Kronenbasilisk

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Kronenbasilisk

Systematik
Klasse: Kriechtiere (Reptilia)
Ordnung: Eigentliche Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Leguanartige (Iguania)
Familie: Leguane (Iguanidae)
Gattung: Kronenbasilisken (Laemanctus)
Art: Kronenbasilisk
Wissenschaftlicher Name
Laemanctus longipes
Wiegmann, 1834

Der Kronenbasilisk (Laemanctus longipes) zählt innerhalb der Familie der Leguane (Iguanidae) zur Gattung der Kronenbasilisken (Laemanctus). Im Englischen wird der Kronenbasilisk eastern casquehead iguana oder smooth casqueheaded basilisk genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Kronenbasilisk erreicht eine Körperlänge von etwa 60,0 bis 70,0 Zentimeter. Die Kopf-Rumpf-Länge beträgt etwa 25,0 Zentimeter. Die Augen liegen in einer ziemlich großen Augenhöhle und sind von einem oberen und unteren mit kleinen granulaartigen Schuppen bedeckten Augenlid versehen. Von dem oberen Rand des Auges zieht sich eine Reihe größerer Schilder nach der Schnauze und bildet eine Kante, welche die Seitenfläche des Kopfes von der oberen schroff absetzt. Das Nasenloch liegt über dem vorderen Ende dieser Kante. Die Supraorbitalschilder sind durch kleinere von dieser Kante getrennt und auch nach oben von einer Reihe kleiner Schildchen umgeben. Zwischen den Supraorbitalschildern zieht sich auf jeder Seite in einem Bogen eine Reihe großer Schilder hin.
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Beide Reihen berühren sich zwischen den Augen, divergieren aber nach vorn und nach hinten so, dass sie vor und hinter den Augen durch eine Anzahl kleinerer Schilder getrennt werden. Die Schilder dieser Reihe selbst sind mit einem Längskiel versehen. Die vor ihnen liegenden, den Schnauzenteil bedeckenden Schilder sind meist mit je drei Kielen geziert, die oben meist immer in Längsrichtung des Tieres einnehmen. Die Schilder des Nackens sind glatt und umgeben, ein großes mittleres Nackenschild. Die meisten der neun oberen Lippenschilder haben eine Längsfurche und erscheinen daher zweifach gekielt. Die unteren Lippenschilder haben eine ähnliche Furche. Auf sie folgen nach unten auf jeder Seite vier Reihen kleinerer, langstreckiger Schilder und der Raum zwischen ihnen unterhalb ist von noch kleineren, gleichfalls glatten Schildchen bedeckt.


Die Beschuppung des Rücken besteht aus sehr kleinen, flachen Schüppchen, ohne Spur einer Rückenleiste oder eines Kammes. Die Schuppen des Bauches sind rhombisch, viel größer als die des Rückens und jede mit einem Längskiel versehen. Unter dem Hals ist ein kleiner Kehlsack angedeutet. Keine Analporen und keine Schenkelporen. An der Seite des Oberschenkels zieht sich jedoch eine scharfe Hautfalte hin. Die Schuppen an der Unterseite des Unterschenkels sind gekielt und größer als die rundlichen, eingekielten des Oberschenkels.
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Die Schuppen des Schwanzes sind oben und unten ungefähr von Größe der Bauchschuppen, hexagonal und gekielt. Der Rücken ist leuchtend grün und mit vier bis sechs dunkelgrünen Querbinden versehen. Der grüne Schwanz ist deutlich mit dunklen oder hellen Binden gekennzeichnet. Die Oberseite des Kopfes ist gelbgrün bis goldgelb (dunkleres Braun bei den Jugendlichen). Der hintere Rand des Helms ist schwarz gesäumt. Die Seiten des Kopfes sind leuchtend gelbgrün und das Männchen weist oft einen gelborangefarbenen Kopf auf. Der Bauch ist hellgrün und die Iris weist eine gelblich-braune Färbung auf. Insgesamt werden Weibchen etwa größer als Männchen. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist der breitere Schwanzansatz sowie die gut ausgebildeten Hemipenistaschen beim Männchen. Diese Art ist noch nicht bedroht und erreicht ein Alter von rund 11 Jahren. In freier Wildbahn selten mehr als 5 bis 7 Jahre.

Lebensweise

Der Kronenbasilisk findet seine Verbreitung im tropischen Regenwald Mittelamerikas wie Südmexiko, Honduras, Guatemala bis nach Venezuela und Kolumbien. Der Kronenbasilisk bewegt sich eher langsam und hält sich oft auf Bäumen und Sträuchern, die sich über dem Gewässer befinden, auf. Er versteckt sich und klettert an den Zweigen und wartet auf Beute und nur selten bewegt er sich auf dem Boden. Der Kronenbasilisk kann mit geschlossenen Augen Stunden in der Sonne verbringen, während die Beute auf seinem Rücken umherläuft und bevor er zuschnappt, wartet er bis sich die Beute in der Nähe des Mundes befindet. Ferner badet der Kronenbasilisk sehr selten, aber er braucht eine hohe Luftfeuchtigkeit. Er leckt die Wassertropfen von den Blättern und erbeutet Insekten (Insecta),
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die sich in der Nähe aufhalten. Der Kronenbasilisk ist ein ziemlich schlechter Jäger im Vergleich zu den Vettern aus der Gattung Kronenbasilisken (Laemanctus). Die Männchen sind sehr territorial und jeder Zweig eines Busches wird vehement verteidigt. Im Allgemeinen lebt der Kronenbasilisk einzelgängerisch. Es kommt auch vor das ein Männchen mit ein bis drei Weibchen in einem Gebiet lebt. Für gewöhnlich treffen sich die Männchen und die Weibchen nur zur Paarung, was mehrmals pro Jahr passieren kann.

Unterarten

  • Laemanctus longipes deborrei - Wiegmann, 1834
  • Laemanctus longipes longipes - Boulenger, 1877
  • Laemanctus longipes waltersi - Schmidt, 1933

Verbreitung

Der Kronenbasilisk kommt in Ost-Mexiko vor. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom zentralen Veracruz bis nach Süden durch den südlichen und östlichen Teil der Halbinsel Yucatán in Petén sowie durch das atlantische Tiefland von Guatemala und Belize bis nordwestlich von Honduras. Das Verbreitungsgebiet wird begrenzt vom atlantischen Tiefland und vom Vorgebirge, mit Ausnahme des Isthmus von der Tehuantepec-Region in Mexiko und im Südosten von Guatemala. Der Kronenbasilisk tritt in den meisten Teilen von Petén in einer Meereshöhe bis etwa 750 Metern auf. Der Kronenbasilisk lebt in tropischen, feuchten Regenwäldern sowie in trockenen Wäldern.
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Er verbringt den Großteil seiner Zeit in den Baumkronen oder auf Bäumen, obwohl er manchmal auch in Büschen oder auf dem Boden anzutreffen ist. Der Kronenbasilisk scheint das raue, saisonale Klima auf der nördlichen Halbinsel Yucatán zu meiden und bewohnt Gebiete die 2.000 bis 4.000 mm Regen pro Jahr mit einer relativ kurzen Trockenzeit aufweisen.

Ernährung

Diese Tiere ernähren sich überwiegend von Insekten (Insecta) und Spinnentiere (Arachnida). Aber auch kleinere Insekten (Insecta) und Frösche (Ranidae) stehen auf ihrem Speiseplan. Reife Früchte bessern hier und da die Kost auf.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife wird mit etwa 1 Jahr erreicht. Die Paarungszeit ist an keine bestimmte Jahreszeit gebunden, sie pflanzen sich das ganze Jahr über fort. Nach einer Trächtigkeit von 70 bis 80 Tagen legt das Weibchen drei bis sechs Eier. Die durchschnittliche Größe der Eier beträgt 23-25 x 14-16 Millimeter und das Gewicht beträgt 3,2 Gramm. Die Eier sind meist unter Baumwurzeln vergraben oder befinden sich in einer flachen Höhle. Die Jungechsen schlüpfen nach einer Inkubationszeit von etwa 45 Tagen und erreichen eine Körperlänge von etwa 17,5 bis 18,5 Zentimeter. Die Jugendlichen haben normalerweise einen einzigen dunkelbraunen oder schwarzen Fleck im Bereich des Nackens sowie vier dorsale Flecken am Körper. Im proximalen Bereich des Schwanzes zeigen sich einige in Längsrichtung längliche dunkle Flecken. Der Rücken und der Schwanz sind in der Regel gelb oder gelbgrün getönt. Im Bereich des Halses zeigt sich eine leuchtend gelbe oder blass hellgrüne Farbe. Der Bauch weist eine gelbe Färbung auf.

Weitere Synonyme

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  • Laemanctus longipes - Wiegemann, WIEGMANN 1834
  • Laemanctus longipes - Duméril & Bibron, 1837
  • Laemanctus deborrei - Boulenger, 1877
  • Laemanctus longipes - Boulenger, 1885
  • Laemanctus longipes - Peter et al., 1970
  • Laemanctus longipes - Liner, 1994
  • Laemanctus longipes - Köhler, 2000
  • Laemanctus longipes deborrei - Boulenger, 1877
  • Laemanctus longipes deborrei - Boulenger, 1877
  • Laemanctus longipes - Müller, 1880
  • Laemanctus deborrii - Günther, 1885
  • Laemanctus deborri - Boulenger, 1885
  • Laemanctus deborrei - Weber, 1945
  • Laemanctus deborrei - Smith & Taylor, 1950
  • Laemanctus longipes deborrei - McCoy, 1968
  • Laemanctus longipes deborrei - McCranie & Köhler, 2004
  • Laemanctus longipes waltersi - Schmidt, 1933
  • Laemanctus waltersi - Schmidt, 1933
  • Laemanctus longipes waltersi - McCoy, 1968
  • Laemanctus longipes waltersi - McCranie & Köhler, 2004

Anhang

Literatur und Quellen

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