Kleine Mörderspinne

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Kleine Mörderspinne

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Überfamilie: Radnetzspinnen (Araneoidea)
Familie: Archaeidae
Gattung: Eriauchenius
Art: Kleine Mörderspinne
Wissenschaftlicher Name
Eriauchenius gracilicollis
(Millot, 1948)

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:005425]

Die Kleine Mörderspinne (Eriauchenius gracilicollis) zählt innerhalb der Familie Archaeidae zur Gattung Eriauchenius.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Kleine Mörderspinne ist eine kleine aber für andere Spinnen eine äußerst gefährliche Spinne. Sie erreicht eine Körperlänge von nur 2 bis 5 Millimeter, aber aufgrund ihrer extrem langen Cheliceren (Kieferklauen) und der bizarren Jagdpraktiken zählt sie weltweit zu den außergewöhnlichsten Spinnen. Die Cheliceren sind etwa zehnmal länger als bei den meisten anderen Spinnen, die von gleicher Größe sind. Der Körper der Kleinen Mörderspinne besteht aus zwei Segmenten, und zwar aus dem Prosoma und aus dem Opisthosoma. Die beiden Segmente umfassen die Beine, Augen, die Cheliceren und die Pedipalpen. Die meisten Spinnen weisen ein rundes Prosoma auf, jedoch die Kleine Mörderspinne besitzt ein längliches Prosoma und sehr lange Cheliceren, so dass sie aufgrund des langen "Halses" und "Kopfes" eher einem Pelikan ähnelt. In Australien wird die Spinne aufgrund ihres grotesken Aussehens auch als Pelikan-Spinne bezeichnet. Der "Hals" bei dieser Art ist ein langer, schlanker Stiel. Bei anderen Assassin-Spiders (Meuchel-Spinnen) - so werden sie von den Wissenschaftlern genannt - kann der "Hals" auch eine dicke und robuste Form aufweisen. Die Kombination langer "Hals und langer "Kopf" ermöglicht es der Kleinen Möderspinne, die Beute ohne mit ihr in Berührung zu kommen oder dass der Spinne Verletzungen von der Beute hinzugefügt werden, zu fangen. Dieses Jagdverhalten erinnert sehr an eine Gottesanbeterin. Des Weiteren ist die Kleine Mörderspinne in der Lage ihre Cheliceren unabhängig voneinander bei 90 Grad vom Körper entfernt zu bewegen.

Lebensweise

Die Kleine Mörderspinne ist in der Lage, mit dem anderen Geschlecht zu kommunizieren, indem das Männchen winzige Vibrationen über die Blätter und Substrate auslöst. Dies geschieht durch Reiben verschiedener Strukturen auf den Pedipalpen. Diese Vibrationen werden bei der Balz und bei der Paarung in der Regel von beiden Geschlechtern angewendet. Des Weiteren befinden sich bei dem Männchen verschiedene Apophysen auf den Palpen, die offenbar bestimmungsgemäß zur Förderung der Stimulation des weiblichen Abdomens zuständig sind. Darüber hinaus weist das Weibchen ausgedehnte sklerotisierte große Platten an der Unterseite des Abdomens auf.

Verbreitung

Die Kleine Mörderspinne kommt nur in Madagaskar vor und ist somit endemisch. Sie bevorzugt kalte und feuchte Lebensräume in Gebirgsregionen und hält sich in Laubstreu auf dem Waldboden sowie in niedriger Vegetation und im Moos auf.

Ernährung

Die Kleine Mörderspinne ernährt sich hauptsächlich von anderen Spinnen, wie zum Beispiel aus der Familie Cyatholipidae. Die Arten aus dieser Familie erreichen etwa dieselbe Größe wie die Kleine Mörderspinne. Die verlängerten Kieferklauen mit Giftzahn-Verlängerung ermöglichen es der Kleinen Mörderspinne, unter anderem auch andere gefährliche Spinnen zu erbeuten. Obwohl diese Art zur Unterordnung der Echten Webspinnen (Araneomorphae) gehört, baut sie keine Fangnetze.

Lebensweise und Fortpflanzung

Bisher gibt es keine umfassenden Studien über die Lebensweise und über die Fortpflanzung dieser Art.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 18. April 2008 <1>

  • Eriauchenius gracilicollis - (Millot, 1948)
  • Archaea gracilicollis - Millot, 1948
  • Archaea gracilicollis - Legendre, 1970
  • Archaea gracilicollis - Forster & Platnick, 1984
  • Eriauchenius gracilicollis - Wunderlich, 2004c
  • Eriauchenius gracilicollis - Wood, 2008

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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