Kulan

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Kulan
Kulan (Equus hemionus kulan)

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Unpaarhufer (Perissodactyla)
Familie: Pferde (Equidae)
Gattung: Equus
Art: Asiatischer Esel (Equus hemionus)
Unterart: Kulan
Wissenschaftlicher Name
Equus hemionus kulan
Groves & Mazák, 1967

IUCN-Status
Critically Endangered (CR) - IUCN

Der Kulan (Equus hemionus kulan) ist eine Unterart des Asiatischen Esel (Equus hemionus) und gehört innerhalb der Familie der Pferde (Equidae) zur Gattung Equus. Nahe Verwandte innerhalb der Gattung Equus sind der Kiang, Khur, Dschiggetai und der Onager.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Kulan hat eine Körperlänge von bis zu 240 cm, ein Stockmaß von bis zu 130 cm sowie ein Gewicht von 250 bis 380 Kg. Weibchen haben in etwa die gleiche Größe wie die Männchen. Der Schwanz weist eine Länge von rund 50 cm auf. Das Fell ist hellbraun, die kurzhaarige Mähne auf dem Nacken ist dunkelbraun. Die Bauchseite ist cremefarben bis weiß. Der Kulan gehört zu den schnellsten Wildpferden überhaupt. Er erreicht Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 70 km/h, über längere Strecken immer noch 50 km/h. Hengste sind sehr territorial und beanspruchen ein festes Revier, das gegenüber anderen Hengsten energisch verteidigt wird. Ansonsten lebt der Kulan in lockeren Herden, die aber keinen Familiencharakter haben. Fortpflanzungsfähige Junghengste finden sich oft in lockeren Junggesellentrupps zusammen. Auch wenn sich die Bestände des Kulan mittlerweile wieder erholen, so gilt diese Art dennoch als gefährdet. Mitte des 20. Jahrhunderts stand die Art kurz vor der Ausrottung.

Verbreitung

Der Kulan lebt in Steppengebieten und trockenen Halbwüsten. Selten kommt er dabei in Höhen von über 1.000 Metern vor. Er hält sich vorzugsweise im Flachland und weiten Ebenen auf. Die Mongolei, Turkmenistan, Rußland, Usbekistan und Kasachstan gehören zu den Hauptverbreitungsgebieten.

Nahrung

Als Pflanzenfresser lebt er überwiegend von Gras. Darüber hinaus frisst er auch Kräuter, junge Triebe von Sträuchern und hier und da auch Rinde. Ist frisches grünes Gras verfügbar, so stillt der Kulan seinen Wasserbedarf komplett aus der Nahrung. In der Trockenheit benötigt er zusätzlich Wasserquellen wie Seen oder Flußläufe.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife wird mit 2 bis 3 Jahren erreicht, wobei das Männchen ein Jahr später die Geschlechtsreife erreicht. Auch wenn Männchen mit dem 3. Lebensjahr die Geschlechtsreife erreicht haben, so kommen sie in der Regel nicht vor dem 5. Lebensjahr zu einer Paarung, da Junghengste selten ein Revier vorweisen können. Ein eigenes, festes Revier ist Voraussetzung für die Paarung. Die Paarungszeit beginnt im Frühjahr. Nach einer Tragezeit von 340 bis 345 Tagen bringt das Weibchen ein Jungtier zur Welt. Das Fohlen hat ein Geburtsgewicht von etwa 20 bis 25 Kg. Nach etwa 10 Monaten wird das Jungtier entwöhnt, es beginnt aber schon deutlich früher damit, feste Nahrung zu sich zu nehmen. Insgesamt bleibt das Jungtier für ein Jahr bei der Mutter. Die Tiere können ein Alter von rund 25 Jahren erreichen. In Freiheit wird dieses Alter allerdings selten erreicht.

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: Familie der Pferde (Equidae)

Literatur und Quellen

  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999

Links

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