Kuba Schlankboa

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Kuba Schlankboa

Systematik
Klasse: Kriechtiere (Reptilia)
Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
Überfamilie: Riesenschlangenartige (Henophidia)
Familie: Riesenschlangen (Boidae)
Unterfamilie: Boas (Boinae)
Gattung: Schlankboas (Epicrates)
Art: Kuba Schlankboa
Wissenschaftlicher Name
Epicrates angulifer
Cocteau & Bibron, 1840

IUCN-Status
Near Threatened (NT)

Die Kuba Schlankboa (Epicrates angulifer) zählt innerhalb der Familie der Riesenschlangen (Boidae) zur Gattung der Schlankboas (Epicrates). Im Englischen wird die Kuba Schlankboa cuban boa oder cuban tree boa genannt. Die Art ist monotypisch, demnach sind keine Unterarten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Kuba Schlankboa erreicht eine Körperlänge von 250 bis 350, selten auch bis 400 Zentimeter. Männchen bleiben deutlich kleiner als die Weibchen. Sie gilt als die größte kubanische Schlange. Der Körperbau ist schlank, aber ausgesprochen kräftig. Oberkörper und Kopf sind gelblichbraun gefärbt. Die Bauchseite ist deutlich heller gefärbt. Dorsal zeigen sich braune bis dunkelbraune Musterungen, die sich bis zum Ende des langen Schwanzes fortsetzen. Der Kopf ist leicht birnenförmig und setzt sich deutlich vom Körper ab.

Lebensweise

Die Kuba Schlankboa ist dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber lebt sie versteckt in Höhlen. Sie ist zwar noch nicht akut vom Aussterben bedroht, jedoch ist sie in ihrer Heimat auf Kuba selten geworden. Die Kuba Schlankboa steht aufgrund des Washingtoner Artenschutzabkommens in Anhang II unter weltweitem Schutz.

Verbreitung

Die Kuba Schlankboa ist auf Kuba und einigen umliegenden Inseln endemisch. Sie lebt bevorzugt in lichten Wäldern, an dessen Rändern und im offenem Buschland. In ihrem Lebensraum befindet sich immer ein Gewässer wie ein Fluss, ein See oder ein ähnliches Gewässer. Man trifft auf die Kuba Schlankboa sowohl am Boden als auch in den Bäumen. Je älter und länger die Schlange, desto eher ist sie am Boden anzutreffen. Tagsüber hält sich die Kuba Schlankboa in Höhlen oder an ähnlich geschützten Stellen auf. Hier überwintert sie auch während der kühleren Wintermonate.

Ernährung

Kuba Schlankboa
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Kuba Schlankboa

Die Kuba Schlankboa geht sowohl am Boden als auch in Bäumen und Sträuchern auf die Jagd. Zu den bevorzugten Beutetiere gehören insbesondere kleinere Säuger wie Ratten und Tiere ähnlicher Größe sowie Vögel. Selten erjagen sie in Höhlen, in denen sie leben auch nach Fledermäusen. Beutetiere werden mit einem Biss gepackt, erdrosselt und mit dem Kopf voran im ganzen verschlungen.

Fortpflanzung

Die Paarungszeit der Kuba Schlankboa erstreckt sich kurz nach der Winterruhe über die Monate Februar und März. Die Geschlechtsreife wird ab dem 3. Lebensjahr erreicht. Kuba Schlankboas gehören zu den lebend gebärenden Schlangen. Nach einer Tragezeit von rund fünf bis sieben Monaten bringt das Weibchen zwischen zwei und sechs Jungtiere zur Welt. Sie haben eine Geburtslänge von etwa 60 bis 75 Zentimeter. Sie haben bereits die gleiche Rückenzeichnung wie adulte Tiere. Die Lebenserwartung liegt bei über 20 Jahren.

Gefährdung und Schutz

Immer mehr natürliche Lebensräume gehen zugunsten von Agrarflächen und Siedlungsraum verloren. Aber auch Flurbereinigungsmaßnahmen, Zersiedlung von Lebensräumen oder Straßenverkehr setzen die Populationen unter Druck. Selbstverständlich wirkt sich der Wildfang oder die Wilderei nicht minder bedrohlich auf die Gesamtsituation aus. In vielen Ländern, vor Allem aber im asiatischen Raum, stehen Schlangen auf der Speisekarte der Bevölkerung und gelten als Delikatesse.

Der Handel mit lebenden Tieren oder Produkten aus Schlangen hat in den letzen Jahrzehnten dramatische Ausmaße angenommen. Vor Allem die Lederindustrie verarbeitet jährlich mehrere Millionen Schlangenhäute zu Lederwaren aller Art. Nicht immer stammen die Häute aus Schlangenfarmen, sondern werden als Wildfang der Natur entnommen. Die Kuba Schlankboa wird im Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES), Anhang II, geführt und in der Roten Liste der IUCN als gering gefährdet (Near Threatened (NT)) geführt. Die Einfuhr dieser Art unterliegt einer strikten Regelung.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Uwe Dost: Das KosmosBuch der Terraristik, Franckh-Kosmos Verlags-GmbH, Stuttgard 2005, ISBN 3-440-10129-0
  • Dr. Dieter Schmidt: GU Tierratgeber Riesenschlangen, Gräfe und Unzer Verlag GmbH, ISBN 3-7742-7367-7
  • H. und E. Stöckl: Handbuch Riesenschlangen, bede-Verlags GmbH, ISBN 3-89860-057-2
  • Roland Bauchot: Schlangen, Weltbild Verlag, 1999, ISBN 3-8289-1501-9

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