Kurzschnabelflamingo

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Kurzschnabelflamingo

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Flamingos (Phoenicopteriformes)
Familie: Flamingos (Phoenicopteridae)
Gattung: Flamingos (Phoenicopterus)
Art: Kurzschnabelflamingo
Wissenschaftlicher Name
Phoenicopterus jamesi
Sclater, 1886

Der Kurzschnabelflamingo (Phoenicopterus jamesi) zählt innerhalb der Familie der Flamingos (Phoenicopteridae) zur Gattung der Flamingos (Phoenicopterus).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Kurzschnabelflamingo erreicht eine Standhöhe von 90 bis 95 Zentimeter sowie ein Gewicht von 1.400 bis 2.200 Gramm. Er gehört mit dem Zwergflamingo zu den kleinsten Flamingoarten. Das Gefieder ist weißlich mit einem leicht rosafarbenen Schimmer. Die Rosafärbung ist abhängig von der carotin-haltigen Nahrung. Das juvenile Gefieder ist gräulich bis graubraun gefärbt. Die sehr dünnen Beine sind rosarot gefärbt und enden in Füßen mit vier Zehen. Der kräftige Schnabel ist in der Mitte stark nach unten gekrümmt. Bis auf die schwarze Spitze ist der Schnabel gelb gefärbt. Die recht kleinen Augen sind rosa und sitzen unmittelbar hinter dem Schnabelansatz. Abgesehen von der Größe sind die Geschlechter kaum voneinander zu unterscheiden. Die Tiere sind ausgesprochen gute Flieger und halten ihren langen Hals während des Fluges in gestreckter Haltung. Die geselligen Vögel leben in zum Teil riesigen Kolonien.

Verbreitung

Der Kurzschnabelflamingo ist in den Anden Südamerikas verbreitet. Er ist insbesondere in Argentinien, Bolivien, Chile und Peru anzutreffen. Hochlandsalzseen bilden sein natürliches Brut- und Nahrungshabitat. Diese Salzseen befinden sich meist in Höhen von 2.500 bis 4.600 Meter über NN. In diesen Habitaten haben sie, abgesehen von zwei anderen Flamingoarten, so gut wie keine anderen Tiere als Nahrungskonkurrenten neben sich. Zu den beiden anderen Flamingoarten zählen der Chileflamingo (Phoenicopteridae chilensis) und der Gelbfußflamingo (Phoenicopteridae andinus).

Prädatoren

In den kalten Regionen der Anden hat der Kurzschnabelflamingo recht wenige Feinde. Eier und Nestlinge fallen gelegentlich dem Andenschakal (Pseudalopex culpaeus) zum Opfer. Ebenso zählen größere Raubvögel zu den Feinden dieser Flamingos. Menschen sammeln auch heute noch die Eier ein. Sie finden in der regionalen Volksmedizin Verwendung.

Ernährung

Kurzschnabelflamingos sind wie alle Flamingos Nahrungsspezialisten. Sie ernähren sich ausschließlich von Bakterien, Algen und anderen Mikroorganismen. Mit einem spezialisierten Filterapparat gewinnen sie ihre Nahrung aus meist stark salzhaltigem Wasser. Mittels feinen Borsten auf den hornartigen Lamellen im Schnabel filtern sie die Kleinstlebewesen aus dem Wasser.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife tritt beim Kurzschnabelflamingo mit vier bis sechs Jahren ein. Die Vögel leben monogam, die Paarbildung hält aber meist nur ein Jahr. Die Paarungszeit erstreckt sich über die Monate Dezember und Januar. Kurzschnabelflamingos brüten in zum Teil riesigen Kolonien in der Nähe der Gewässer, in der sie ihre Nahrung finden. Die Kolonien können aus mehreren Tausend Brutpaaren bestehen. In diesen Kolonien brüten meist auch andere Flamingoarten. Die Nester bestehen überwiegend aus schlammiger Erde, die zu trichterartigen Bauten aufgeschichtet ist. Dieses kegelartige Gebilde erreicht eine Höhe von bis zu 35 Zentimeter. Die oben liegende Mulde ist so vor Überflutung geschützt. Das Gelege besteht aus nur einem Ei, das über einen Zeitraum von etwa 28 bis 32 Tagen von beiden Elternteilen ausgebrütet wird. Ein Ei weist eine Länge von gut sieben Zentimeter auf und hat ein Gewicht von etwa 120 Gramm.

Das geschlüpfte Küken verfügt anfangs über ein weißliches bis gräuliches Dunenkleid. Der Jungvogel wird, ähnlich wie bei den Tauben, mit einer Kropfmilch von beiden Elternteilen gefüttert. Diese breiartige Flüssigkeit wird im Bereich des Vormagens und der Speiseröhre produziert. Bereits nach rund acht bis zehn Tagen verläßt der Jungvogel das Nest. Innerhalb der Kolonie finden sich die Jungvögel in großen "Krippen" zusammen und werden gemeinschaftlich betreut. Gefüttert werden sie weiterhin von ihren Eltern, die ihr Jungtier über das Geschrei wiedererkennen.

Mit 35 bis 40 Tagen nimmt der Jungvogel bereits neben der Kropfmilch selbständig Nahrung zu sich. Die Flugfähigkeit wird mit etwa 75 bis 80 Tagen erreicht. Zu diesem Zeitpunkt ist auch ihr Filterapparat voll entwickelt und sie ernähren sich selbständig, ohne auf die Kropfmilch angewiesen zu sein. Ihr Gefieder weist eine graubraune bis rosabraune Färbung auf. Die adulte Ausfärbung stellt sich mit etwa drei bis vier Jahren ein. Ein Kurzschnabelflamingo kann in Gefangenschaft ein Alter von bis zu 60 Jahren erreichen. In Freiheit erreichen die Tiere meist nur ein Alter von 20 bis 30 Jahren.

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