Kouprey

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Kouprey
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Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
Unterordnung: Wiederkäuer (Ruminantia)
Familie: Hornträger (Bovidae)
Unterfamilie: Rinder (Bovinae)
Tribus: Rinder (Bovini)
Gattung: Eigentliche Rinder (Bos)
Art: Kouprey
Wissenschaftlicher Name
Bos mutus
Urbain, 1937

IUCN-Status
Critically Endangered (CR)

Der Kouprey (Bos sauveli) zählt innerhalb der Hornträger (Bovidae) zur Gattung der Eigentlichen Rinder (Bos). Im Englischen wird die Art Kouprey oder Grey Ox genannt. Die Art ist monotypisch, demnach sind keine Unterarten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Taxonomie

Der Artstatus gilt als umstritten. Einige neuere genetische Untersuchungen deuten darauf hin, der Kouprey könnte eine Mischform sein, entstand also durch Hybridisierung mit anderen Wildrindern. Dies belegen insbesondere partielle Analysen der mitochondrialen DNA (Galbreath et al. 2006 in IUCN, 2013). Andere Forscher gehen davon aus, dass der Kouprey durch natürliche Hybridisierung während des Pleistozäns aus dem Banteng (Bos javanicus) hervorgegangen ist.

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Kouprey erreicht eine Körperlänge von 210 bis 220 cm, eine Schulterhöhe von bis zu 190 cm, eine Schwanzlänge von 100 bis 110 cm, eine Hornlänge von 40 bis 80 cm sowie ein Gewicht von gut 900 kg. Das Fell der Weibchen ist typischerweise gräulich gefärbt, Kälber kommen mit einem bräunlichen Fell zur Welt. Die Bauseite und die Unterschenkel sind etwas heller gefärbt. Das Fell der Männchen ist braun bis dunkelbraun und dunkelt mit zunehmendem Alter bis hin zu schwarzbraun deutlich ab. Markantes Merkmal der Männchen ist eine ausgeprägte Wamme. Dieses ist hängende Haut an der Basis des Halses (Novak, 1999).

Lebensweise

Koupreys sind hauptsächlich in der Nacht oder der Dämmerung aktiv. Auf der Suche nach Nahrung legen sie nicht selten in einer Nacht mehr als 10 km zurück. Am Tage, aber auch in der Trockenzeit ruhen die Tiere in dichtem Wald. Nur in der Regenzeit sind die Tiere auch ganztägig aktiv. Koupreys sind stets in der Nähe eines Gewässers und an Salzlecken anzutreffen. Die Art ist herdenbildend. Jedoch leben Männchen und Weibchen in getrennten Gruppen von bis zu 20 Individuen. Über das Fortpflanzungsverhalten ist nichts bekannt (Novak, 1999).

Verbreitung und Lebensraum

Das heutige Verbreitungsgebiet des Kouprey ist nahezu unbekannt. Ursprünglich war die Art im Ländereck von Kambodscha, des südlichen Laos, des südöstlichen Thailand und Vietnam verbreitet. Der Kouprey gilt heute als nahezu ausgerottet oder ist bereits ausgestorben. Die Art besiedelt tropische Regenwälder, offene Wälder und angrenzende Grünflächen (Tordoff et al. 2005 in IUCN, 2013).

Ernährung

Der Kouprey ernährt sich hauptsächlich von Süßgräsern (Poaceae) und Seggen (Carex) (Novak, 1999).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Ob der Kouprey heute überhaupt noch lebt ist völlig unklar. In der Roten Liste der IUCN wird die Art in der Kategorie CR, Critucally Endangered, geführt. Im Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) wird die Art in Anhang I gelistet. Die größte Gefahr ging stets von der Bejagung durch den Menschen aus, Begehrt war das Fleisch sowie Hörner und der Schädel. Aber auch Lebensraumverlust hat zu dem jetzigen Zustand der Art begetragen. Weitflächig wurden in den letzten Jahrzehnten Waldflächen zugunsten von landwirtschaftlichen Flächen gerodet (IUCN, 2013).

Anhang

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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