Mähnenwolf

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Mähnenwolf

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie: Hundeartige (Canoidea)
Familie: Hunde (Canidae)
Tribus: Echte Hunde (Canini)
Gattung: Chrysocyon
Art: Mähnenwolf
Wissenschaftlicher Name
Chrysocyon brachyurus
Illiger, 1815

IUCN-Status
Near Threatened (NT)

Der Mähnenwolf (Chrysocyon brachyurus) zählt innerhalb der Familie der Hunde (Canidae) zum Tribus der Echten Hunde (Canini). Auch wenn sein Name auf eine Verwandschaft zum Wolf schließen läßt, mit den Wölfen ist er nicht weiter verwandt. Innerhalb der Gattung Chrysocyon ist der Mähnenwolf die einzige Art.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Mähnenwolf erreicht eine Länge von gut 125 cm, eine Schulterhöhe von 85 bis 90 sowie ein Gewicht von 20 bis 30 Kg. Der lange Schwanz weist eine Länge von 40 cm auf. Das Fell ist auf überwiegend rotbraun bis rostbraun gefärbt und geht zur Bauchseite hin in ein hellbraun über. Die lange Mähne an Rücken und Nacken war für diese Art namensgebend. Die Rückenmähne kann der Mähnenwolf bei Gefahr aufstellen. Er erscheint einem Feind somit größer als er ist. Die sehr großen Ohren sind spitz zulaufend und innen weißlich behaart. Eine weißliche Färbung haben auch die Schwanzspitze und der Kehlbart. Die spitze Schnauze ist dunkelbraun gefärbt. Der Mähnenwolf verfügt über ausgesprochen lange Beine. Er ist damit aber alles andere als ein schneller und guter Läufer. Die langen Beine sind evolutionstechnisch eine Anpassung an seinen Lebensraum, der durch hohes Gras gekennzeichnet ist. Für Carnivoren total untypisch ist die Fortbewegung im Passgang. Dabei werden jeweils Vorder- und Hinterbeine gleichzeitig bewegt. Daraus ergibt sich eine leicht hüpfende und schaukelnde Bewegung.

Die Tiere sind nachtaktive Jäger, die paarweise ein Revier von 20 bis 30 qkm bewohnen. Die Partner gehen sich außerhalb der Paarungszeit allergings aus dem Weg. Aufgrund der Zerstörung ihrer Lebensräume und der Bejagung durch Farmer, die glauben, Mähnenwölfe würden ihr Vieh reissen, ist die Art vom Aussterben bedroht bzw. gebietsweise bereits ausgerottet. Die Rote Liste des IUCN führt den Mähnenwolf als bedrohte Art.

Verbreitung

Mähnenwölfe leben in den weiten Grassavannen und Steppen Südamerikas. Ihr Verbreitungsgebiet reicht von Südbrasilien über Paraguay bis in den Norden Argentiniens. Hier und da sind sie auch in Überschwemmungsgebieten und Auwäldern anzutreffen.

Nahrung

Trotz ihrer imposanten Größe erjagen sie lediglich kleinere Beutetiere wie Nagetiere, Vögel und Echsen sowie Insekten und Vogelspinnen. Ihren Speiseplan bessern sie mit Früchten und Wurzelwerk aller Art auf.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife erreicht der Mähnenwolf mit etwa fünfzehn bis achtzehn Monaten. Während der Paarungszeit, die sich über die Monate Oktober bis Dezember erstreckt, und der anschließenden Aufzucht der Jungen, führen die Paare ein harmonisches Familienleben. Nach einer Tragezeit von 60 bis 70 Tagen bringt das Weibchen zwischen zwei und fünf Jungtiere zur Welt. Sie sind anfangs noch blind und wiegen etwa 450 bis 500 Gramm. Nach rund zehn Tagen öffnen sie erstmals die Augen. Die Jungtiere werden für etwa drei Monate gesäugt und danach mit fester Nahrung versorgt, die von beiden Elternteilen herangeschafft wird. Mähnenwölfe können ein Alter von bis zu fünfzehn Jahren erreichen.

Anhang

Siehe auch

  • Die Familie der Hunde (Canidae)
  • Die Ordnung der Raubtiere (Carnivora)

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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