Rotschwanzmeerkatze

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Rotschwanzmeerkatze
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Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Ordnung: Primaten (Primates)
Unterordnung: Trockennasenaffen (Haplorhini)
Familie: Meerkatzenverwandte (Cercopithecidae)
Unterfamilie: Backentaschenaffen (Cercopithecinae)
Gattung: Meerkatzen (Cercopithecus)
Art: Rotschwanzmeerkatze
Wissenschaftlicher Name
Cercopithecus ascanius
Audebert, 1799

Die Rotschwanzmeerkatze (Cercopithecus ascanius), auch als Kongo-Weißnasenmeerkatze bekannt, zählt innerhalb der Familie der Meerkatzenverwandten (Cercopithecidae) zur Gattung der Meerkatzen (Cercopithecus).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Rotschwanzmeerkatze erreicht eine Körperlänge von 38 bis 46 cm, eine Schwanzlänge von 50 bis 60 cm sowie ein Gewicht von 2.900 bis 4.200 Kg. Männchen werden bedeutend größer als Weibchen. Das Fell ist überwiegend bräunlich bis olivbraun. Die Bauchseite ist weiß bis cremefarben gefärbt. Charakteristisch ist der weiße Backenbart und die ebenfalls weiße Nasenspitze. Die Gesichtshaut weist eine blaugraue bis schwärzliche Färbung auf. Die Gliedmaßen sind je nach Unterart grau oder schwarz.

Die tagaktiven Baumbewohner halten sich meist in den mittleren und unteren Schichten der Bäume auf. Auf den Boden kommen sie selten hinab. Ihre Hauptaktivitäten wie die Nahrungssuche läßt sich in den frühen Morgenstunden und am späten Abend beobachten. Rotschwanzmeerkatzen leben in sozialen Gruppen von zehn bis fünfzehn Individuen. Eine Gruppe besteht aus einem dominanten Männchen sowie mehreren rangniedrigeren Weibchen und deren Nachwuchs. Die Reviergrößen liegen zwischen 80 und 120 Hektar und werden gegenüber Artgenossen verteidigt. Dabei kommt es nicht selten zu Kämpfen zwischen den rivalisierenden Gruppen.

Die Kommunikation ist vielfältig. Neben Sichtkommunikation wie die Mimik spielen auch Laute, chemische Signale und der Tastsinn eine große Rolle. Soziale Interaktion wie Fellpflege stärkt den Zusammenhalt einer Gruppe. Zu den natürlichen Hauptfeinden der Rotschwanzmeerkatze zählen insbesondere Greifvögel wie der Kronenadler, große Schlangen, Paviane und Raubkatzen wie der Leopard. Die Art ist heute noch nicht bedroht, wenngleich die Bestände vielerorts rückläufig sind. Hauptgründe sind hierfür die Vernichtung der Lebensräume und die starke Bejagung durch die einheimische Bevölkerung.

Unterarten

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Rotschwanzmeerkatze erstreckt sich in Zentralafrika über Uganda, Zaire, Kenia, Tansania, Sambia und Ruanda. Sie bewohnen meist tropischen Regenwald sowie Sümpfe, Sekundär- und Galeriewälder. An Waldrändern sind sie eher seltener anzutreffen. Rotschwanzmeerkatzen leben in den Baumkronen der Bäume und kommen nur sehr selten auf den Erdboden.

Nahrung

Rotschwanzmeerkatze
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Rotschwanzmeerkatze

Primär ernähren sich Rotschwanzmeerkatzen von reifen Früchten. Ihr Speiseplan wird durch junge Triebe, Blätter und Blüten sowie durch Insekten und kleinere Wirbeltiere ergänzt. Auf Nahrungssuche gehen sie meist in den frühen Morgen- und Abendstunden. Ihre Backentaschen dienen ihnen dabei als Nahrungsspeicher.

Fortpflanzung

Die Rotschwanzmeerkatze erreicht die Geschlechtsreife mit vier bis fünf Jahren, wobei Männchen meist ein Jahr länger brauchen, um die Geschlechtsreife zu erreichen. Die Paarungszeit erstreckt sich über das ganze Jahr, jedoch kommt es in den Monaten November bis Februar vermehrt zu Geburten. Das Männchen, der Anführer einer Gruppe, paart sich mit allen Weibchen der Gruppe. Sie leben somit polygam.

Nach einer Tragezeit von durchschnittlich 170 bis 185 Tagen bringt das Weibchen in der Regel ein Jungtier, selten Zwillinge zur Welt. Das Jungtier weist ein Gewicht von 380 bis 450 Gramm auf. Es ist in den Wochen stark von der Mutter abhängig und wird von ihr zunächst am Bauch, später auf dem Rücken getragen. Die Mutter trägt insgesamt die Hauptverantwortung bei der Aufzucht des Nachwuchses. Die Jungtiere haben anfangs ein wolliges, gräuliches bis cremefarbenes Fell. Die Entwöhnung beginnt mit dem sechsten Lebensmonat. Junge Weibchen verbleiben meist in der Gruppe, in der sie geboren wurden. Männchen verlassen die Gruppe mit Erreichen der Geschlechtsreife und schließen sich Junggesellengruppen an. Rotschwanzmeerkatzen können ein Alter von 25 bis 30 Jahren erreichen.

Anhang

Literatur und Quellen

  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
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