Johann Friedrich Gmelin

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Prof. Dr. Johann Friedrich Gmelin (* 8. August 1748 in Tübingen; † 1. November 1804 in Göttingen) war ein deutscher Arzt, Philosoph, Chemiker und Naturforscher (insbesondere Entomologie).

Inhaltsverzeichnis

Leben

Gmelin wurde 1748 als ältester Sohn des Arztes, Botanikers und Chemikers Prof. Dr. Philipp Friedrich Gmelin (1721 – 1768) in Tübingen geboren. Er promovierte 1769 an der Eberhard-Karls-Universität in Tübingen unter seinem Vater zum Doktor für Medizin und unternahm eine Studienreise durch die Niederlande, Großbitannien und Österreich. Ab 1772 lehrte er dann dort als außerordentlicher Professor für Medizin. Im Jahre 1780 wurde er nach Göttingen gerufen, um als Professor für Philosophie und außerordentlicher Professor für Medizin zu lehren, später dann als ordentlicher Medizinprofessor. Als 1783 das Chemische Universitätsinstitut in seinem Wohnhaus in der Hospitalstraße in Göttingen fertiggestellt wurde, ernannte man Gmelin zum ersten Direktor (Nachfolger 1805: Prof. Dr. Friedrich Stromeyer (1776 – 1835)). Im Jahre 1788 brachte er Prof. Dr. Carl von Linnés (1707 – 1778) 13. Auflage der Systema naturæ mit vielen Korrekturen und Vervollständigungen heraus, und im selben Jahr noch wurde er zusätzlich zu seinen derzeitigen Professuren noch Professor für Chemie, Botanik und Mineralogie. Sein Hauptverdienst jedoch lag in der Verfassung zahlreicher Lehrbücher über Chemie, Pharmazie, Mineralogie und Botanik. Am 28. Juli 1794 wurde er ausländisches Ehrenmitglied an der Russischen Akademie der Wissenschaften in Moskau.

Gmelin verstarb 1805 in Göttingen und hinterließ einen Sohn, den Chemiker Prof. Dr. Leopold Gmelin (1788 – 1853). Bekannte Studenten Gmelins waren Prof. Dr. Carl Friedrich Kielmeyer (1765 – 1844), Prof. Dr. Friedrich Stromeyer (1776 – 1835) und Prof. Wilhelm August Eberhard Lampadius (1772 – 1842).

Ehrungen

Johann Friedrich Gmelin zu Ehren wurde vom Botaniker und Arzt Prof. Dr. Friedrich Weber (1752 – 1823) der Heiligenbeifuß Artemisia gmelinii nach ihm benannt.

Werke

  • Gmelin, J. F. & Blumenbach 1806-11: Allgemeine Geschichte der thierischen und mineralischen Gifte. Knick & Müller, Erfurt.
  • Gmelin, J. F. 1803-06: Allgemeine Geschichte der Pflanzengifte. Raspe, Nürnberg; Erfurt.
  • Gmelin, J. F. 1803: Химическия основания ремёсл и заводов. Sankt Petersburg.
  • Gmelin, J. F. 1797-99: Geschichte der Chemie. Rosenbusch, Göttingen.
  • Gmelin, J. F. 1795/96: Apparatus medicaminum. Dieterich, Göttingen.
  • Gmelin, J. F. 1795: Chemische Grundsätze der Gewerbkunde. Ritscher, Hannover.
  • Gmelin, J. F. 1792: Grundriss der Pharmacie, zum Gebrauche bei seinen Vorlesungen. Dieterich, Göttingen.
  • Gmelin, J. F. 1790: Grundriß der Mineralogie. Dieterich, Göttingen.
  • Gmelin, J. F. 1789-1804: Grundris der allgemeinen Chemie zum Gebrauch bei Vorlesungen. Vandenhoek & Ruprecht, Göttingen.
  • Gmelin, J. F. 1786: Chemische Grundsätze der Probir- und Schmelzkunst. Gebauer, Halle.
  • Gmelin, J. F. 1784-92: Über die neueren Entdeckungen in der Lehre von der Luft. Pauli, Berlin.
  • Gmelin, J. F. 1783: Beyträge zur Geschichte des teutschen Bergbaues, vornehmlich aus den mittlern und spätern Jahrhunderten unserer Zeitrechnung. Gebauer, Halle.
  • Gmelin, J. F. 1780: Einleitung in die Mineralogie. Raspe, Nürnberg.
  • Gmelin, J. F. 1779: Abhandlung von den Arten des Unkrauts auf den Aeckern in Schwaben und dessen Benutzung in der Haushaltung und Arzneykunst. Donatius, Lübeck.
  • Gmelin, J. F. 1777: Geschichte der mineralogischen Gifte. Raspe, Nürnberg.
  • Gmelin, J. F. 1777: Allgemeine Geschichte der Pflanzengifte. Raspe, Nürnberg.
  • Gmelin, J. F. 1776/77: Allgemeine Geschichte der Gifte. Weygand, Leipzig.
  • Gmelin, J. F. 1775: Abhandlung von den giftigen Gewächsen, welche in Teutschland und vornemlich in Schwaben wild wachsen.
    Stettin, Ulm.
  • Gmelin, J. F. 1775: Enumeratio stirpium agro Tubingensi indigenarum. Sigmund, Tübingen.
  • Gmelin, J. F. 1772-78: Onomatologia botanica completa. Frankfurt; Leipzig.

Literatur

  • Forsyth, William 1794: A botanical nomenclator. Cadell, Elmsly & Nicol, London.
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