Ursäuger

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Ursäuger
Schnabeltier (Ornithorhynchus anaticus)

Systematik
Unterstamm: Wirbeltiere (Vertebrata)
Überklasse: Kiefermäuler (Gnathostomata)
Reihe: Landwirbeltiere (Tetrapoda)
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Ursäuger
Wissenschaftlicher Name
Protheria
Gill, 1872

Die Ursäuger (Protheria) sind eine Unterklasse der Säugetiere (Mammalia). Es werden in der Ordnung der Kloakentiere (Monotremata) in 2 Familien insgesamt 5 rezente Arten geführt. Der wissenschaftliche Name der Kloakentiere, Monotremata, lässt sich mit "Einlochtiere" übersetzen und bezieht sich auf nur einen Ausführgang, die sogenannte Kloake. Über die Kloake werden sowohl Urin und Kot ausgeschieden als auch der Austausch der Geschlechtsprodukte und die Ablage der Eier erfolgen.

Inhaltsverzeichnis

Evolution und Entwicklung

Die ältesten Fossilien der Vorfahren der heutigen Ursäuger stammen aus der frühen Kreide und weisen somit ein Alter von rund 120 Millionen Jahren auf. Zu den fossilen Funden aus der Kreide gehören Vertreter der Gattungen Teinolophos und Steropodon. Bis zum heutigen Tage haben sich Ursäuger kaum verändert. Schnabeltiere besiedeln bereits seit dem mittleren Miozän Australien. Die Funde stammen aus einer Zeit von vor 10 Millionen Jahren. Uneins ist man in der Forschung in Bezug auf den Ursprung der Kloakentiere, insbesondere auch über das Verwandtschaftsverhältnis zu den Beutelsäugern und den plazentalen Säugern. Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet im Zeitalter des Pleistozän deckt sich nicht mit der heutigen Verbreitung. Im Pleistozän kamen Langschnabeligel (Zaglossus) auch in Australien vor. Ihre Verbreitung beschränkt sich heute auf Neuguinea.

Beschreibung

Anatomie und Aussehen

Ursäuger (Protheria) grenzen sich zwar deutlich von den Beutelsäugern (Metatheria) und den Höheren Säugetieren (Eutheria) deutlich ab, jedoch wird die Vermehrungsart als Eier legende Säugetiere überbewertet. Das Grundmuster entspricht dabei der Entwicklung aller Säugetiere, wobei die Entwicklung der Jungtiere für kurze Zeit innerhalb eines ledigen Eies stattfindet. Nach dem Schlupf werden die Jungtiere wie bei allen Säugetieren von der Mutter gesäugt. Im allgemeinen Sprachgebrauch gilt der Begriff „Eier legende Säugetiere“ als Synonym für reptilienartige oder primitive Säugetiere. Dabei verfügen Ursäuger über alle wesentlichen Merkmale der Säugetiere. Hier sind insbesondere das Fell, die Brustdrüsen, der einteilige Unterkiefer und die 3 Gehörknöchelchen zu nennen. Zu den Bestandteilen der Gehörknöchelchen gehören Amboss, Hammer und der Steigbügel. Wie alle Säugetiere sind auch Ursäuger endotherm, also gleichwarm, das heißt die Körpertemperatur der Ursäuger ist unabhängig von der Umgebungstemperatur.

Präparat eines Langschnabeligels (Zaglossus bruijni)
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Präparat eines Langschnabeligels (Zaglossus bruijni)
Aufgrund der Spezialisierung bei der Nahrungsaufnahme und Art der Beutetiere fehlen bei ausgewachsenen Ursäugern die Zähne oder sind wie beim Schnabeltier stark zurückgebildet. Junge Schnabeltiere nutzen diese rudimentären Zähne zum Zermalen von Muscheln (Bivalvia) oder Schnecken (Gastropoda). Bei den erwachsenen Schnabeltieren fallen die Zähne aus und es zeigen sich im Ober- und Unterkiefer elastische Hornplatten, zwischen denen hartschalige Nahrung zerrieben wird. Schnabeligel besitzen überhaupt keine Zähne und ihre Hornplatten sind auch nicht voll ausgebildet und nicht ein Teil des Kiefers. Beim Langschnabeligel befinden sich am ersten Drittel des Zungenrückens spitze Hornstacheln, die es den Tieren erleichtern, Würmer und ähnliches ins Maul zu ziehen. Beutetiere werden bei diesen Tieren zwischen den Hornstacheln und den am Gaumen befindlichen Stacheln zerrieben. Beim Schnabeltier bildet die Verlängerung des Schädels und des Unterkiefers ein schnabelartiges Gebilde. Es ist zum Schutz mit einer Schicht schwarzer Haut überzogen. Ein ähnliches Gebilde zeigt sich auch bei den Schnabeligel, wobei die Verlängerung walzenförmig ausgeprägt ist. Am Ende der walzenförmigen Schnauze befindet sich die schmale Maulöffnung, durch die gerade mal die Zunge passt.

Markantes Merkmal der Schnabeligel ist neben der länglichen Schnauze das auffällige Stachelkleid. Beim Langschnabeligel fallen die Stacheln kürzer aus. Zwischen den Stacheln sowie am Kopf, am Bauch und an den Extremitäten zeigt sich ein dichtes Fell. Nicht selten überdecken die Haare die Stacheln. Beim Langschnabeligel ist die Schnauze leicht nach unten gebogen, beim Kurzschnabeligel ist sie eher gerade geformt. Das Stachelkleid dient dem Schutz vor Fleischfressern. Bei den Stacheln handelt es sich um einzelne Haare, die mit einem dicken Hautmuskel, dem Panniculus carnosus verbunden sind. Der kurze Stummelschwanz ist aufgrund der langen Stacheln im Grunde nicht zu sehen. Bei Gefahr rollen sich die Tiere wie eine Kugel zusammen und schützen so die verwundbare ventrale Seite. In weichen Böden graben sich Schnabeligel zum Schutz ein. Ansonsten dienen auch Höhlen und Felsspalten als Schutz. Die Ohren der Schnabeligel liegen dicht hinter den kleinen Augen, die geschlitzten Nasenlöcher liegen weit vorne an der Schnauze. Trotz der kleinen Augen können Schnabeligel erstaunlich gut sehen. Dies haben Versuche im Labor ergeben.

Der Körper des Schnabeltieres ist ausgesprochen stromlinienförmig und dorsal und ventral abgeflacht. Dies stellen Anpassungen an das amphibische Leben dar. Bis auf den Schnabel ist der gesamte Körper mit einem kurzen aber sehr dichten und wasserundurchlässigen Pelz bedeckt. Der entenähnliche Schnabel verfügt weit vorne über schlitzartige Nasenlöcher. Der Schnabel ist nicht sehr hart und gleicht eher einem Hartgummi. Ähnlich den Schnabeligeln sind auch im Schnauzenbereich der Schnabeltiere zahlreiche Rezeptoren zu finden, die der Orientierung und der Lokalisation von Beutetieren dienen. Die Rezeptoren reagieren vor allem auf elektrische Reize. Beim Tauchen verschließen Schnabeltiere sowohl die Augen als auch die Nasenlöcher und die Ohren. Unmittelbar hinter dem Schnabel liegen jeweils seitlich geräumige Backentaschen, die zur Mundhöhle offen sind und Hornplatten zum Zerreiben von Nahrung enthalten. Die Hornplatten ersetzen die rudimentären Zähne. Die Extremitäten sind bei den Schnabeltieren eher kurz und liegen beim Schwimmen und Tauchen eng am Körper an. Dem Vortrieb dienen die vorderen Beine mit den Füßen, die mit Schwimmhäuten versehen sind. Die hinteren Beine fungieren nur als Ruder. An Land oder beim Graben werden die Schwimmhäute der Vorderpfoten zurückgeschlagen. So kommen die kräftigen Krallen zum Vorschein, die den Grabaktivitäten dienlich sind. Die Pfoten enden jeweils in 5 Zehen, die jeweils in kräftigen Krallen enden. Der breite und abgeflachte Schwanz dient den Tieren als Fettspeicher. Im Gegensatz zu den Schnabeligeln ist der olfaktorische Sinn der Schnabeligel nur wenig entwickelt.

Maße und Gewicht

Deutscher Name Wissenschaftlicher Name Körperlänge Schwanzlänge Schnabellänge Stachellänge Gewicht
Kurzschnabeligel Tachyglossus aculeatus 35 - 53 cm 9 cm - 6 cm 2,5 - 7,0 kg
Langschnabeligel Zaglossus bruijni 45 - 77,5 cm 9 cm - 6 cm 5,0 - 10,0 kg
Schnabeltier Ornithorhynchus anaticus 30 - 45 cm 10 - 15 cm 5,2 - 5,8 cm - 0,5 - 2,0 kg

Giftigkeit

Ursäuger sind neben der Familie der Spitzmäuse (Soricidae) die einzigen giftigen Säugetiere. Bei den Schnabeligeln sind die Giftdrüsen und Giftsporne zwar vorhanden, weisen jedoch keine Funktion auf. Gift produzieren und einsetzen können nur die Schnabeltiere; und hier auch nur die Männchen. Die Giftdrüse befindet sich hinter dem Kniegelenk und ist mit einem hohlen beweglichen Stachel verbunden. Der Stachel liegt am hinteren Fußgelenk. Den Weibchen fehlen diese Sporne. Männchen können das Gift durch kräftige Stöße mit den Hinterbeinen in den Körper eines Angreifers injizieren. Das Gift tötet kleinere Tiere sehr schnell. Beim Menschen löst das Gift unerträgliche Schmerzen aus. Aufgrund der fehlenden Fleischfresser, hat man sich lange gefragt, wozu der Giftapparat bei den Schnabeltieren dient. Da die Giftdrüsen und Sporne während der Paarungszeit vergrößert sind, geht man davon aus, dass das Gift bei der Revierverteidigung eine Rolle spielt. Dieses erklärt jedoch nicht, warum die Giftsporne bei den Schnabeligeln nur rudimentär und ohne Funktion vorhanden sind. Die Giftsporne dienen bei den Ursäugern der Unterscheidung der Geschlechter, da bei den Männchen die Testikel (Hoden) äußerlich nicht zu erkennen sind. Das Gift enthält Substanzen, die unmittelbar auf die Schmerzrezeptoren wirken. Weitere Bestandteile des Giftes verursachen Schwellungen und Entzündungen.

Lebensweise

Alle Ursäuger sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv und leben einzelgängerisch. Die Kurzschnabeligel in den Regenwäldern sind auch am Tage aktiv, sie entfalten ihre Hauptaktivität jedoch in den frühen Morgen- und Abendstunden. Die Geschlechter treffen im Wesentlich nur während der Paarungszeit aufeinander. Die Arten sind durchaus als territorial zu bezeichnen, wobei sich die Reviere der Geschlechter überschneiden. Während der Ruhezeiten halten sich Ursäuger an geschützter Stelle auf. Ameisenigel nutzen dazu meist hohle Baumstämme, tiefere Mulden, Geröllhalden oder Dickicht. Brütende Weibchen der Ameisenigel verfügen hingegen über einen festen Erdbau. Zur Reviermarkierung dient ein Sekret aus analen Drüsen, die ein Bestandteil der Kloake sind. Weibchen markieren ihr Revier vor allem während der Paarungszeit um Männchen anzulocken. Ameisenigel vertragen weder große Kälte noch zu warme Temperaturen. Bei sehr kaltem oder heißem Wetter verfallen sie in eine Starre, die einer Winterruhe gleichkommt. Während der Starre senken die Tiere ihre Körpertemperatur um bis zu 18 Grad Celsius.

Schnabeltiere leben während der Ruhephasen in ihren Erdbauten in der Nähe des Wassers. Die Wohnhöhlen der Schnabeltiere befinden sich an Uferböschungen und sind meist 5 Meter, gelegentlich aber auch bis zu 30 Meter lang. Ihre aktive Zeit verbringen Schnabeltiere überwiegend im Wasser, wo sie auch auf Nahrungssuche gehen. Im Wasser dienen die vorderen Beine als Antriebsorgan, die hinteren Beine und der Schwanz werden zum Steuern eingesetzt. An Land bewegen sie sich selten, aber wenn, dann sind sie recht flink unterwegs. Dabei bewegen sie sich im Kreuzgang fort. Ein Revier kann sich je nach Art und Lebensraumqualität über bis zu einem Quadratkilometer erstrecken. Ameisenigel kommen zumeist mit einem Revier in einer Größe von 50 bis 200 Hektar zurecht.

Verbreitung

Schnabeltiere (Ornithorhynchus anatinus) sind im östlichen Australien von Cooktown in Queensland bis nach Tasmanien endemisch. In einigen Regionen wie dem südlichen Australien wie beispielsweise auf den Kangaroo Island wurden Schnabeltiere erfolgreich eingeführt. Eine endemische Verbreitung ergibt sich auch für die Langschnabeligel (Zaglossus), die jedoch ausschließlich in den Bergregionen von Neuguinea vorkommen. Die Kurzschnabeligel (Tachyglossus) treten im gesamten Verbreitungsgebiet, inklusive Tasmanien in Erscheinung. Schnabeltiere besiedeln vorwiegend Ströme und Flüsse, aber auch schmale Bäche. Eher selten sind die Tiere auch in Seen anzutreffen. Seen müssen zum Graben von Erdbauten geeignet sein.

Prädatoren

Prädator: der Dingo (Canis lupus dingo)
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Prädator: der Dingo (Canis lupus dingo)

Ursäuger haben im Grunde nur wenige oder gar keine natürlichen Feinde. Sie sind durch ein Stachelkleid geschützt oder verteidigen sich wie die Schnabeltiere mit einem Giftsporn. Allenfalls ein Dingo (Canis lupus dingo) erbeutet gelegentlich einen Ameisenigel. Junge Schnabeltiere werden gelegentlich von einem Weißbrauenhabicht (Accipiter novaehollandiae) oder einem Buntwaran (Varanus varius) gerissen.

Ernährung

Ursäuger sind in Bezug auf ihre Ernährung hoch spezialisiert. Die amphibisch lebenden Schnabeltiere sind oppotunistische Fleischfresser und ernähren sich gründelnd am Gewässerboden von allerlei Wirbellosen. Zur bevorzugten Nahrung gehören Schnecken (Gastropoda), Muscheln (Bivalvia), Ringelwürmer (Annelida), kleine Frösche (Anura), Krebstiere (Crustacea) und gelegentlich auch die Larven von Insekten (Insecta). Bis auf die harten Schalen werden Beutetiere komplett gefressen. Das Fleisch wird durch Hornreihen in den Kiefern aus den Schalen herausgelöst. Auf Nahrungssuche gehen Schnabeltiere ausschließlich in der Nacht. Während einer Fressphase können sie bis zu 1,5 Kilogramm an Nahrung zu sich nehmen.

Ameisenigel (Tachyglossidae) fressen je nach Art überwiegend Ameisen (Formicoidea), Termiten (Isoptera) und andere Insekten (Insecta) sowie Regenwürmer (Lumbricidae). Mit Hilfe der langen und klebrigen Zunge, die mit kleinen Widerhaken besetzt ist, werden die Beutetiere in den Mundraum gezogen. Die Zunge der Kurzschnabeligel kann bis zu 18 Zentimeter herausgefahren werden. Kurzschnabeligel können mit dem langen und kräftigen Schnabel lockeren Boden durchwühlen oder auch morsches Holz aufbrechen. Die im Bereich der Schnauze vorhandenen Elektrorezeptoren führen den Ameisenigel zielsicher zu seiner Beute.

Fortpflanzung

Die Paarungszeit der Schnabeltiere (Ornithorhynchidae) erstreckt sich von Juli bis in den November hinein. Geschlechtsreif sind sie mit rund 2 Jahren. Der Paarungsakt wird üblicherweise im Wasser vollzogen. Bei der Paarung führt das Männchen sein Geschlechtsorgan, das eine Länge von 5 bis 7 Zentimeter erreicht, in die Kloake des Weibchens ein. Dabei kommt es zur Befruchtung. Die Tragezeit erstreckt sich über 27 Tage. Ein Gelege besteht aus 1 bis 3 Eiern, die Inkubation erfolgt in 10 Tagen. Weibchen legen ihre Eier in ihren Erdbauten in unmittelbarer Nähe zu einem Gewässer.
Präparat eines Kurzschnabeligels (Tachyglossus aculeatus)
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Präparat eines Kurzschnabeligels (Tachyglossus aculeatus)
Die Eier der Schnabeltiere weisen eine Länge von 1,6 bis 1,8 Zentimeter und einen Durchmesser von 1,4 bis 1,5 Zentimeter. Beim Schlupf weisen die Jungtiere eine Körperlänge von 2,54 Zentimeter auf. Sie sind nackt und blind. Wie bei allen Säugetieren werden die Jungtiere mit Milch aus Drüsen im Brustbereich ernährt. Die Milch wird aber nicht über Brustwarzen aufgenommen, sondern von den Drüsen durch die Jungtiere abgeleckt. Im Alter von 4 Monaten hat sich das Fell voll entwickelt und die Jungtiere bringen es bereits auf eine Körperlänge von 33,5 Zentimeter. Spätestens zu diesem Zeitpunkt erfolgt die Entwöhnung von der Muttermilch. Die Lebenserwartung der in Freiheit lebenden Schnabeltiere beträgt bis zu 13 Jahren, in Gefangenschaft können sie leicht ein Alter von bis zu 21 Jahren erreichen.

Ameisenigel (Tachyglossidae) erreichen die Geschlechtsreife im zweiten Lebensjahr. Die Paarungszeit erstreckt sich über die Monate Juli bis August. Auf Tasmanien kann die Paarungszeit davon abweichend sein. Die Tragezeit erstreckt sich über 9 bis 27 Tage. Das Weibchen legt 1, selten auch 2 bis 3 Eier in einen Beutel innerhalb ihrer Kloake. Der Schlupf der Jungen erfolgt nach rund durchschnittlich 14 Tagen. Mit einem Eizahn befreien sie sich aus der Eischale, der Eizahn fällt kurz nach dem Schlupf ab. Die Geburtslänge ist nicht bekannt, aber im Alter von rund 55 Tagen weisen beispielsweise Kurzschnabeligel eine Länge von 15 bis 21 Zentimeter auf. Für die nächsten 50 bis 60 Tage verbleiben die Jungtiere im Beutel der Mutter. Hier werden sie über Zitzen mit Muttermilch versorgt. Nach dieser Zeit verlassen die Jungtiere den Beutel und werden in einer Höhle weiter von der Mutter umsorgt. Ab diesen Zeitpunkt wachsen ihnen auch die Stachel. Die Säugezeit kann sich über einen Zeitraum von bis zu 200 Tagen erstrecken. Mit einem Jahr sind Jungtiere selbständig. Die Lebenserwartung liegt in Freiheit bei etwa 20 Jahren, in Gefangenschaft kann ein Kurzschnabeligel ein Alter von mehr als 50 Jahren erreichen. Die maximale Lebenserwartung eines Langschnabeligels liegt bei 30 Jahren.

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Nur eine Art innerhalb der Ursäuger gilt als stark gefährdet (EN, Endangered) und wird als solches in der Roten Liste der IUCN geführt. Dies ist der Langschnabeligel (Zaglossus bruijni). Kurzschnabeligel (Tachyglossus aculeatus) und das Schnabeltier (Ornithorhynchus anaticus) gelten hingegen noch nicht zu den gefährdeten Arten. Langschnabeligel waren einst, bis zum Pleistozän in ganz Australien verbreitet. Das Aussterben in Australien beruht wahrscheinlich auf den Klimawandel auf dem Kontinent. Heute gelten neben dem Verlust der natürlichen Lebensräume vor allem die Bejagung durch den Menschen zu den größten Gefahren. Ameisenigel werden von der indigenen Bevölkerung wegen des Fleisches geschätzt.

Systematik der Ursäuger

Präparat eines Schnabeltieres (Ornithorhynchus anatinus)
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Präparat eines Schnabeltieres (Ornithorhynchus anatinus)

Unterklasse: Ursäuger (Protheria)

Ordnung Kloakentiere (Monotremata)
Familie Ameisenigel (Tachyglossidae)
Gattung Kurzschnabeligel (Tachyglossus)
Art Kurzschnabeligel (Tachyglossus aculeatus)
Gattung Langschnabeligel (Zaglossus)
Art Zaglossus attenboroughi
Art Zaglossus bartoni
Art Langschnabeligel (Zaglossus bruijni)
Familie Schnabeltiere (Ornithorhynchidae)
Gattung Ornithorhynchus
Art Schnabeltier (Ornithorhynchus anaticus)
Gattung: Obdurodon
Art: Obdurodon tharalkooschild

Literatur und Quellen

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