Kleines Nachtpfauenauge

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Kleines Nachtpfauenauge

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Überordnung: Neuflügler (Neoptera)
Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Unterordnung: Glossata
Überfamilie: Spinnerartige (Bombycoidea)
Familie: Pfauenspinner (Saturniidae)
Gattung: Nachtpfauenaugen (Saturnia)
Art: Kleines Nachtpfauenauge
Wissenschaftlicher Name
Saturnia pavonia
(Linnaeus, 1758)

Das Kleine Nachtpfauenauge (Saturnia pavonia), auch unter den Synonymen Eudia pavonia, Pavonia pavonia und Phalaena pavonia bekannt, zählt innerhalb der Familie der Pfauenspinner (Saturniidae) zur Gattung der Nachtpfauenaugen (Saturnia). Im Englischen wird das Kleine Nachtpfauenauge small emperor moth genannt.

Für das Jahr 2012 wurde das Kleine Nachtpfauenauge am 19. Dezember 2011 vom BUND NRW Naturschutzstiftung und der Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Lepidopterologen e.V. zum Schmetterling des Jahres gewählt. Mit der Wahl dieses Falters soll auf die zunehmende Klimaerwärmung aufmerksam gemacht werden.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Das Kleine Nachtpfauenauge erreicht eine Spannweite von etwa 50,0 bis 75,0 Millimeter. Sie gehören somit zu den mittelgroßen bis großen einheimischen Faltern. Männchen bleiben deutlich kleiner als Weibchen. Die Geschlechter kann man nicht nur anhand der Größe unterscheiden, sie weisen auch eine unterschiedliche Einfärbung auf. Männchen zeichnen sich durch deutlich sichtbare orangene Hinterflügel aus. Vorder- und Hinterflügel weisen neben bräunlichen Mustern und Querbinden vor allem die charakteristischen Augen auf. Der Körper und Teile der Hinterflügel sind bei beiden Geschlechtern dicht behaart. Das Weibchen ist insgesamt matter gefärbt. Die dominierende Farbe ist ein helles Braun. Die Fühler des Männchens sind stark aufgefächert, die des Weibchens sind nur wenig gefächert. Am Hinterleibsende verfügt das Weibchen über eine Duftdrüse, über die das Weibchen Sexualpheromone verströmt.

Lebensweise

Die Flugzeit der adulten Falter erstreckt sich über die Monate April und Mai. Männchen kann man häufig am Tag beobachten, Weibchen fliegen hauptsächlich in der Nacht. Das gilt auch für die Eiablage. Das Kleine Nachtpfauenauge ist speziell in Mitteleuropa stark gefährdet. Die Zerstörung der natürlichen Habitate wie Streuobstwiesen, Moore und Heiden sowie die Ausbringung von giftigen Pestiziden in der Landwirtschaft haben die Art an den Rand des Aussterbens gebracht.

Unterarten

  • Saturnia pavonia pavonia - (Linnaeus, 1758) - (Südspanien)
  • Saturnia pavonia josephinae - (Schawerda, 1924) (Südspanien)

Verbreitung

Raupen, ca. 10 Tage alt
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Raupen, ca. 10 Tage alt

Das Kleine Nachtpfauenauge ist in weiten Teilen der Palärarktis verbreitet. Insbesondere kann man den Falter in Mittel- und Nordeuropa beobachten. In Südeuropa fehlt die Art völlig. Im Osten reicht das Verbreitungsgebiet bis in den Osten von Asien. Man findet das Kleine Nachtpfauenauge meist an Waldrändern, auf Streuobstwiesen, Heiden, Mooren und Wildgärten. In Höhenlagen ist das Kleine Nachtpfauenauge in den Mittelgebirgen bis in Höhen von rund 2.000 Metern anzutreffen.

Ernährung

Die fertigen Falter nehmen keine Nahrung zu sich und sterben nach spätestens zwei Wochen. Ihnen fehlen für die Nahrungsaufnahme die Mundwerkzeuge. Die Raupen ernähren sich von Blättern verschiedenster Futterpflanzen. Dazu gehören insbesondere Brombeeren, Heidel- und Himbeeren, Schlehengewächse und einige weitere Pflanzen.

Fortpflanzung

Halberwachsene Raupe
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Halberwachsene Raupe

Die Paarungszeit des Kleinen Nachtpfauenauge erstreckt sich über die Monate April und Mai. Zur eigentlichen Paarung kommt es in den Abendstunden oder in der Nacht. Die Partnerfindung erfolgt durch Pheromone, die vom Weibchen ausgehen und vom Männchen über die fächerartigen Fühler registriert werden können. Das Weibchen legt etwa 50 Eier an die Stängel oder Blätter von diversen Futterpflanzen. Die Eier sind leicht oval geformt, mit glatter Oberfläche und mit einer bräunlichen bis grünlichen Färbung. Zu den bevorzugsten Futterpflanzen gehören unter anderem Schlehengewächse und Brombeeren.

Nach rund zehn bis zwölf Tagen schlüpfen die kleinen Raupen. Mit jeder Häutung weisen die Raupen ein anderes Aussehen auf. Nach dem Schlupf sind die Raupen durchweg schwarz gefärbt. Mit jeder Häutung verringert sich der Schwarzanteil. Nach der zweiten und dritten Häutung sieht man einen deutlich gelblichen oder orangefarbenen Lateralstreifen auf schwarzem Grund. Ausgewachsene Raupen sind überwiegend hellgrün (siehe Foto) und weisen schmale schwarze Querbinden auf. Die erwachsenen Raupen beginnen sich dann einzuspinnen. Die Überwinterung, die rund zehn Monate dauert, erfolgt als Puppe in einem Kokon. Die Imagines leben im Frühjahr nur wenige Tage bis maximal zwei Wochen.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Heiko Bellmann: Der neue Kosmos-Schmetterlingsführer. Schmetterlinge, Raupen und Futterpflanzen. Kosmos, 2003 ISBN 3440093301
  • Leon Rogez: Schmetterlinge und Raupen. Ensslin im Arena Verlag, 2006 ISBN 3401452541
  • Thomas Ruckstuhl: Schmetterlinge und Raupen. Gondrom Verlag, 2001 ISBN 3401452541
  • Dr. Helgard Reichholf-Riem: Steinbachs Naturführer. Insekten. Mit Anhang Spinnentiere. München: Mosaik Verlag GmbH, München 1984. ISBN 3-570-01187-9
  • Michael Chinery: Pareys Buch der Insekten: Ein Feldführer der europäischen Insekten. Übersetzt und bearbeitet von Dr. Irmgard Jung und Dieter Jung. Verlag Paul Parey 1987. Hamburg und Berlin. ISBN 3-490-14118-0
  • Kurt Günther, Hans-Joachim Hannemann, Fritz Hieke: Urania Tierreich, 6 Bde., Insekten . Deutsch Harri GmbH; Auflage: 5, 1990 ISBN 387144944X
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