Kleine Moosjungfer

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Kleine Moosjungfer

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Dicondylia
Teilklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Überordnung: Odonatoptera
Ordnung: Libellen (Odonata)
Unterordnung: Epiprocta
Teilordnung: Großlibellen (Anisoptera)
Überfamilie: Libelluloidea
Familie: Segellibellen (Libellulidae)
Gattung: Moosjungfern (Leucorrhinia)
Art: Kleine Moosjungfer
Wissenschaftlicher Name
Leucorrhinia dubia
(Vander Linden, 1825)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Kleine Moosjungfer (Leucorrhinia dubia), auch unter dem Synonym Libellula dubia bekannt, zählt innerhalb der Familie der Segellibellen (Libellulidae) zur Gattung der Moosjungfern (Leucorrhinia). Im Englischen wird die Kleine Moosjungfer white-faced darter oder small whiteface genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Die Gesellschaft deutschsprachiger Odonatologen sowie Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) wählten in Kooperation mit dem Naturschutzbund (NABU) die Kleine Moosjungfer zur Libelle des Jahres 2014.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Kleine Moosjungfer erreicht eine Körperlänge von etwa 21,0 bis 27,0 Millimeter und die Hinterflügel sind 23,0 bis 28,0 Millimeter lang. Ältere Männchen weisen einen schwarzen Körper mit roten und orangen Markierungen im Bereich des Bauches und der Brust auf, die mit zunehmendem Alter dunkler werden. Jungen Männchen und Weibchen haben blasse gelbe Markierungen. Alle weisen eine auffällige weiße Stirn an der Vorderseite des Kopfes auf. Die Flügel sind mit einem braunen Fleck an der Basis versehen.

Lebensweise

Laut der Roten Liste der IUCN bewohnt die Kleine Moosjungfer Sümpfe, Teiche, Tümpel und Seen, diese sind meist sauer und befinden sich oft im Wald. Die Larven sind gegenüber Raubfischen sehr empfindlich und sucht eher solche Brutplätze auf, wo keine Fische vorhanden sind, wie kleine Pools in Hochmooren.

Verbreitung

Laut der Roten Liste der IUCN ist die Kleine Moosjungfer weit verbreitet und ist häufig in den nördlichen Teilen seiner Verbreitung zu finden. Jedoch besteht weiterhin eine anhaltende Bedrohung der Lebensräume, aber es ist nich bekannt, in welchem Umfang. Populationsentwicklung und Verbreitung werden in einer Studie untersucht. In den südlichen Gebieten ist eine Abnahme zu beobachten. Jedoch sind keine genauen Zahlen verfügbar.

Die Kleine Moosjungfer ist in folgenden Ländern heimisch: Österreich, Weißrussland, Belgien, Bulgarien, China (Heilongjiang), Tschechische Republik, Finnland, Frankreich, Deutschland, Montenegro, Niederlande, Norwegen, Polen, Rumänien, Russische Föderation, Serbien, Slowakei, Slowenien, Spanien, Schweden, Schweiz, Ukraine und Großbritannien.

Ernährung

Paarungsrad - Kleine Moosjungfern
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Paarungsrad - Kleine Moosjungfern

Die Kleine Moosjungfer ernährt sich räuberisch. Sie ist wie alle Segellibellen eine typische Ansitzjägerin und wartet bis eine Beute vorbeifliegt. Die Kleine Moosjungfer ernährt sich vorwiegend von kleinen Insekten (Insecta). Die Larven leben ebenfalls räuberisch, gehen jedoch in der Regel nicht aktiv auf Beutefang. Sie gelten eher als Lauerjäger. Die Orientierung erfolgt dabei über den Sehsinn. Ist ein Beutetier erspäht, so nähert sich eine Larve langsam einer potentiellen Beute. Erst im allerletzten Moment schießt die Fangmaske hervor und ergreift das Beutetier.

Fortpflanzung

Die Brutplätze befinden sich in sauren Pools mit umfangreichem Wachstum von Torfmoos. Das Männchen hält sich in einem kleinen Gebiet in der Nähe von Wasser auf. Das kleine Territorium wird jedoch vom Männchen nicht aggressiv verteidigt. Die Kopulation mit dem Weibchen beginnt oft über Wasser, bevor sie auf dem Boden oder in niedriger Vegetation für etwa 30 Minuten absetzen. Nach der Kopulation legt das Weibchen unter Wasser auf Moos oder an Stielen von Wollgras ab. Die Larven leben unter Torfmoos und nehmen hauptsächlich in der Nacht Nahrung zu sich. Die Erwachsenen sind tagsüber aktiv. Es dauert etwa ein bis drei Jahre bis die Larven das Erwachsenenalter erreicht haben. Das Wasser verlassen die Larven zwischen Mai und Anfang Juli, der genaue Zeitpunkt hängt von dem Wetter ab. Die Männchen erreichen die Geschlechtsreife etwa in 4 bis 12 Tagen nach Verlassen des Wassers und die Weibchen ein Paar Tage später.

Lebensraum - Hochmoore und Moorseen
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Lebensraum - Hochmoore und Moorseen

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gehört die Kleine Moosjungfer heute noch nicht zu den bedrohten Arten. Sie ist in weiten Teilen des Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt die Kleine Moosjungfer selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird sie als least concern (nicht gefährdet) geführt. Auch wenn die Kleine Moosjungfer in der Roten Liste der IUCN als nicht gefährdet geführt wird, so besteht weiterhin eine Bedrohung durch Zerstörung von Lebensraum, wie landwirtschaftliche Produktion und die damit verbundenen Auswirkungen der Wasserverschmutzung.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Dreyer & Gerstenberg, Die Libellen, Gerstenberg Gebrueder Verlag, 1986 ISBN 3806720223
  • Heiko Bellmann, Libellen beobachten, bestimmen, Naturbuch Verlag, Augsburg, 1986 ISBN 3894401079
  • Dr. Helgard Reichholf-Riem: Steinbachs Naturführer. Insekten. Mit Anhang Spinnentiere. München: Mosaik Verlag GmbH, München 1984. ISBN 3-570-01187-9
  • Kurt Günther, Hans-Joachim Hannemann, Fritz Hieke: Urania Tierreich, 6 Bde., Insekten . Deutsch Harri GmbH; Auflage: 5, 1990 ISBN 387144944X
  • Dr. Franz Bachmaier, Dr. Wolfgang Dierl, Dr. Eberhard Ernst, Prof. Dr. Bernhard Grzimek, Prof. Dr. Hubert Markl, Dr. Werner Rathmayer, Prof. Dr. Peter Rietschel, Prof. Dr. Friedrich Schaller, Dr. Richard Zur Strassen, Dr. Heinz Wundt, Dr. Dr. Fritz Zumpt: Grzimeks Tierleben. Enzyklopädie des Tierreichs. Insekten. Zweiter Band. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München, Oktober 1993 ISBN 3-423-05970-2

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