Kleiner Feuerfalter

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Kleiner Feuerfalter

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Überordnung: Neuflügler (Neoptera)
Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Unterordnung: Glossata
Familie: Bläulinge (Lycaenidae)
Gattung: Lycaena
Art: Kleiner Feuerfalter
Wissenschaftlicher Name
Lycaena phlaeas
(Linnaeus, 1761)

Der Kleine Feuerfalter (Lycaena phlaeas) gehört innerhalb der Familie der Bläulinge (Lycaenidae) zur Gattung der Lycaena.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Kleine Feuerfalter erreicht eine Körperlänge von rund 15 Millimter sowie eine Flügelspannweite von 25 bis fast 30 Millimeter. Der Körper ist länglich und stark behaart. Die Oberseite der Vorderflügel ist überwiegend orange. kleine dunkelbraune Punkte sind in der Mitte der Flügel zu sehen. Der Vorderflügel ist durch ein charakteristisches graues Band gekennzeichnet. Die Oberseite der Hinterflügel sind überwiegend grau gefärbt. Eine breite orangene Querbinde ziert dabei den hinteren Rand der Flügel. Die Fühler sind mittellang und erreichen eine Länge von gut zehn Millimeter. Sie weisen eine schwarz-weiße Ringelung auf und sind am Ende keulenartig verdickt.

Lebensweise

Als tagaktive Falter sind sie tagsüber auf Nahrungssuche, zum Abend hin ziehen sich die Kleinen Feuerfalter ins hohe Gras oder auf Büschen und Bäumen zurück und sitzen dort auf Halmen, Ästen oder Blättern. Selten sind sie auch in größeren geselligen Gruppen anzutreffen. Männchen sind ausgesprochen territorial und verteidigen ihr Revier gegenüber Artgenossen und anderen Faltern. Die Flugzeit der Falter erstreckt sich über den Zeitraum von April bis September. In gemäßigten Regionen treten zwei bis vier, selten auch bis fünf Generationen auf.

Unterarten

Verbreitung

Der Kleine Feuerfalter ist in weiten Teilen Europas, Nordafrikas und Vorderasiens verbreitet. Auch im Osten der USA sind sie heimisch. In Höhenlagen, insbesondere in Mittelgebirgen kommt er in Höhen von 1.800 bis teilweise 2.000 Metern vor. Im Norden ist er bis in den Norden Skandinaviens beheimatet. Der Kleine Feuerfalter bevorzugt trockene bis mäßig feuchte Habitate mit sandigen Flächen wie Wegränder, Dämme. Bagger- und Kiesgruben und ähnliche Habitate.

Ernährung

Die Imagines der Kleinen Feuerfalter nehmen mit ihrem Saugrüssel nur flüssige Nahrung auf. Dazu gehört in der Regel Blütennektar. Sie sind häufig auf Roß-Minze (Mentha longifolia) und Tauben-Skabiose (Scabiosa columbaria) zu beobachten. Die Raupen ernähren sich von den Blättern diverser Ampfer-Arten der Gattung Rumex.

Fortpflanzung

Die Paarungszeit der Kleinen Feuerfalter erstreckt sich je nach Verbreitungsgebiet für gewöhnlich vom Frühjahr bis in den frühen Herbst. Es kommt dabei zu zwei bis vier, stellenweise auch bis zu sechs Generationen. Bei der Paarung berühren sich die Geschlechter charakteristisch mit dem hinteren Abdomen. Nach erfolgreicher Befruchtung legt das Weibchen ihre Eier an die Blätter bestimmter Futterpflanzen ab. Dazu gehören Ampfer-Arten der Gattung Rumex wie der Wiesen-Sauerampfer (Rumex acetosa) und ähnliche Pflanzen. Die Jungraupen schlüpfen nach rund zehn bis zwölf Tagen. Sie weisen eine grünliche bis rötliche Färbung auf. Die Raupen können eine Körperlänge von über 20 Millimeter erreichen. Die Überwinterung findet in letzter Generation als Raupe statt. Der Schlupf der fertigen Falter beginnt bereits im zeitigen April oder Mai.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Heiko Bellmann: Der neue Kosmos-Schmetterlingsführer. Schmetterlinge, Raupen und Futterpflanzen. Kosmos, 2003 ISBN 3440093301
  • Leon Rogez: Schmetterlinge und Raupen. Ensslin im Arena Verlag, 2006 ISBN 3401452541
  • Thomas Ruckstuhl: Schmetterlinge und Raupen. Gondrom Verlag, 2001 ISBN 3401452541
  • Kurt Günther, Hans-Joachim Hannemann, Fritz Hieke: Urania Tierreich, 6 Bde., Insekten . Deutsch Harri GmbH; Auflage: 5, 1990 ISBN 387144944X
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