Kurzohrrüsselspringer

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Kurzohrrüsselspringer

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Rüsselspringer (Macroscelidea)
Familie: Rüsselspringer (Macroscelididae)
Gattung: Kurzohr-Rüsselspringer (Macroscelides)
Art: Kurzohrrüsselspringer
Wissenschaftlicher Name
Macroscelides proboscideus
Shaw, 1800

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Kurzohrrüsselspringer (Macroscelides proboscideus) zählt innerhalb der Familie der Rüsselspringer (Macroscelididae) zur Gattung der Kurzohr-Rüsselspringer (Macroscelides). Im Englischen wird dieser Rüsselspringer Round-eared Elephant shrew genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Kurzohrrüsselspringer weist eine Ähnlichkeit mit Spitzmäusen (Soricidae) auf. Er erreicht eine Länge von 10 bis 11,5 Zentimeter, eine Schwanzlänge von 10 bis 13 Zentimeter sowie ein Gewicht von 40 bis 50 Gramm. Der Name weist auf drei spezifische und markante Merkmale hin. Er hat kurze Ohren, eine Nase in Form eines kleinen Rüssels sowie große Hinterbeine, die einer hüpfenden Fortbewegungsweise dienlich sind. Die Nase sowie die langen Schnurrhaare, die als Vibrissen bezeichnet werden, dienen der Orientierung und der Nahrungssuche. Das dichte und samtweiche Fell weist überwiegend eine bräunliche bis orangebraune oder graubraune Färbung auf, das ventrale Fell sowie die Pfoten sind weiss gefärbt. Das kräftige Gebiss besteht aus 40 Zähnen. Die zahnmedizinische Formel lautet 3/3, 1/1, 4/4, 2/2. Die Weibchen verfügen zum Säugen des Nachwuchses sechs Zitzen.

Lebensweise

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Auf Nahrungssuche gehen die Tiere ausschließlich in der Regel in der Dämmerung und der Nacht. Am Tage halten sie sich in Felsspalten, Bodennischen, Termitenhügel, verlassene Erdhöhlen und ähnlichem auf. In Freiheit leben sie als Einzelgänger, während der Paarungszeit auch paarweise, und bewohnen Territorien von ca. einem Quadratkilometer. Die Markierung der Reviere erfolgt über Kot und Urin. Dabei legen sie in ihren Territorien regelrechte "Strassen" an, auf denen sie sich mit bis zu 20 km/h fortbewegen können.

Verbreitung

Der Kurzohrrüsselspringer kommt ausschließlich im südlichen Afrika vor. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich über Südafrika, Botswana und Namibia. Bevorzugte Lebensräume sind ausgesprochen sandige und aride (trockene) Regionen wie Wüsten und Halbwüsten. Der Kurzohrrüsselspringer lebt einzelgängerisch, sowohl Männchen als auch Weibchen legen dabei ein territoriales Verhalten an den Tag.

Prädatoren

Als tagaktive Tiere haben Kurzohrrüsselspringer eine Reihe von Fleischfressern. Daher sind sie ausgesprochen scheu und vorsichtig. Büsche, Felsspalten und ähnliches dienen als Schutz und Rückzugspunkt bei Gefahr. Dennoch fallen vor allem Jungtiere den zahlreichen Fleischfressern wie Greifvögel (Falconiformes) zum Opfer.

Ernährung

Der Kurzohrrüsselspringer gilt als Allesfresser und ernährt sich hauptsächlich von Ameisen (Formicoidea), Termiten (Isoptera), anderen kleinen Insekten (Insecta) sowie von Früchten und Beeren, Blättern, jungen Trieben, Wurzeln und fettreichen Sämereien. Kurzohrrüsselspringer sind zwar nicht auf Trinkwasser angewiesen, trinken jedoch Wasser, wenn dieses vorhanden ist.

Fortpflanzung

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Kurzohrrüsselspringer erreichen die Geschlechtsreife bereits in der siebten Lebenswoche. Die Paarungszeit erstreckt sich in den natürlichen Lebensräumen über die Monate August bis Anfang Oktober. Dies entspricht im südlichen Afrika der Regenzeit. Zu dieser Zeit ist Nahrung reichlich vorhanden und es kommt zu mehreren Würfen. Kurzohrrüsselspringer leben in einer monogamen Ehe, die Tiere leben folglich in kleinen Familiengruppen, die aus einem Pärchen und deren Nachwuchs bestehen. Nach einer kurzen Tragzeit von rund 56 bis 58 Tagen bringt das Weibchen an geschützter Stelle ein bis zwei Jungtiere zur Welt. Die Jungen sind schon bei der Geburt relativ weit entwickelt und können bereits kurz nach der Geburt laufen. Bereits im Alter von vier Wochen werden die Jungtiere von der Muttermilch abgesetzt und erlangen kurz darauf ihre Selbständigkeit. Um die Versorgung des Nachwuchses kümmert sich aussschließlich das Muttertier. In freier Wildbahn erreichen die Tiere ein Alter von ein bis zwei Jahren, in Gefangenschaft können sie ein Alter von drei bis vier Jahren erreichen.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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