinaus werden auch andere Habitate wie Steppen und auch Bergregionen bewohnt. In Höhenlagen kommt sie in Höhen von bis zu 1.600 Metern vor.

Ernährung

Vorzugsweise frisst die Madagaskar-Hundskopfboa Nagetiere und Vögel. Die Beute wird mit einem kräftigen Biss gepackt, umschlungen und erwürgt. Mit dem Kopf voran wird die Beute dann im Ganzen verschlungen. Sie geht nicht aktiv auf die Jagd, sondern lauert ihrer Beute aus dem Hinterhalt heraus auf.

Fortpflanzung

Madagaskar-Hundskopfboa
vergrößern
Madagaskar-Hundskopfboa

Die Geschlechtsreife erreicht die Madagaskar-Hundskopfboa mit drei bis fünf Jahren. Männchen erreichen die Geschlechtsreife deutlich früher als Weibchen. Die Paarungszeit erstreckt sich auf Madagaskar über die Monate April und Mai. Während dieser Zeit kommt es für gewöhnlich zu heftigen Kommentkämpfen zwischen den Männchen. Das unterlegene Männchen schleicht sich dabei von dannen. Nach einer Tragezeit von 190 bis 240 Tagen bringt das Weibchen lebendgebährend fünf bis fünfzehn Jungtiere zur Welt. Die Jungschlangen weisen eine Länge von gut 50 cm sowie ein Gewicht von 180 bis 220 Gramm auf. Die Jungschlangen sind anfangs rötlich gefärbt und verbringen ihre ersten Lebensjahre in den Bäumen. Gegen Ende ihrs ersten Lebensjahres stellt sich die adulte Ausfärbung ein. Die Madagaskar-Hundskopfboa kann ein Alter von 25 Jahren erreichen.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gehört die Madagaskar-Hundskopfboa heute noch nicht zu den bedrohten Schlangen. Sie ist in weiten Teilen des Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt die Madagaskar-Hundskopfboa selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird sie als least concern (nicht gefährdet) geführt.

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: Schlangen (Serpentes)
  • Hauptartikel: Boas (Boinae)

Literatur und Quellen

  • Uwe Dost: Das KosmosBuch der Terraristik, Franckh-Kosmos Verlags-GmbH, Stuttgard 2005, ISBN 3-440-10129-0
  • Dr. Dieter Schmidt: GU Tierratgeber Riesenschlangen, Gräfe und Unzer Verlag GmbH, ISBN 3-7742-7367-7
  • H. und E. Stöckl: Handbuch Riesenschlangen, bede-Verlags GmbH, ISBN 3-89860-057-2

Qualifizierte Weblinks

'Persönliche Werkzeuge