Küstenseeschwalbe

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Küstenseeschwalbe

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neornithes)
Ordnung: Regenpfeiferartige (Charadriiformes)
Familie: Seeschwalben (Sternidae)
Gattung: Seeschwalben (Sterna)
Art: Küstenseeschwalbe
Wissenschaftlicher Name
Sterna paradisaea
Pontoppidan, 1763

IUCN-Status
[[Least Concern] (LC)

Die Küstenseeschwalbe (Sterna paradisaea) zählt innerhalb der Familie der Seeschwalben (Sternidae) zur Gattung der Seeschwalben (Sterna).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Küstenseeschwalbe erreicht eine Körperlänge von 35 bis 40 Zentimeter, eine Flügelspannweite von 80 bis 95 Zentimeter sowie ein Gewicht von 90 bis 130 Gramm. Die Geschlechter weisen im wesentlichen keinen Geschlechtsdimorphismus auf. Das Gefieder ist fast überwiegend weißlich gefärbt, kann jedoch auch leicht ins Gräuliche übergehen. Während der Paarungszeit ist lediglich die Kopfoberseite schwarz gefärbt. Der tief gegabelte Schwanz ist ausgesprochen lang und die Flügel laufen an den Enden spitz zu. Der Schnabel ist während der Paarungszeit blutrot gefärbt, ansonsten weist der Schnabel eine schwarze Färbung auf. Die Gefieder der Geschlechter unterscheiden sich nur wenig und auch die juvenilen Vögel ähneln den adulten Vögeln. Die kurzen Extremitäten weisen eine orangerote Färbung auf.

Die tagaktiven Küstenseeschwalben sind gesellige Vögel, die in zum Teil großen Kolonien leben. Auch die Flüge in die Winterquartiere verbringen Küstenseeschwalben in Gesellschaft, sie ziehen im Herbst in großen Schwärmen in den Süden. Das gesellige Beisammensein trifft auch auf die Paarungszeit zu, sie brüten in großen Kolonien.

Verbreitung

Die Küstenseeschwalbe kommt in weiten Teilen des arktischen Nordamerikas und Sibiriens vor. Als Langstreckenzieher verbringt die Küstenseeschwalbe die kalte Jahreszeit in Mittel- und Südamerika, in Südafrika, Australien oder sogar in der Antarktis. Teilweise erstrecken sich die Züge über mehr als 30.000 Kilometer. Sie fliegen dabei grundsätzlich über Wasser. Land wird auf den Zügen grundsätzlich gemieden. Der Zug in die Winterquartiere oder wieder zurück erstreckt sich jeweils über einen Zeitraum von vier Monaten. In den Winterquartieren leben die Küstenseeschwalben zumeist in Küstengebieten. Ähnliches gilt auch für die Brutgebiete, die auf Inseln im Nordpolarmeer liegen. Im Hinterland sind sie nicht anzutreffen.

Ernährung

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Küstenseeschwalben ernähren sich hauptsächlich von kleinen Fischen. In einer Höhe von 5 bis 10 Meter schweben sie über dem Wasser und stoßen dann blitzschnell ins Wasser hinunter, um einen Fisch zu erbeuten. In Küstennähe werden auch Krebstiere und andere Krustentiere gefressen. Gegriffen wird ein Beutetier mit dem kräftigen Schnabel. Auf Nahrungssuche gehen Küstenseeschwalben hauptsächlich am Tage, selten auch in der Dämmerung.

Fortpflanzung

Die Küstenseeschwalbe erreicht die Geschlechtsreife mit etwa drei bis vier Jahren. Die Paarungszeit beginnt in den meisten Brutgebieten bereits im April. Die eigentliche Eiablage beginnt jedoch meist erst im Frühsommer. Es kommt in einer Saison nur zu einem Gelege, Zweitgelege sind nicht dokumentiert. Küstenseeschwalben brüten in größeren Kolonien. Während der Paarungszeit kommt es zu kunstvollen kreisenden Balzflügen seitens der Männchen. Auch das Darreichen von Nahrung gehört zum Balzritual. Die Geschlechter gehen eine monogame Saisonehe ein. Hat sich ein Pärchen gefunden, so beginnt der Nestbau. Die Brutgebiete liegen zumeist an felsigen Küsten, gelegentlich auch an sandigen Stränden. Die Nester werden auf erhöhten Punkte nahe des Wassers errichtet und bestehen hauptsächlich aus weichen Pflanzenteilen. Das Weibchen legt durchschnittlich zwei
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bräunliche Eier, die über einen Zeitraum von 22 bis 24 Tagen ausgebrütet werden. Das Brutgeschäft teilen sich dabei beide Geschlechter. Die geschlüpften Küken sind nur spärlich befiedert aber bereits ein wenig selbständig, sie werden jedoch von beiden Elternteilen überwiegend mit Insekten versorgt. Bereits mit 28 bis 30 Tagen sind sie flügge, bleiben aber noch ein bis zwei Wochen bei den Eltern. Mit Erreichen der Selbständigkeit beginnt auch schon der erste Flug in die Winterquartiere. Die Küstenseeschwalbe kann unter günstigen Umständen ein Alter von über 30 Jahren erreichen.

Gefährdung und Schutz

Die Zerstörung der natürlichen Brutgebiete stellt für die Küstenseeschwalbe heute die größte Bedrohung dar. Aber auch die Verunreinigung der Küstengewässer stellt für die Vögel eine nicht zu unterschätzende Gefahr dar. Dies ist insbesondere in Nordamerika der Fall. Ein weiteres Problem sind während der Brutzeit Störungen durch den Menschen. Nicht selten geben Küstenseeschwalben ihr Gelege bei fortwährender Störung auf. In der Roten Liste der IUCN wird die Küstenseeschwalbe heute als noch nicht gefährdet geführt. In der Vergangenheit wurden Küstenseeschwalben vom Menschen wegen der Federn gejagt.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. hc Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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