Lincoln-Ammer

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Lincoln-Ammer

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Ammern (Emberizidae)
Gattung: Melospiza
Art: Lincoln-Ammer
Wissenschaftlicher Name
Melospiza lincolnii
Audubon, 1834

IUCN-Status
Least Concern (LC) - IUCN

Die Lincoln-Ammer (Melospiza lincolnii) zählt innerhalb der Familie der Ammern (Emberizidae) zur Gattung Melospiza. Der Erstbeschreiber John James La Forest Audubon benannte die Art nach seinem Freund und Kollegen Thomas Lincoln.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Lincoln-Ammer ist ein eher kleiner Vertreter der Ammern und erreicht eine Körperlänge von 13 bis 15 Zentimeter, eine Flügelspannweite von 18 bis 22 Zentimeter sowie ein Gewicht von 18 bis 19 Gramm. Die Geschlechter weisen keinen nennenswerten Dimorphismus auf. Das Gefieder ist überwiegend graubraun gefärbt. Auf dem Oberkopf und im Bereich des Rückens zeigen sich dunkelbraune Längsstreifen. Das Kinn zeigt deutlich eine weißlich Färbung. Die einzelnen Federn können dabei eine weißliche Säumung aufweisen. Die Bauchseite und der Kehlbereich sind überwiegend weißlich bis cremefarben und sind mit bräunlichen Streifen durchzogen. Die Augen sind durch einen feinen weißlichen Augenring gekennzeichnet. Der Schnabel weist eine konische Form sowie eine graubraune bis rotbraune Färbung auf. Der lange Schwanz zeigt sich in einer bräunlichen Färbung und endet leicht abgerundet. Die Extremitäten und die Zehen sind bräunlich gefärbt. Drei Zehen zeigen dabei nach vorne, eine Zehe zeigt nach hinten. Juvenile Vögel ähneln den Erwachsenen, jedoch sind die braunen Streifen oberhalb der Augen noch nicht voll ausgeprägt.

Lebensweise

Lincoln-Ammern, insbesondere die Männchen, sind im wesentlichen territorial und tagaktiv. Zur Revierabgrenzung dient der Gesang, der von einer Ansitzwarte aus vorgetragen wird. Der Gesang wird auch während der Paarungszeit vorgetragen, um einem Weibchen zu imponieren. Die Vögel leben einzelgängerisch oder während der Brutzeit auch paarweise. Nur auf den Zügen in die Winterquartiere kann es zur Bildung kleinerer Gruppen kommen. Die Nahrungssuche erfolgt am Boden, meist im dichten Unterholz.

Verbreitung

Das natürliche Verbreitungsgebiet der Lincoln-Ammern erstreckt sich über weite Teile Nordamerikas und des nördlichen Mexiko. Hier liegen auch die Brutgebiete. Sie reichen vom südlichen Alaska, die südlichen Provinzen von Kanada und weite Teile der USA. Die nördlichen Populationen gelten als Zugvögel oder Teilzieher, ihre Winterquartiere liegen im Süden und Südosten der USA sowie in Mexiko, Teilen von Mittelamerika und in der Inselwelt der Karibik. Die Populationen in den südlichen Gebieten gelten als Standvögel. Meist beginnen die Wanderungen in die Winterquartiere im zeitigen Herbst. Der Rückflug in die Brutgebiete beginnt im März oder im April. Lincoln-Ammern leben bevorzugt in Sumpfgebieten, an Feuchtwiesen und entlang von Seen und Teichen. Auch langsam fließende Gewässer werden durchaus häufig besiedelt. Eine dichte Vegetation in Form von Dickicht und Unterholz ist zwingend notwendig. Daher werden gerne Waldränder, Hecken und Feldgehölze besiedelt. Die Winterquartiere liegen zumeist in Sumpfgebieten. In der Nähe des Menschen sind Lincoln-Ammern gelegentlich auf landwirtschaftlichen Flächen anzutreffen.

Ernährung

Lincoln-Ammern ernähren sich sowohl von Spinnentieren (Arachnida), Insekten (Insecta) und deren Larven als auch von pflanzlicher Kost wie fettreiche Sämereien und Körnern aller Art sowie von Beeren, Früchten und feinen Gräsern. Der Anteil an tierischer Nahrung ist im Frühjahr und im Sommer deutlich höher. Außerhalb der Paarungszeit ernähren sich Lincoln-Ammern hauptsächlich von pflanzlicher Nahrung. Der Nachwuchs wird ausschließlich mit Insekten und Larven versorgt.

Fortpflanzung

Die Lincoln-Ammer erreicht die Geschlechtsreife mit gut einem Jahr. Die Paarungszeit erstreckt sich in ihren natürlichen Verbreitungsgebieten über die Monate März bis Juli. Je nach Vorkommen kann es dabei zu einem oder zwei Gelegen kommen. Männchen treffen vor den Weibchen in den Brutgebieten ein und stecken zugleich ihr Revier ab. Die Reviermarkierung erfolgt hauptsächlich über den Gesang. Kurz nach den Männchen treffen die Weibchen aus den Winterquartieren ein und suchen sich ein Männchen aus. Dabei scheinen sie sowohl den Gesang des Männchens als auch die Qualität des Brutreviers zu berücksichtigen. Während der Balz beeindruckt das Männchen zudem mit kunstvollen und akrobatischen Flügen, die immer im Sturzflug auf das Weibchen enden. Die Ehe kann man als monogame Saisonehe bezeichnen, die jedoch nur eine Saison hält.

Hat sich ein Paar gefunden, so beginnt das Weibchen mit dem Bau des napfartigen Nestes. Es wird aus Wurzeln, Rinde, Gräsern, Halmen und anderen weichen Materialien gebaut. Der Nestbau obliegt ausschließlich dem Weibchen. Ein Nest entsteht in der Regel unterhalb eines Strauches oder im Gebüsch auf dem Boden. Es entsteht in einer flachen Erdmulde, die mit den Füßen ausgescharrt wird. Ein Gelege besteht aus vier bis fünf hellgrünen Eiern, die rotbraune Flecken aufweisen. Die Brutzeit erstreckt sich für gewöhnlich über 12 bis 14 Tage. Das Weibchen bebrütet die Eier während dieser Zeit alleine aus. Die Küken gelten als Nesthocker und erreichen die Flugfähigkeit und die Selbständigkeit mit knapp drei Wochen. Geht ein Gelege verloren, so kann es durchaus zu einem Nachgelege kommen. Um die Versorgung des Nachwuchses kümmern sich beide Elternteile. Die große Masse der Jungvögel erreicht aufgrund der vielen Fressfeinde nicht die Geschlechtsreife. Unter günstigen Umständen kann eine Lincoln-Ammer jedoch ein Alter von sechs bis acht Jahren erreichen.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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