Leiurus quinquestriatus quinquestriatus

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Leiurus quinquestriatus quinquestriatus

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Skorpione (Scorpiones)
Unterordnung: Neoscorpionina
Teilordnung: Orthosterni
Überfamilie: Buthoidea
Familie: Buthidae
Gattung: Leiurus
Art: Gelber Mittelmeerskorpion (Leiurus quinquestriatus)
Unterart: Leiurus quinquestriatus quinquestriatus
Wissenschaftlicher Name
Leiurus quinquestriatus quinquestriatus
Ehrenberg, 1928

Leiurus quinquestriatus quinquestriatus ist eine Unterart des Gelben Mittelmeerskorpions (Leiurus quinquestriatus) und zählt innerhalb der Familie Buthidae zur Gattung Leiurus.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

Bevor diese Gattung Leiurus als eigenständig anerkannt wurde, war sie zuerst der Gattung Androctonus und dann der Gattung Buthus zugeordnet. Die Gattung Leiurus ist monotypisch, dies bedeutet, dass nur die Art Gelber Mittelmeerskorpion (Leiurus quinquestriatus) existiert. Weitere zwei Unterarten sind aber beschrieben und anerkannt. Dabei handelt es sich um die beiden Unterarten Leiurus quinquestriatus quinquestriatus und Leiurus quinquestriatus hebraeus. Der Name Qinquestriatus bedeutet fünfgestreift, dies wird von den fünf granulierten Längsstreifen auf dem Rücken abgeleitet.

Maße und Aussehen

Leiurus quinquestriatus quinquestriatus ist ein mittelgroßer Skorpion, seine Größe variiert von sechs bis maximal dreizehn Zentimeter. Er ist länglich und schlank gebaut und die Scherenhände weisen eine grazile Form auf. Dies deutet auf ein potentes Gift hin. Die Grundfarbe ist sandgelb bis bräunlich gelb. Auf dem Mesosoma befinden sich dunkelbraune Bereiche. Die Intensität ist auf die Untergründe, auf denen die jeweilige Population lebt, zurückzuführen. Auf dem Mesosoma finden sich in Längsrichtung fünf granulierte Linien, die auch namensgebend waren. Das fünfte Segment des stachelbewehrten Schwanzes (Metasoma) weist eine schwärzliche Färbung auf, die mit zunehmendem Alter verblasst. Die grosse Giftblase (Telson) zeigt eine sandgelbe Tönung, während der Stachel schwärzlich erscheint und die fünf Streifen dunkel abgesetzt sind.

Verhalten

Wie die meisten Wüsteninsekten, so wird der Leiurus quinquestriatus quinquestriatus auch nur in der Morgen- , Abenddämmerung und in der Nacht aktiv. In dieser Zeit sucht er aktiv nach Nahrung. Tagsüber verharrt er in Steinspalten oder in selbstgegrabenen Höhlen. Diese müssen so angelegt sein, dass der Flüssigkeitsverlust so gering wie möglich gehalten wird.

Verbreitung

Die Art findet man von Nordafrika, dazu zählen Algerien, Libyen bis in den Niger, Tschad, Sudan und Ägypten. Des weiteren erstreckt sich das Verbreitungsgebiet vom Nahen Osten, dazu gehören Israel, Jordanien, Syrien, bis zur Arabischen Halbinsel. Dort lebt er in ariden Lebensräumen wie Steppen, Halbwüsten und Wüstengebiete. In diesen genannten Gebieten ist die jährliche Verdunstung größer als der Jahresniederschlag. Leiurus quinquestriatus quinquestriatus meidet reine Sandwüsten.

Nahrung und Jagd

Diese Art kann durch sein potentes Gift jegliche Art an Beute überwältigen, selbst nestjunge Mäuse (Mus) und kleinere Geckos (Gekkota). Hauptsächlich werden aber Heuschrecken und Laufkäfer (Carabidae), Spinnentiere (Arachnida) und andere Skorpione (Scorpiones) überwältigt. Leiurus quinquestriatus quinquestriatus läuft mit weit von sich gespreizten und offenen Scheren recht schnell über den Boden und tastet mit seinen Sinneshärchen (Trichobothrien) nach Beutetieren. Er orientiert sich mit Hilfe seiner Kammorgane, die auf der Unterseite zwischen dem dritten Beinpaar liegen. Sobald er ein potentielles Beutetier ertastet hat, greift er mit einer oder beiden Scheren zu und biegt sofort seinen Schwanz (Metasoma) über den Torax und schiebt die Stachelspitze durch die Haut oder in die Zwischenräume des Chitinpanzers eines Insektes (Insecta).
Indischer Mungo (Herpestes edwardsii)
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Indischer Mungo (Herpestes edwardsii)
Dort setzt er sein Gift ab, das sofort zu wirken beginnt. Das Gift zersetzt das Beutetier schon während der Skorpion es mit den Mundwerkzeugen (Mandibeln) zerkleinert und frisst.

Prädatoren und Abwehrverhaltung

Leiurus quinquestriatus quinquestriatus ist ein sehr angriffslustiger Skorpion, der seinen Giftstachel jederzeit einsetzt, um eine vermeintliche Gefahr von sich abzuwehren. Er attackiert mit weit auseinander gespreizten Scheren und mit dem über den Kopf aufgestellten Giftstachel blitzschnell. Leiurus quinquestriatus quinquestriatus hat kaum natürliche Feinde. Allerdings gibt es Vögel Aves und vor allem Mungos wie zum Beispiel der Indische Mungo (Herpestes edwardsii), die ihm nachstellen.

Fortpflanzung

Die Weibchen verstreuen, sobald sie paarungsbereit sind, Sexualduftstoffe (Pheromone), die die sich in der Nähe befindlichen Männchen dazu veranlassen, die Weibchen aufzusuchen. Sobald die Männchen auf das vermeintliche Weibchen treffen, beginnen sie recht stürmisch das Weibchen an den Scheren zu packen und vollziehen mit dem Weibchen einen Paarungstanz. Dann setzt das Männchen auf einer flachen Stelle einen Spermatropfen (Spermatophore) ab und zieht das Weibchen über diesen Spermatropfen, die den Tropfen aktiv in die Genitaltasche aufnimmt.

Danach trennen sich die Partner wieder. Nach etwa drei bis fünf Monaten Tragzeit je nach Temperaturschwankungen und Temperatureinflüssen schlüpfen die Jungen, die beim Schlupf ihre erste Häutung durchlaufen. Es können zwischen fünf und einhundert Jungtiere, aber im Mittel um die fünfzig Jungtiere geboren werden. Nach einer gewissen Zeit häuten sich die Jungskorpione erneut und verlassen dann den Rücken des Muttertieres. Von nun an sind die Jungskorpione auf sich allein gestellt.

Gift

Leiurus quinquestriatus quinquestriatus ist äußerst giftig! Er gilt als der giftigste Skorpion weltweit und seine Stiche verursachen extreme Schmerzen. Kardiale und zentralnervöse Symptome sind die Folge und können bis zum Herzstillstand führen. Seine Giftpotenz übertrifft die von Skorpionen (Scorpiones) aus der Gattung Androctonus deutlich. Der LD-50-Wert seines Giftes beträgt 0.3 mg/kg.

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