Kleiner Blaugeringelter Krake

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Kleiner Blaugeringelter Krake

Systematik
Klasse: Kopffüßer (Cephalopoda)
Unterklasse: Tintenfische (Coleoidea)
Ordnung: Kraken (Octopodida)
Familie: Echte Kraken (Octopodidae)
Gattung: Blaugeringelte Kraken (Hapalochlaena)
Art: Kleiner Blaugeringelter Krake
Wissenschaftlicher Name
Hapalochlaena maculosa
(Hoyle, 1883)

Der Kleine Blaugeringelte Krake (Hapalochlaena maculosa) zählt innerhalb der Familie der Echten Kraken (Octopodidae) zur Gattung der Blaugeringelten Kraken (Hapalochlaena). Im Englischen wird der Kleine Blaugeringelte Krake southern blue-ringed octopus genannt. Die Art ist monotypisch, demnach sind keine Unterarten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Kleine Blaugeringelte Krake kann eine Körperlänge bis zu 20,0 Zentimeter erreichen und ein Gewicht von etwa 26,0 Gramm. Bei der Geburt mißt der Kleine Blaugeringelte Krake allerdings nur 4,0 Millimeter. Der Kleine Blaugeringelte Krake weist eine dunkelbraune bis dunkelgelbe/gelbbraune und bräunlich-beige Färbung auf. Das herausragendste Merkmal bei dieser Art ist die ringförmige oder gebänderte Zeichnung an den Tentakeln. Auf dem Körper zeigen sich eher Augenflecke. Im Ruhezustand sind keine blauen Ringe sichtbar. Erst wenn der Kleine Blaugeringelte Krake gereizt wird oder wenn er dem Stress ausgesetzt ist, dann verfärben sich die Ringe blau. Ebenfalls nehmen die Ringe bei der Nahrungsaufnahme bzw. -suche eine blaue Farbe an. Sein Gift (Maculotoxin) ist giftiger als alle bekannten Toxine von Landlebewesen.

Lebensweise

Kleiner Blaugeringelter Krake
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Kleiner Blaugeringelter Krake

Der Kleine Blaugeringelte Krake ist ein nicht aggressiver Oktopus und im Allgemeinen weist er die typischen Verhaltensweisen eines Tintenfisches auf. Er ist nachtaktiv und hält sich in Spalten und Löchern auf. Sind diese nicht vorhanden, legt der Kleine Blaugeringelte Krake Höhlen im Sand, Schlamm, Kies und im Korallenschutt an. Dies kann oft ein Problem in der aquatischen Umwelt darstellen, wo unterirdische Filter weit verbreitet sind.

Toxizität

Der Kleine Blaugeringelte Krake gilt als einer der giftigsten Tiere im Meer. Darüber hinaus ist der Biss nicht schmerzhaft und wird oft nicht sofort wahrgenommen. Die etwa 1,0 Zentimeter große Biss-Stelle schwillt innerhalb von 15 Minuten an, blutet ein und es bildet sich eine Blutblase. Daraufhin setzt nach wenigen Minuten eine Lähmung ein. Anfangs kann es zu abnormen Gefühlsempfindungen im Bereich des Mundes, Halses und des Kopfes kommen. Doppelbilder, verwaschene Sprache, Übelkeit und Erbrechen können folgen. Danach kommt es zu einer rasch einsetzenden Atemnot, Erweiterung der Pupillen und fortschreitenden Lähmung des gesamten Körpers. Die Lähmung hält 4 bis 12 Stunden an. Obwohl der Kleine Blaugeringelte Krake ein Toxin enthält, das Menschen töten könnte, hat es noch nie Berichte über einen Blaugeringelten Kraken gegeben, der Menschen angegriffen hat. In der Regel ist der Kleine Blaugeringelte Krake nicht aggressiv und greift nur an, wenn er sich bedroht fühlt.

Verbreitung

Der Kleine Blaugeringelte Krake ist im Indo-Pazifik verbreitet. Am häufigsten ist er in den Gezeiten-Felsen-Pools entlang der Südküste von Australien anzutreffen. Einheimisch ist der Kleine Blaugeringelte Kranke in den Regionen von Australien, im Indischen Ozean und im Pazifischen Ozean. Er hält sich bevorzugt im steinigen, flachen Wasser oder in flachen Korallen auf. Auch unter Felsen im sandigen oder im schlammigen Boden ist der Kleine Blaugeringelte Krake zu finden, wo reichlich Algen vorhanden sind. Besonders häufig nach Stürmen ist der Kleine Blaugeringelte Krake auf der Suche nach Krebsen, Weichtieren und kleinen Fischen.

Ernährung

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Kleiner Blaugeringelter Krake

Nach einer Woche verzehrt der Kleine Blaugeringelte Krake schon Krabben-Stückchen. Wie der Tintenfisch beginnt der Kleine Blaugeringelte Krake mit zunehmendem Alter auch lebende Krebse, Weichtiere und kleine Fische zu fressen. Der Kleine Blaugeringelte Krake lockt die Beute mit den bunt schillernden Tentakeln an. Sobald die Beute sich in seiner Nähe befindet, gibt er sein tödliches Gift ins Wasser ab, so dass die Beute gelähmt wird oder das Gift wird direkt in das Beutetier injiziert. Es wird auch angenommen, dass der Kleine Blaugeringelte Krake Beutetiere auch fängt, indem er einen luftdichten Raum um die Beute bildet und das Gift so in die Atemwege des Beutetieres gelangt. Das Gift ist ein Nervengift, das Lähmungen verursacht. Besonders fatal ist das Gift, wenn das Gift in das Herz oder in das respiratorische System gelangt. Es gibt bisher kein Antitoxin.

Fortpflanzung

Während der Paarungszeit nimmt das Weibchen eine spezifische Färbung und ein ungewöhnliches Gehabe an. Das Männchen nähert sich dem Weibchen und beginnt mit der Balz, indem er das Weibchen mit seinen Tentakeln streichelt. Nach der Balz erfolgt die Befruchtung durch den Arm (Hectocotylus) des Männchens, der die Spermatophoren in einer Höhle im Mantel des Weibchens platziert. Hectocotylus ist ein Arm, der zum Zweck der Fortpflanzung dient. Der Tentakel wird zur Befruchtung der weiblichen Eier benutzt und ist so gebaut, dass er die Spermatophoren des Männchens beinhaltet und bei der Paarung abgibt. Der Tentakel wird in jeder neuen Paarungssaison von neuem ausgebildet. Kurz nach der Befruchtung legt das Weibchen etwa 50 Eier. Nach der Eiablage wird der Laich vom Weibchen gehegt. Charakteristisch für das Weibchen ist das Tragen der Eier unter den Tentakeln. Die Eier werden für einen Zeitraum von etwa 50 Tagen bewacht bis die planktonischen Paralarven schlüpfen. Nach dem Schlupf der Paralarven stirbt das Weibchen. Die Paralarven messen nach der Geburt etwa 4,0 Millimeter. In diesem Stadium des Lebenszyklus schweben die Paralarven nach oben und halten sich etwa einen Monat im Plankton auf. Am Ende dieses Zeitraums schweben sie wieder nach unten und dort setzt sich die Entwicklung weiter fort.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Die Blauringkrake
  • Olaf/Dembny, Fred Dierich: Gefahren durch Meerestiere. Erkennen - Schützen - Helfen. Sicherheit an Strand und Meer für Wasserfans und Wassersportler. Verlag: Books on Demand Gmbh. Auflage: 1 (23. August 2004). ISBN 3833415924
  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 3 Weichtiere und Stachelhäuter. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
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