Langschwanzsalamander

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Langschwanzsalamander

Systematik
Klasse: Lurche (Amphibia)
Ordnung: Schwanzlurche (Caudata)
Überfamilie: Salamanderverwandte (Salamandroidea)
Familie: Lungenlose Salamander (Plethodontidae)
Unterfamilie: Plethodontinae
Gattung: Gelbsalamander (Eurycea)
Art: Langschwanzsalamander
Wissenschaftlicher Name
Eurycea longicauda
Green, 1818

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Langschwanzsalamander (Eurycea longicauda) zählt innerhalb der Familie der Lungenlosen Salamander (Plethodontidae) zur Gattung der Gelbsalamander (Eurycea). Im Englischen wird dieser Salamander Long-tailed Salamander genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Langschwanzsalamander erreicht eine durchschnittliche Gesamtlänge von 10 bis 15 Zentimeter. Rekordlängen von 15 bis 19,5 Zentimeter sind sehr selten. Die Schwanzlänge macht etwa das 1,5-fache der Körperlänge aus. Der schlanke und längliche Körper ist ausgesprochen variabel gefärbt. Die Färbung reiht von gelblich bis zu einem gelblichen Orange. Dorsal und lateral zeigen sich auf dem Körper und dem Schwanz schwärzliche Flecken und Punkte. Ventral ist die Hautfärbung einfarbig cremefarben und weist keine Markierungen auf. Die Larven sind ebenfalls schlank gebaut und haben eine charakteristische Rückenflosse. Die Extremitäten sitzen jeweils weit vorne und weit hinten am Körper und enden in fünf kleine Zehen. Der Kopf ist schmal und setzt sich nicht vom Körper ab. Die Augen liegen weit vorne am Kopf. Der Langschwanzsalamander verfügt im Bereich des langen Schwanzes über mehrere Sollbruchstellen. Der Schwanz kann bei Gefahr abgeworfen werden und wächst wieder nach. Diesen Vorgang nennt man Autotomie, die Fähigkeit, verlorengegangene Teile zu ersetzen, wird als Regeneration bezeichnet.

Lebensweise

Langschwanzsalamander sind nachtaktiv und ruhen am Tage unter Steinen oder an ähnlich geschützten und feuchten Orten. Die Larven leben ausschließlich im Wasser. Sie entwickeln sich im Herbst und Winter und tauchen im zeitigen Frühjahr auf.

Unterarten

Verbreitung

Der Langschwanzsalamander kommt im Nordosten und Südosten der USA vor. Es werden im wesentlichen die Bundesstaaten Alabama, Arkansas, Florida, Delaware, Georgia, Illinois, Indiana, Kansas, Kentucky, Massachusetts, Missouri, Mississippi, North Carolina, New Jersey, New York, Ohio, Oklahoma, Pennsylvania, Tennessee, Virginia und West Virginia besiedelt. Langschwanzsalamander sind in feuchten Lebensräumen anzutreffen. Dazu gehören Bäche und Flüsse, Sumpfgebiete, Seen und Teiche sowie ähnlich wasserreiche Habitate. Zuflucht suchen Langschwanzsalamander zumeist in natürlichen Höhlen unter Steinen, in Felsspalten oder unter Moderholz. Die Larven leben ausschließlich im Wasser, juvenile Tiere in unmittelbarer Nähe zu einem Gewässer. Adulte Langschwanzsalamander können auch in beträchtlicher Entfernung zu einem Gewässer gefunden werden. Sie wurden schon in Entfernungen von über 100 Meter Entfernung vom Heimatgewässer beobachtet. Während der kalten Jahreszeit ziehen sie die Langschwanzsalamander für mehrere Monate in ihre Behausungen zur Winterruhe zurück.

Prädatoren

Zu den natürlichen Fleischfressern der Larven gehören vor allem räuberische Fische (Pisces) wie Groppen (Cottidae) und Sonnenbarsche (Centrarchidae). Adulte Tiere stehen bei Schlangen (Serpentes), Vögeln (Aves) und einigen räuberisch lebenden Säugetieren (Mammalia) auf der Speisekarte. Bei Gefahr können Langschwanzsalamander ihren Schwanz oder Teile davon abwerfen. Diese Strategie stellt eine Abwehrmaßnahme gegenüber Fleischfressern dar. Ansonsten bietet den Tieren nur ein sicherer Unterschlupf ausreichend Schutz.

Ernährung

Beliebter Snack: der Tauwurm (Lumbricus terrestris)
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Beliebter Snack: der Tauwurm (Lumbricus terrestris)

Der Langschwanzsalamander ernährt sich im wesentlichen von einer Vielzahl wirbelloser Tiere, Dazu gehören insbesondere der Tauwurm (Lumbricus terrestris) und andere Ringelwürmer (Annelida), Käfer (Coleoptera), Schnecken (Gastropoda), Spinnentiere (Arachnida), Hundertfüßer (Chilopoda), Asseln (Isopoda), Doppelfüßer (Diplopoda), Ameisen (Formicoidea) sowie andere Insekten (Insecta) und deren Larven. Besonders nach einem Regen ist Nahrung reichlich vorhanden. Daher ist es nicht verwunderlich, dass der Langschwanzsalamander speziell zu dieser Zeit auf dem Waldboden auf Nahrungssuche geht. Mit schnellen Bewegungen der Zunge nimmt er kleine Beutetiere auf. Er sucht auch im lockeren Erdreich oder im Moderholz nach Nahrung. In Mangelzeiten zehrt er von seinen Energiereserven.

Fortpflanzung

Der Langschwanzsalamander erreicht die Geschlechtsreife meist ein mit zwei Jahren nach der Metamorphose. Die Paarungszeit beginnt selbst in den nordöstlichen Regionen der USA im zeitigen Frühjahr. Dabei kommt es in einer Saison nur zu einer Eiablage. Während der Balz sondert das Männchen im Kinnbereich ein Sekret ab, das er einem potentiellen Weibchen auf dem Kopf und im Schnauzenbereich reibt. Dieses interessante Verhalten soll ein Weibchen zur Paarung stimulieren. Es erfolgt bei Paarungsbereitschaft die Ablage eines Samenpaketes (Spermatophore) durch das Männchen. Das Weibchen nimmt Spermatophore über ihre Kloake auf. Es kommt also nicht zu einer inneren, sondern zu einer äußeren Befruchtung. Das Paarungsritual geschieht an Land, ist also vollständig vom Wasser unabhängig. Auch die Eiablage erfolgt an Land. Das Weibchen legt im Spätsommer ihre rund 60 bis 80, selten auch über 100 Eier an geschützter Stelle unter Totholz, in Felsspalten, in Höhlen oder an ähnlich geschützten Stellen ab. Die Eiablage orte sind sehrfeucht und befinden sich in unmittelbarer Nähe zum einem Gewässer, meist direkt am Gewässerrand. Die Eier weisen einen Durchmesser von etwa drei Millimeter auf. Das Weibchen schützt das Gelege während der Brutzeit, die in der Regel rund vier bis zwölf Wochen beträgt. Ab dem Zeitpunkt des Schlupfes sind die Jungtiere auf sich alleine gestellt und weisen eine Gesamtlänge von gut 10 Millimeter auf. Die larvale Entwicklungszeit erstreckt sich über rund sechs Monate. Nach dieser Zeit ist die Metamorphose zum Jungsalamander abgeschlossen und das überwiegend terrestrische Leben beginnt. Die Larven und die Jungsalamander ernähren sich ähnlich wie die adulten Tiere. Die genaue Lebenserwartung ist nicht bekannt.

Gefährdung und Schutz

Langschwanzsalamander gehören heute noch nicht zu den gefährdeten Amphibienarten. In der Roten Liste der IUCN werden sie daher als nicht gefährdet geführt. Sie sind aufgrund ihrer versteckten und nachtaktiven Lebensweise jedoch nicht häufig zu beobachten. Seit Jahren sinken die Bestände kontinuierlich. Der Verlust der natürlichen Lebensräume, insbesondere durch Trockenlegung der Habitate oder Grundwasserabsenkung, dürfte der Hauptgrund für die Rückgänge sein.

Anhang

Literatur und Quellen


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