Klaas-Kuckuck

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

Klaas-Kuckuck
Weibchen

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Kuckucksvögel (Cuculiformes)
Familie: Kuckucke (Cuculidae)
Unterfamilie: Kuckucke i. e. S. (Cuculinae)
Gattung: Eigentliche Goldkuckucke (Chrysococcyx)
Art: Klaas-Kuckuck
Wissenschaftlicher Name
Chrysococcyx klaas
(Stephens, 1815)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Klaas-Kuckuck (Chrysococcyx klaas) gehört innerhalb der Familie der Kuckucke (Cuculidae) zur Gattung der Eigentlichen Goldkuckucke (Chrysococcyx). Im Englischen wird der Klaas-Kuckuck klaas's cuckoo genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Klaas-Kuckuck erreicht eine Körperlänge von etwa 16,0 bis 18,0 Zentimeter. Zwischen den Geschlechtern zeigt sich ein ausgeprägter Sexualdimorphismus. Das Obergefieder des Männchens weist eine glänzend grüne Färbung mit einer sehr leichten kupferfarbenen Tönung auf. Über dem Auge zeigt sich bei beiden Geschlechtern ein kleiner weißer Fleck. Die Unterseite ist von einem reinen Weiß. An den Flanken zeigen sich schwache Streifen. Ferner erkennt man auf jeder Seite der Brust und an den Oberschenkeln einen grünen Fleck. Die beiden mittleren Schwanzfedern sind von einer grünen Färbung, der Rest ist weiß getönt und mit schmalen grünen Binden versehen. Ein breites Band der gleichen Farbe zeigt sich in der Nähe der Spitze, die eine reine weiße Färbung aufweist. Das Obergefieder des Weibchens ist grün und reichlich mit braunen Flecken besetzt. Die Unterseite ist von einer weißen Tönung und mit kupferfarbenen-grünen Flecken versehen. Die Schwanzfedern sind ähnlich wie beim Männchen gefärbt. Die Handschwingen sind beim Männchen weitgehend weiß getönt, während sie beim Weibchen meist braun erscheinen. Die Iris der Augen ist rotbraun gefärbt und die Extremitäten und die Zehen weisen eine dunkelgraue bis schwarze Färbung auf. Die Füße enden in jeweils vier Zehen, wovon drei Zehen nach vorne, eine Zehe nach hinten zeigen. Die Zehen enden in kleinen schwarzen Krallen.

Lebensweise

Der Klaas-Kuckuck lebt einzelgängerisch. Nur zur Paarungszeit treffen sich die Geschlechter, um sich zu paaren. Während der Paarungszeit ziehen sich die Vögel paarweise zurück. Während dieser Zeit kommt es unter den Männchen oftmals zu Kämpfen um Revier und Weibchen. Fühlen sich die Männchen bedroht, so stellen sie ihre Haube auf dem Oberkopf auf. Der Klaas-Kuckuck bringt relativ laute Rufe hervor. Die Rufe können unaufhörlich konstant anhalten und sind meist weithin zu hören. Vor allem bei Streitereien und während der Paarungszeit sind sie am lautesten.

Unterarten

Klaas-Kuckuck - Weibchen
vergrößern
Klaas-Kuckuck - Weibchen

Verbreitung

Laut der Roten Liste der IUCN sind die Klaas-Kuckucke in folgenden Verbreitungsgebieten zu finden: Angola, Benin, Botswana, Burkina Faso, Burundi, Kamerun, Zentralafrikanische Republik, Tschad, Kongo, Demokratische Republik Kongo, Côte d'Ivoire, Äquatorial-Guinea, Eritrea, Äthiopien, Gabun, Gambia, Ghana, Guinea, Guinea -Bissau, Kenia, Liberia, Malawi, Mali, Mauretanien, Mosambik, Namibia, Nigeria, Ruanda, Sao Tome und Principe, Senegal, Sierra Leone, Somalia, Südafrika, Sudan, Swasiland, Vereinigte Republik Tansania, Togo, Uganda, Jemen, Sambia und Simbabwe. Folgende Lebensräume bewohnen die Klaas-Kuckucke: Subtropische und tropische feuchte Tieflandwälder, Trockensavannen sowie subtropisches und tropisches feuchtes Buschland.

Ernährung

Der Klaas-Kuckuck ernährt sich hauptsächlich von tierischer Nahrung. Dazu gehören insbesondere Insekten (Insecta), deren Larven und die Raupen von Schmetterlingen (Lepidoptera). Haarige Raupen werden vor dem Verzehr enthaart. Die Nahrungssuche erfolgt sowohl in den Bäumen als auch auf dem Waldboden. Gewissenhaft dreht er mit seinem kräftigen Schnabel jedes Blatt oder jeden Stein am Boden um. Des Weiteren erbeutet der Klaas-Kuckuck auch Wanzen (Heteroptera), Käfer (Coleoptera), Langfühlerschrecken (Ensifera) und Kurzfühlerschrecken (Caelifera) sowie Termiten (Isoptera).

Fortpflanzung

Wirtsvogel - Witwenstelze (Motacilla aguimp)
vergrößern
Wirtsvogel - Witwenstelze (Motacilla aguimp)

Klaas-Kuckucke erreichen die Geschlechtsreife mit gut einem Jahr. Als reiner Brutparasit bauen sie keine Nester und brüten ihre Eier auch nicht selber aus. Die Paarungszeit variiert in Abhängigkeit vom Verbreitungsgebiet. Als Wirtsvögel dienen vorzugsweise kleine Vögel wie zum Beispiel Halsband-Feinsänger (Apalis thoracica), Langschnabel-Sylvietta (Sylvietta rufescens), Graurücken-Camaroptera (Camaroptera brevicaudata), Gelbbauch-Eremomela (Eremomela icteropygialis), Weißflankenbatis (Batis molitor), Kapbatis (Batis capensis), Bamendalappenschnäpper (Platysteira peltata), Kupfernektarvogel (Cinnyris cupreus), Schmucknektarvogel (Cinnyris erythrocercus), Rotbrust-Glanzköpfchen (Chalcomitra senegalensis), Hochland-Nektarvogel (Cinnyris afer), Bindennektarvogel (Cinnyris mariquensis), Rußnektarvogel (Cinnyris fuscus) und Witwenstelze (Motacilla aguimp). Pro Jahr kommt es lediglich zu einer Eiablage. Zur Eiablage sucht sich das Weibchen ein Nest eines passenden Wirtes aus. Ist ein Nest ausgemacht, so lenkt das Männchen die brütenden Vögel ab und lockt sie vom Nest weg. Währenddessen legt das Weibchen ein einzelnes Ei in das Wirtsnest. Die Eifarbe variiert zwischen weiß, grünlich-weiß oder blau. Das Ei ist meist mit hellbraunen und rötlich-braunen Flecken besetzt. Die Eigröße beträgt 19,0 x 13,0 Millimeter. Nicht selten entfernt das Weibchen ein oder mehrere Eier aus dem Wirtsgelege. Das Küken schlüpft meist nach 12 bis 13 Tagen. Der geschlüpfte Kuckuck verbleibt für rund 16 Tage im Nest und wird von den Wirtseltern gefüttert. In der Regel weist der Jungkuckuck eine große Dominanz den anderen Küken gegenüber auf und wirft sie mit der Zeit aus dem Nest. Schlüpft das Kuckuckküken vor den anderen Küken, so wirft es die anderen Eier aus dem Nest.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gehört der Klaas-Kuckuck heute noch nicht zu den bedrohten Vogelarten. Das globale Verbreitungsgebiet der Populationen erstreckt sich annähernd über 20.000 Quadratkilometer. Der Klaas-Kuckuck ist in weiten Teilen dieses großen Areals meist häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt der Klaas-Kuckuck selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird der Klaas-Kuckuck als least concern (nicht gefährdet) geführt.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

Qualifizierte Weblinks

'Persönliche Werkzeuge