Kleiner Fuchs

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Kleiner Fuchs

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Überordnung: Neuflügler (Neoptera)
Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Familie: Edelfalter (Nymphalidae)
Gattung: Aglais
Art: Kleiner Fuchs
Wissenschaftlicher Name
Aglais urticae
Linnaeus, 1758

Der Kleine Fuchs (Aglais urticae) zählt innerhalb der Familie der Edelfalter (Nymphalidae) zur Gattung Aglais. Im Englischen wird der Kleine Fuchs Small tortoiseshell butterfly genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Kleine Fuchs erreicht eine Flügelspannweite von 4,5 bis 5,5 cm. Die Oberseite der Flügel weisen eine orangene Grundfärbung auf. Am gezahnten Flügelsaum sind bläuliche Punkte zu sehen, die schwarz eingefasst sind. Der obere Flügelsaum weist eine schwarz-weiße-gelbliche Fleckung auf. Die Mitte der Vorderflügel ist mit drei schwarzen Punkten gekennzeichnet. Die Flügelzeichnung beider Geschlechter weist keine Unterschiede auf. Der Körper des Kleinen Fuchs ist dunkelbraun und stark behaart. Er hat wie alle Schmetterlinge drei Beinpaare.

Die Raupen weisen eine schwarzbraune Grundfärbung auf. Der Rücken ist mit einer doppelten gelblichen Längsbänderung versehen. In kälteren oder alpinen Regionen Europas ist der Kleine Fuchs von Mai bis August zu beobachten. Hier gibt es auch nur eine Generation im Jahr. In den warmen Verbreitungsgebieten kann es durchaus zwei bis drei Generationen geben, die zwischen Februar und Oktober ihre Flugzeit haben. Zum Herbst hin überwintert der Kleine Fuchs nicht als Raupe oder Puppe, sondern als Falter an einer geschützten Stelle. Insgesamt ist der Kleine Fuchs einer der häufigsten Schmetterlingsarten in Mitteleuropa.

Unterarten

Kleiner Fuchs: Seitenansicht
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Kleiner Fuchs: Seitenansicht

Verbreitung

Der Kleine Fuchs ist in weiten Teilen Europas und Asiens verbreitet. Seine südlichen Verbreitungsgebiete reichen in Europa bis nach Spanien und Italien. Im Norden ist er bis nach Skandinavien verbreitet. Auch im Mittelmeer sind sie auf größeren Inseln wie Sizilien zu Hause. Im Gebirge sind sie teilweise in Höhen von über 2.500 Metern anzutreffen. Zur kälteren Zeit hin ziehen sie aber in die Ebene.

Nahrung

Die Falter ernähren sich vom Nektar verschiedenster blütentragender Pflanzen. Alleine in Deutschland sind das einige hundert Arten. Die Raupen ernähren sich hauptsächlich von Brennesseln und ähnlichen Grünpflanzen.

Fortpflanzung

Mit der Metamorphose zum Falter ist der Kleine Fuchs geschlechtsreif. Das Weibchen legt rund 100 grünliche Eier auf die Blattunterseite von Futterpflanzen wie die Große oder Kleine Brennessel. Bereits nach wenigen Tagen schlüpfen die Raupen, die in einem Gespinnst aus Seide gesellig leben und fressen. Sobald die Raupen erwachsen sind, leben sie eher einzelgängerisch. Nach etwa 30 Tagen verpuppen sich die erwachsenen Raupen. Nach weiteren 14 Tagen schlüpfen dann die fertigen Falter.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Heiko Bellmann: Der neue Kosmos-Schmetterlingsführer. Schmetterlinge, Raupen und Futterpflanzen. Kosmos, 2003 ISBN 3440093301
  • Leon Rogez: Schmetterlinge und Raupen. Ensslin im Arena Verlag, 2006 ISBN 3401452541
  • Thomas Ruckstuhl: Schmetterlinge und Raupen. Gondrom Verlag, 2001 ISBN 3401452541
  • Dr. Helgard Reichholf-Riem: Steinbachs Naturführer. Insekten. Mit Anhang Spinnentiere. München: Mosaik Verlag GmbH, München 1984. ISBN 3-570-01187-9
  • Michael Chinery: Pareys Buch der Insekten: Ein Feldführer der europäischen Insekten. Übersetzt und bearbeitet von Dr. Irmgard Jung und Dieter Jung. Verlag Paul Parey 1987. Hamburg und Berlin. ISBN 3-490-14118-0
  • Kurt Günther, Hans-Joachim Hannemann, Fritz Hieke: Urania Tierreich, 6 Bde., Insekten . Deutsch Harri GmbH; Auflage: 5, 1990 ISBN 387144944X
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